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Bauen & Wohnen

25. September 2016 | 10:51 Uhr

Lesertelefon Extra : Geld nicht durch den Schornstein jagen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heizungsaustausch, Fördermittel oder Solaranlagen: Zahlreiche Leser nutzten gestern unser Telefonforum zum Thema „Energetisch bauen und sanieren“

Meine Frau und ich wohnen mittlerweile allein im Haus. Deshalb müssen nicht mehr alle Räume geheizt werden. Unsere Heizung ist älter als 20 Jahre. Würde sich ein Austausch lohnen? Gibt es für den Heizungsaustausch Fördermittel?

Auf jeden Fall lohnt sich eine neue Heizung, denn die neuen Anlagen brauchen weniger Energie. Wir empfehlen Gasbrennwerttechnik. Fragen Sie Ihren Installateur nach geeigneten Geräten. Es gibt von der bundeseigenen Förderbank KfW für den Heizungsaustausch einen zinsgünstigen Kredit oder einen Zuschuss. Den Zuschuss können Sie direkt bei der KfW beantragen. Er beträgt maximal zehn Prozent der förderfähigen Investitionskosten bei Einzelmaßnahmen. Die KfW-Förderung bekommen Sie nur, wenn bestimmte technische Mindestanforderungen eingehalten werden. Das muss wiederum ein von der KfW zugelassener Sachverständiger – Gebäudeenergieberater, Architekt, Handwerker – bestätigen.

Wir haben einen Energieausweis von 2009. Ist der jetzt noch gültig? Man hat uns angeboten, den alten Ausweis gegen eine Gebühr umzuschreiben. Sollten wir das machen lassen?

Das ist nicht nötig. Alle Energieausweise gelten ab Ausstellungsdatum zehn Jahre.

Bei uns wird jetzt eine Gasleitung gelegt. Gibt es dafür auch Fördermittel?

Wenn Sie jetzt Ihre Heizung auf Gas umstellen, können die Kosten für das Legen der Hausanschlussleitung mit gefördert werden. Erkundigen Sie sich bei der KfW.

Unser Dach muss dringend erneuert werden, es regnet schon manchmal durch. Gibt es Fördermittel?

Das Dach zu erneuern ist eine Einzelmaßnahme. Es gibt Zuschuss oder zinsgünstigen Kredit von der KfW dafür. Die Förderung gibt es nur dann, wenn Sie einen entsprechenden Sachverständigen mit ins Boot nehmen. Das heißt, die KfW fördert Maßnahmen nur unter bestimmten Bedingungen, deren Einhaltung der Sachverständige prüft.

Wir wollen die oberste Geschossdecke dämmen. Wo gibt es Fördermittel?

Fördermittel gibt es bei der KfW, möglicherweise auch beim Land Mecklenburg-Vorpommern. Fragen Sie beim Landesförderinstitut -LFI- in der Werkstraße 213 in 19061 Schwerin, Tel.: 0385/63 63 0.
Eine andere Variante wäre die Inanspruchnahme einer Fördermittelberatung. So eine kostenlose Beratung machen einige Bausparkassen. In dieser Beratung wird festgehalten, welche Maßnahmen Sie durchführen wollen und welche Fördermittel es unter welchen Bedingungen gibt. Dann haben Sie eine lückenlose Übersicht aller speziell für Sie infrage kommenden Förderungen.

Ich besitze ein altes Haus, es ist nicht mehr bewohnt. Ich will es verkaufen und brauche dazu wohl nach der neuen gesetzlichen Regelung einen Energieausweis. Wer stellt mir den aus?

Seit dem 1. Mai diesen Jahres ist bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie grundsätzlich ein Energieausweis erforderlich. Der Käufer hat das Recht, den Energieausweis in die Hand zu bekommen. Darin ist der Energiebedarf des Gebäudes ausgewiesen. Das Haus wird einer von neun Energie-Effizienzklassen zugeordnet – hoher, mittlerer, wenig Energieverbrauch usw. Im Zusammenhang mit dem Energieausweis werden Empfehlungen zur Einsparung von Energie ausgesprochen. Unter www.energie-effizienz-experten.de finden Sie eine nach Postleitzahlen geordnete Liste von Energieberatern, die berechtigt sind, solche Dokumente auszustellen.

