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Bauen & Wohnen

06. Dezember 2016 | 09:11 Uhr

Umweltbewusstes Gärtnern : Öko-Pflanzen auf dem Fenstersims

vom
Aus der Onlineredaktion

Nicht nur im eigenen Garten, sondern auch bei der Pflege der Zimmerpflanzen kann ein wertvoller Beitrag für die Umwelt geleistet werden

Die Freude an eigenen Pflanzen und Verantwortungsgefühl für die Natur lassen sich wunderbar kombinieren – und dies nicht nur im Garten. Auch bei der Pflege der Zimmerpflanzen müssen ökologische Aspekte nicht zu kurz kommen. Das gelingt etwa durch den Verzicht auf torfhaltige Erde sowie einige Kniffe bei der Düngung und Schädlingsbekämpfung. Darauf sollten umweltbewusste Hobbygärtner achten:

Torffreie Blumenerde

„Der Klassiker bei Blumenerde ist immer noch Erde mit Torfanteil“, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Doch der Torfabbau ist umstritten: Zum einen werden dadurch Moore – wertvolle Biotope und Lebensraum vieler Tiere – trockengelegt und abgebaut. Zum anderen werden auch jede Menge im Moor eingeschlossener Treibhausgase freigesetzt. „Man muss also als Verbraucher abwägen, ob man Klimaschädigung und Artensterben als ökologischen Preis für ein schnelleres Wachstum der eigenen Pflanzen bezahlen will“, sagt Heiermann.

Verbraucher, die bewusst auf torfhaltige Blumenerde verzichten wollen, finden im Handel torffreie oder -reduzierte Bio-Erden. Aber Heiermann betont: Das Wort „bio“ ist nicht geschützt. „Man sollte also unbedingt auf Bio-Siegel und die Inhaltsstoffe achten.“ Torffreie Erde trägt zum Beispiel das RAL-Gütesiegel und das Europäische Umweltzeichen. Aber man kann torffreies Substrat auch zu Hause gut selbst herstellen, erklärt Ulrich Hörner, Leiter der Gewächshäuser des Loki-Schmidt-Gartens der Universität Hamburg. „Diese lässt sich aus Gartenerde, Kokosfaser-Briketts, Kompost, Lehm, Gesteinsmehl und Hornspänen mischen.“ Weiterhin empfiehlt der Gärtnermeister generell einmal im Jahr die Pflanzen umzutopfen – um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu garantieren.

Kein Kunstdünger

Umweltbewusste Pflanzenfreunde verzichten auf synthetische Flüssigdünger. Das gelingt durch regelmäßige und effektive Zufuhr von natürlichen Nährstoffen. Das hat sogar Vorteile: „Beim biologischen Düngen hält die Freisetzung der Stoffe länger an“, erklärt Christian Engelke, Vorsitzender des Fachverbandes Raumbegrünung und Hydrokultur. „Als biologische Dünger bieten sich unter anderem Hornspäne, Guano, Knochenblutmehl und Gesteinsmehl an.“ Auch der Haushalt gibt einiges her, was den Pflanzen gut tut, Kaffeesatz etwa. Dessen Stickstoffgehalt fördert das Pflanzenwachstum und sein pH-Wert ist leicht sauer, was stark kalkhaltiges Gießwasser neutralisieren kann. Eine Alternative sind sogenannte Bokashi-Komposteimer aus Japan. In dem dichten Kübel mit Deckel werden Lebensmittelreste mit Hilfe von Mikroorganismen in flüssigen Dünger umgewandelt. Allerdings betont Engelke, dass man es auch mit dem biologischen Düngen nicht übertreiben darf.

Bio-Schädlingsabwehr

Bei aller Fürsorge in Sachen Düngung und Substrat – das ist kein Garant dafür, dass es nicht zum Schädlingsbefall bei den Zimmerpflanzen kommt. Aber auch dafür gibt es viele umweltfreundlichere Abwehrmittel. Engelke empfiehlt etwa Kaliseife oder Zitruspräparate, und Hörner rät zu Produkten auf Basis von Naturpyrethrum und Rapsöl. „Zur biologischen Schädlingsbekämpfung ist auch ein Sud aus Schmierseife geeignet, den man gegen Spinnmilben und Läuse einsetzen kann“, sagt Hörner. Ebenso sei der Einsatz von Nützlingen wie der Raubmilbe möglich. Engelke rät, hierzu Experten zu kontaktieren. Auch benötigen die Nützlinge oft eine hohe Luftfeuchtigkeit, was die Schimmelgefahr erhöhen kann.

 

 

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