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Auto & Verkehr

26. Februar 2017 | 16:09 Uhr

Neue Autos für Sie gefahren : Porsche übt den Spagat

vom
Aus der Onlineredaktion

Viersitzer Panamera der zweiten Generation bietet mehr Komfort und noch mehr Sportlichkeit.

Porsches neuem Panamera wohnen zwei Charaktere inne: Auf der Nürburgring-Nordschleife brannte der fünf Meter lange, für vier Erwachsene ausreichend große Luxuswagen die schier unglaubliche Rundenzeit von 7:38 Minuten in den Asphalt, aber auf Knopfdruck kann sich der Sportler in eine komfortbetonte Sänfte verwandeln – Luftfederung und elektronischem Fahrwerk sei Dank. Porsche nennt das den Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort.

Sämtliche Panamera-Motoren wurden ebenso wie das nun achtstufige Doppelkupplungsgetriebe neu entwickelt. Welch großen Schritt die Elektronik gemacht hat, belegt Baureihenleiter Gernot Göllner mit Zahlen: „Bei den 112 statt bisher 70 Steuergeräten im gesamten Fahrzeug haben sich Komplexität und Funktionsumfang von zwei Millionen auf 100 Millionen Zeilen Progamm-Code gesteigert.“

Auch sonst wurde extremer Aufwand getrieben: Für den 550 PS starken 4,0-Liter-V8-Turbo haben die Ingenieure 1000 mögliche Brennraumformen simuliert, ehe die Gestaltung des Spitzenmotors feststand. Und der Panamera 4S Diesel mit 422 PS und 285 km/h Topspeed wurde laut Porsche zum derzeit schnellsten Serien-Diesel der Welt. Gewaltige 850 Nm Drehmoment liegen hier ab 1000 U/min an.

Die Außenhaut des Panamera besteht erstmals komplett aus Alumiunium, was 70 kg Gewicht spart. Die neuen Sitze mit Zehn-Kammer-Druckmassage und 18-Wege-Verstellung sparen trotzdem 23 Prozent Gewicht. All dies schlägt mit mindestens 113  027 zu Buche. Das Topmodell Panamera Turbo kostet 153  011 Euro.

Wort halten Porsches selbsternannte Spagat-Künstler auch bei der Optik, bei der sich der Panamera dem Sportskameraden 911 annähert und im Innenraum. Trotz der um zwei Zentimeter abgesenkten Dachlinie bleibt im Fond für zwei große Erwachsene ausreichend Bein- und Kopffreiheit, der Kofferraum legt um 50 auf nun 495 Liter zu. Das Einsteigen allerdings verlangt im noch etwas tiefer liegenden Panamera einen gewissen Grad an Beweglichkeit.

Der 550 PS starke Turbo beschleunigt in exorbitanten 3,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, aber selbst im „Sport+“-Modus und mit gedrücktem „Sport Response Button“ ist der dann optimierten Leistungsentfaltung ein Rest an Zurückhaltung anzumerken. Entfaltung heißt eben nicht Explosion.

Porsche hat die so genannte „MSB-Plattform“ des Panamera nicht nur auf eine Langversion und einen sicher bevorstehenden Kombi ausgelegt. Vielmehr hat die Sportwagenmarke das Grundgerüst des Panamera auch gleich Cabrio tauglich gestaltet. Karosserie-Entwickler Ralf Göbel verrät: Schweller und Tunnel seien jetzt schon steif genug, um auch als Basis für einen offenen Viersitzer zu dienen. Es sei nur noch unklar, ob und wann der Luftikus kommt. Das wäre dann ein weiterer Ausfallschritt im immer extremeren Panamera-Spagat.

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