Unsere Heizung ist 28 Jahre alt und wir brauchen eine neue. Welche Varianten gibt es, und was davon ist am ehesten zu empfehlen?

Empfehlen lässt sich aus der Ferne leider nichts. Wichtig ist, dass Sie sich umfassend informieren und unbedingt die Hilfe eines Energieberaters in Anspruch nehmen. Grundsätzlich zu entscheiden ist, ob Sie heizen wollen oder können auf Basis von Öl oder Gas oder, ob Sie regenerative Energien wie Biomasse oder Wärmepumpen nutzen wollen. Gut zu kombinieren sind Gasbrennwerttechnik und Solar sowie Wärmepumpen und Solar. Nicht überall jedoch sind Wärmpumpen möglich und sinnvoll. Unter Umständen ist dafür ein geologisches Gutachten erforderlich. Entscheidend ist auch der Energiebedarf – fünf Personen brauchen mehr als zwei. Falls Sie sich für Gasbrennwerttechnik entscheiden, können Sie unter 01806000157 Info-Material bestellen.

Ich wohne in einem Gebäude mit einem zweischaligen Mauerwerk. Wirkt sich die Luftschicht dazwischen schädlich auf die Feuchtigkeit im Mauerwerk aus? Welche Möglichkeiten der Wärmedämmung habe ich?

Es ist sinnvoll, die Luftschicht auszublasen mit Dämmstoff oder eine Außenwanddämmung anzubringen. Von einer Innendämmung raten wir ab, weil dadurch der Taupunkt nach innen verlegt wird. In diesem Fall müsste die Dämmung äußerst sorgfältig ausgeführt werden, sonst wird es in den Räumen feucht.

Wer kann mir grundsätzlich sagen, ob ich für energetische Maßnahmen am Haus eine Förderung oder sogar einen Zuschuss bekomme?

Einige private Bausparkassen bieten einen kostenlosen Fördergeldservice an. Das heißt, Sie gehen mit einem Kostenvoranschlag vom Handwerker zur Bausparkasse und die prüft, welche Fördermittel Sie für Ihre Maßnahmen vom Bund, vom Land und von der Gemeinde bekommen können.

Was kostet ein Energieausweis?

Für ein Einfamilienhaus kostet der bedarfsorientierte Energieausweis 300 bis 500 Euro.

Ich habe seit 2010 einen Bausparvertrag, bekomme die Wohnungsbauprämie und möchte das Geld nehmen, um neue Fenster zu kaufen. Ist das möglich?

Für Bausparverträge, die nach 2008 abgeschlossen wurden und auf die es Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage gibt, gilt: Die Bausparsumme darf ausschließlich wohnwirtschaftlich verwendet werden, wenn die staatliche Förderung erhalten bleiben soll. Neue Fenster gelten als wohnwirtschaftlicher Zweck.

Ich bin seit Jahren Mieterin. Muss der Vermieter mir den Energieausweis vorlegen?

Nein, das muss er nur, wenn er die Wohnung neu vermietet, verkauft oder das Haus verkauft.

Unser Bausparvertrag wird zuteilungsreif, aber die Summe reicht für die Sanierungsarbeiten, die wir vorhaben, nicht aus. Kann man Fördermittel der KfW dazunehmen?

Ja. Kombinationen aus KfW-Programmen, Bausparverträgen und Hausbankkrediten sind möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Bausparberater und sichern Sie sich die Fördermittel. Er kümmert sich dann in der Regel um das Gesamtpaket.

Wir haben ein 20 Jahre altes Haus gekauft und müssen sanieren, auch, was den Energieverbrauch betrifft. Wer sagt uns, was sinnvoll ist?

