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Beruf & Karriere

19. Februar 2017 | 15:25 Uhr

Arbeitszeit : Wie viel Privates ist im Job erlaubt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Handy-Check, Geburtstag oder Arztbesuch: Wann droht Mitarbeitern Ärger oder gar eine Kündigung?

Ein Kommentar in einem sozialen Netzwerk, eine SMS an Freunde, eine Zigarettenpause. Nur mal eben kurz – der Chef wird es wohl nicht merken. Aber eigentlich steht in dieser Zeit die Arbeit still. Wie viel Privates darf man mit der Arbeitszeit vermischen?

>Smartphones: Eine SMS an die Freunde oder ein kurzes Telefonat mit den Kindern: Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber darf es auch während der Arbeitszeit genutzt werden? „Wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit unterm Tisch eben eine SMS tippt, ist dies schwer nachzuweisen“, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht. „Wenn allerdings drei Kollegen bezeugen können, dass man den ganzen Tag am Smartphone hängt, wird es problematisch.“ Wer nur mal eben der Familie schreibt, dass der Feierabend später wird, dem droht keine Abmahnung. Wer aber stundenlang privat telefoniert oder tippt, begeht einen Arbeitszeitbetrug. Das kann die Kündigung zur Folge haben. Grundsätzlich gilt: „Die Arbeitszeit ist zum Arbeiten da. Dafür wird man bezahlt“, erklärt Michael Henn, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Anwälte (VDA).

Allerdings gibt es Ausnahmen. Besonders, wenn es sich um einen Notfall handelt. Beispielsweise wurde die Kinderbetreuung kurzfristig abgesagt: In dem Fall sind private Telefonate während der Arbeitszeit erlaubt. „Dabei handelt es sich um ein unvorhersehbares Ereignis“, erklärt Jens Pfanne vom DGB.

>Surfen, Facebook, Twitter & Co: Mal eben den „Gefällt-Mir-Button“ auf Facebook drücken, einen Tweet absetzen und nach dem Wetter googeln: Wer das während der Arbeitszeit macht, sollte vorsichtig sein. Das können Arbeitgeber nämlich leicht nachvollziehen, eine Abmahnung kann folgen. „Dazu wurde vor Gericht entschieden, dass der Arbeitgeber den Browser-Verlauf des dienstlichen Rechners kontrollieren und im Prozess verwenden darf. Die Privatsphäre tritt in diesem Fall zurück“, sagt Pfanne. Auch wenn das private Surfen vom Arbeitgeber erlaubt ist, sollte man das nicht exzessiv machen. Die Arbeit darf darunter nicht leiden, sonst handelt es sich wieder um einen Arbeitszeitbetrug.

>Arztbesuche: Wer Vollzeit unter der Woche arbeitet, findet kaum Zeit für einen Arztbesuch. Oft hat die Praxis nach Feierabend schon geschlossen. Muss man sich also dafür einen Tag freinehmen? „Grundsätzlich sollten Arztbesuche während der privaten Zeit stattfinden“, sagt Bredereck. Allerdings gibt es eine Ausnahme. „Wenn es nicht anders möglich ist, darf man während der Arbeitszeit zum Arzt gehen. Beispielsweise bei einem CT- oder Röntgentermin“, sagt Michael Henn vom VDA. In solchen Fällen werde das Gehalt gezahlt, ohne dass man arbeitet. Wichtig ist dann aber, die Arzttermine möglichst an den Anfang oder an das Ende des Arbeitstages zu legen.

>Rauchen: Beim Rauchen scheiden sich sogar die Geister unter den Kollegen. Die Nicht-Raucher sind sauer, wenn die Raucher mehrere kurze Pausen während der Arbeitszeit machen dürfen. Und die Raucher beschweren sich, wenn diese untersagt sind. Grundsätzlich gelten die normalen Pausenansprüche. „Wenn der Arbeitgeber das Rauchen in der Arbeitszeit verbietet, gibt es nichts zu diskutieren. Darunter leidet die Arbeit“, sagt Henn.

>Geburtstagsfeier: Zum Geburtstag kommen die Kollegen vorbei. Ein kleiner Umtrunk gehört oft dazu: Brötchen, Kuchen und ein Gläschen Sekt. Aber ist das erlaubt? „In den Pausen ist es in der Regel erlaubt, während der Arbeitszeit nicht. Das muss man mit dem Vorgesetzten absprechen“, sagt Bredereck. Vor allem, wenn Alkohol ausgeschenkt werden soll. Denn dieser ist in der Regel untersagt.

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