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Beruf & Karriere

07. Dezember 2016 | 11:37 Uhr

Technischer Leiter des ZDF : Herr über die Kameratechnik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jörg Bößendörfer ist technischer Leiter im Produktions- und Sendebetrieb des ZDF / Hierfür ist in der Regel ein Ingenieursstudium nötig

Selten denken wir darüber nach, wie viel Arbeit hinter dem TV-Programm steckt, das täglich über den Fernseher flimmert. Zu sehen sind während der Nachrichten beispielsweise oft nur die Sprecher, Korrespondenten oder Interviewpartner – doch hinter den Kulissen arbeitet eine ganze Heerschar an Technikern, Bühnen- und Maskenbildnern, Kameramännern und vielen mehr. Trubel und Chaos scheinen vorporgrammiert – gäbe es nicht jemanden, der sich um die Organisation hinter den Kulissen kümmern würde.

Für das ZDF ist das Jörg Bößendörfer. Der 47-Jährige ist seit 2006 technischer Leiter im Produktions- und Sendebetrieb und vor allem für die Innenpolitik zuständig. Also für die technische Organisation und Umsetzung von Staatsbesuchen, Landtagswahlen in ganz Deutschland und letztes Jahr den G7 Gipfel auf Schloss Elmau. Er sorgt dafür, dass innerhalb kürzester Zeit – egal an welchem Ort – mobile Fernsehstudios entstehen, die den stationären Originalen in kaum etwas nachstehen. Die mobile Produktion steuert er üblicherweise von der Zentrale in Mainz – für aufwändigere Aufbauten muss er jedoch vor Ort sein.

Bei dem Rheinland-Pfälzer laufen vor allem planungstechnisch die Fäden zusammen. Er bestimmt, welcher Truck wo seinen Stellplatz bekommt, wo und wie die Kabelschächte verlegt werden und welche Studiotechnik geordert wird. Dabei achtet er nicht nur auf die technische, sondern auch die finanzielle Umsetzbarkeit.

Für eine Landtagswahl wie zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern benötigte er etwa vier LKW Züge von 14 Metern Länge allein für die Licht- und Übertragungstechnik des ZDF. Klingt viel, doch „für die Berichterstattung aus Rio wurden meines Wissens 14 vollgestopfte Container benötigt“, sagt Bößendörfer.

Sein Job ist es zudem, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Sei es ein Stromausfall oder technisches Versagen. „Erfahrungsgemäß passiert immer irgendetwas, das dürfen nur die Zuschauer nicht merken.“ Darum sind in den mobilen Studios alle Kabel akribisch beschriftet und alle Abläufe penibel abgesprochen. Doch wie wird man technischer Leiter?

Da es sich hierbei um eine Führungsposition handelt, beginnt der berufliche Werdegang erst einmal mit anderen Tätigkeiten und Ausbildungen. Denkbar ist etwa ein abgeschlossenes Ingenieurstudium im technischen Bereich und zusätzliche Theatererfahrung oder das Studium der Theatertechnik.

Weiterhin ist auch ein Studium in den Bereichen Medien-, Multimediatechnik, Ton-, Bild- oder Veranstaltungstechnik eine sinnvolle Grundlage. Aber auch die Ausbildung zum Meister der Veranstaltungstechnik mit der Fachrichtung Bühne oder Beleuchtung ist hilfreich. Bei vielen Stellenausschreibungen wird eine mehrjährige Berufserfahrung erwartet, aus der hervorgeht, dass der Bewerber bereits Führungsaufgaben übernommen hat.

Und der lange Werdegang kann sich lohnen. Denn technische Direktoren finden sowohl in Opern- und Schauspielhäusern, wie auch bei Konzertveranstaltern, Produktionsfirmen der Filmwirtschaft oder bei Fernsehsendern eine Beschäftigung. Ein anderer Bereich, in dem ein Technischer Leiter arbeiten kann, ist in Hotels oder bei Veranstaltungen. Denn auch hier müssen regelmäßig viele technische Abläufe koordiniert werden.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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