Ihnen ist eine energetische Vor-Ort-Beratung zu empfehlen. Die wird von sogenannten Gebäudeenergieberatern durchgeführt. Diese machen eine Bestandsaufnahme, Vorschläge für energetische Maßnahmen, und begleiten auf den Wunsch auch den Umbau. Sie müssen den Vorschlägen nicht folgen, haben aber durch die Beratung einen Überblick, wie Ihre Immobilie „energetisch drauf“ ist. Für diese Vor-Ort-Beratung gibt es Zuschüsse, wenn sie durch einen entsprechenden Berater erfolgt. Eine Liste von Beratern finden Sie unter www.energie-effizienz-experten.de – nach Postleitzahlen geordnet. Die Vor-Ort-Beratung kann bis zu 800 Euro für ein Einfamilienhaus kosten; ca. die Hälfte davon können Sie als Zuschuss bekommen von der bafa –Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Ist man verpflichtet, einen Sachverständigen hinzuzuziehen, wenn man KfW-Geld erhalten möchte?

Ja, wenn Sie die KfW-Förderung in Anspruch nehmen möchten, ist ein solcher Sachverständiger unabdingbar. Er muss in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes aufgeführt sein. Auch ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln ist die Beratung durch einen Sachverständigen äußerst nützlich.

Da unsere Heizung 20 Jahre alt ist, wollen wir eine neue einbauen lassen. Wir hatten vor drei Jahren einen Bausparvertrag abgeschlossen, der noch nicht in der Zuteilung ist. Was raten Sie?

Bausparkassen vergeben auch Sofortkredite. Das wäre eine Variante. Es kann unter Umständen auch sinnvoll sein, die Heizung mit dem Bausparguthaben zu bezahlen, über das Sie sofort verfügen können. Das würde zumindest Ihren Kreditbedarf senken. Fragen Sie bei der Bausparkasse auch nach einer Zwischenfinanzierung.

Muss man immer komplett sanieren, damit es sich energetisch lohnt?

Nicht immer ist eine Komplettsanierung wirtschaftlich vertretbar. Auch einzelne Maßnahmen wie Heizungsaustausch, Dachdämmung oder neue Fenster können sinnvoll sein. Konsultieren Sie einen Gebäudeenergieberater.

Worauf muss ich achten, wenn ich mir eine Einzelmaßnahme fördern lassen möchte?

Ihre Maßnahme – zum Beispiel Dämmung, Austausch der Fenster oder Außentüren, Austausch der Heizung oder Lüftungsanlage – müssen die technischen Mindestanforderungen erfüllen, und Ihr Haus muss vor dem 1. Januar 1995 gebaut worden sein. Dann können Sie das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ nutzen. Dabei können Sie zwischen einem zinsgünstigen Kredit bis zu 50 000 Euro oder einem Zuschuss bis zu 18 750 Euro je Wohneinheit nach der Sanierung rechnen.

Wir brauchen zur Sanierung unseres Hauses 20 000 Euro. Kann uns auch die Bausparkasse helfen?

Ja, Sie können ein Vorausdarlehen von der Bausparkasse bekommen. Das Geld erhalten Sie sofort, und parallel schließen Sie einen Bausparvertrag ab. Bis zu einer Kreditsumme von 30 000 Euro können Sie unter Umständen sogar ein Blankodarlehen erhalten – das heißt, die Bausparkasse verzichtet in der Regel auf einen Grundbucheintrag. Das spart Kosten.

Lohnt sich eine Solaranlage auf dem Dach?

Eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung kann sich dann lohnen, wenn Sie den Strom selber nutzen. Zusätzlich können Sie Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Allerdings wird die Vergütung dafür immer geringer. In Zukunft wird es möglich sein, den auf diese Weise erzeugten Strom auch kostengünstig zu speichern. Wichtig für Photovoltaik: Das Dach sollte nach Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet sein, und Bäume sollten auch künftig keine Schatten werfen.




 

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erstellt am 24.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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