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Beruf & Karriere

07. Dezember 2016 | 17:20 Uhr

Selbstständigkeit : Raus aus dem Hamsterrad

vom
Aus der Onlineredaktion

Wer selbstständig arbeitet, kennt das – eine geregelte Arbeitszeit gibt es nicht. Die Gefahr einer Überforderung ist daher groß.

Bei Angestellten regelt der Arbeitsvertrag die wöchentliche Stundenzahl. Bei Selbstständigen gibt es dafür höchstens die innere Uhr. Wer sein eigener Chef ist, neigt besonders dazu, seine Grenzen ständig zu überschreiten. „Auf Dauer rächt sich so ein Verhalten, denn der Körper braucht Auszeiten, um zu regenerieren“, sagt Anja Hume, Balancecoach. Diese sieben Strategien helfen, etwas mehr Ruhe zu bekommen:

1. Regeneration: Der Anspruch auf Pausen und Urlaub ist für Angestellte gesetzlich geregelt. Bei Selbstständigen fällt die Kontrolle darüber schnell aus. Selbstständige sollten sich bewusst machen, dass Regeneration eine Investition ins eigene Unternehmen ist. Wichtig dafür sei, sich anzuschauen: Wie viele Stunden habe ich diese Woche gearbeitet? Wie viele Pausen habe ich mir geleistet? Und: Stimmt die Balance?

2. Belohnungen: Sein eigener Herr sein, frei bestimmen können: So lauten häufig die Gründe, um vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit zu wechseln. Doch wenn die Arbeit erstmal da ist, werden die schönen Ideen für mehr Freiheit häufig vergessen. „Es ist wichtig, sich immer wieder das zu gönnen, was man bei der Wahl der Selbstständigkeit vor Augen hatte“, sagt Sabine Keiner, Life Balance Coach aus Köln. Den Montagmorgen blau oder bei Sonnenschein am Nachmittag Schluss machen: Die Vorteile der Selbstbestimmtheit zu nutzen, stärke die Leistungsfähigkeit.

3. Rhythmus: Mal sind es viele Aufträge, mal weniger – bei Selbstständigen ist die anfallende Arbeit oft schwer abzusehen. Das sorgt für Stress. „Sorgen Sie so weit es möglich ist für einen regelmäßigen Rhythmus“, rät Hume. Feste Bürozeiten fördern eine gleichmäßige Tagesstruktur und helfen dabei, immer wiederkehrende Tätigkeiten zu strukturieren.

4. Absagen: Ein Problem von Selbstständigen: Sie können nur schlecht Nein sagen. „Es ist aber unmöglich und ungesund, es immer allen recht machen zu wollen“, sagt Marion Kaiser-Elsner, Coach aus München. „Fangen Sie an, Ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und Nein zu sagen, wenn Aufträge Ihr Zeitbudget sprengen. Mit einer freundlichen Erklärung geben sich die meisten Kunden zufrieden und kommen trotzdem wieder.“

5. Zeitplan: „Machen Sie am Wochenanfang eine Wochenplanung inklusive Prioritäten und Fristen und am Abend oder am Morgen eines jeden Tages eine Zeitplanung für den Tag“, empfiehlt Sabine Keiner. Wichtig dabei seien feste Limits für bestimmte Tätigkeiten, etwa maximal drei Stunden für die Vorbereitung einer Präsentation. „Planen Sie dabei auch 30 Prozent Pufferzeit für Störungen und Unvorhergesehenes ein, damit der Zeitplan realistisch bleibt.“

6. Achtsamkeit: Wer viel Stress hat, verliert den Blick für das Wesentliche aus den Augen. Kaiser-Elsner empfiehlt deshalb Achtsamkeits-Pausen. „Das sind kleine Minuten-Auszeiten, in denen man die Augen schließt, in den Bauch atmet oder in die Wolken schaut und in sich reinhört.“ Wie fühle ich mich gerade? Was ärgert mich? Brauche ich eine Pause?

7. Beenden: Das mache ich morgen und das übermorgen: „Angefangene, aber nicht beendete Aufgaben kosten Energie, weil unser Unterbewusstsein sich damit beschäftigt“, sagt Keiner. „Das sorgt für ein unbefriedigendes Ich-Muss Gefühl.“ Besser: feste To-do-Punkte auf den Tagesplan setzen und abhaken.

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erstellt am 21.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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