zur Navigation springen

Auto & Verkehr

06. Dezember 2016 | 11:12 Uhr

Elektroautos : Der Volks-Stromer soll 2020 fertig sein

vom
Aus der Onlineredaktion

VW stellt in Paris den elektrischen Nachfolger von Käfer und Golf vor. Mercedes zeigt eine E-SUV-Studie und Opel hat sein Batterie-Fahrzeug schon startklar

Ist das der Wendepunkt zum massentauglichen Elektroauto? Konkret wie nie propagieren die Automobilhersteller auf dem Pariser Salon (noch bis 16. Oktober) die Elektromobilität. Die Stromer waren schon auf früheren Messen ein großes Thema, doch zahllose Studien wurden nach einmaligem Auftritt auf der Glitzerbühne nie wieder gesehen. Was mit E-Antrieb auf die Straße kam, war mit mindestens einem der bekannten Probleme behaftet: zu teuer, zu wenig Reichweite, zu lange Ladezeiten.

Volkswagen will nach dem Diesel-Skandal ernst machen mit dem Einstieg in die Elektromobilität. Künftig soll ein Auto namens „I.D.“ der Botschaft des Konzern-Namens gerecht werden, als Nachfolger der Bestseller Käfer und Golf. Der elektrisch angetriebene Kompakte mit bis zu 600 Kilometer Reichweite soll 2020 marktreif sein.

Bislang hatte VW lediglich bestehende Modelle wie Golf und Up auf E-Antrieb umgerüstet. BMW hatte dagegen die Elektromobilität von Grund auf neu gedacht und mit dem i3 einen komplett eigenständigen Stromer konstruiert. Nun folgt VW diesem Beispiel: Der in Paris gezeigte Prototyp „I.D.“ bedient sich aus dem „Modularen Elektrifizierungsbaukasten“ (MEB), mit dem der Konzern ab 2025 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge pro Jahr produzieren will.

Der I.D. ist mit 4,10 Metern 16 Zentimeter kürzer als ein Golf. Weil aber der Radstand um 13 Zentimeter auf 2,75 Meter gestreckt wurde, der 125 kW/170 PS starke Elektromotor platzsparend an der Hinterachse montiert ist und die Akkus im Boden verschwinden, bietet der I.D. im Innenraum Platz und Raumgefühl wie ein Passat und 960 Liter Kofferraumvolumen.

VW will den Volks-Stromer zum gleichen Preis anbieten wie einen vergleichbaren Golf Diesel – das wäre nach aktuellem Stand ein GTD für rund 30  000 Euro. Der I.D. sprintet in acht Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 160 km/h Spitze. Der Lithium-Ionen-Akku kann mit Kabel oder induktiv geladen werden. 30 Minuten an einem Schnellladesystem sollen reichen, um die Batterie bis 80 Prozent zu befüllen.

Daimler zeigt in Paris eine Elektro-SUV-Studie, aus der bis 2019 ein Serienfahrzeug werden soll. Bis 2025 wollen die Stuttgarter mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge anbieten. Dafür schafft Daimler – analog zu BMW i – eine Submarke namens „EQ“, die ebenfalls eine eigene Architektur nutzt.

Die seriennahe Studie „Generation EQ“ lehnt sich äußerlich an aktuelle SUV-Verkaufsschlager an und wirkt wie ein auf Aerodynamik getrimmter GLC. Zwei E-Motorenmit zusammen bis zu 300 kW/408 PS lassen den EQ unter fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten. Als Reichweite nennt Mercedes bis zu 500 Kilometer. Im Wagenboden sind Lithium-Ionen-Zellen mit einer Kapazität von bis zu 70 kWh installiert, die mit Kabel oder induktiv geladen werden. Laut Hersteller reicht ein fünfminütiger Ladestopp für weitere 100 Kilometer Fahrt. Auch Mercedes will sich beim Preis an einem vergleichbaren Verbrenner-Pendant orientieren.

Während die einen ihre Studien feiern, hat Opel sein Elektro-Auto schon startklar. Ab 2017 ist der Ampera-e zu Preisen zwischen 32  000 und 35  000 Euro zu kaufen. Mehr als 500 Kilometer soll der auf dem Chevrolet Volt basierende Opel laut Norm mit einer Akkuladung laufen. „Wir sind mit dem Ampera-e von London nach Paris gefahren. Das sind 420 Kilometer, und wir hatten noch mehr als 80 Kilometer übrig“, sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 50 km/h in 3,2 Sekunden soll der elektrische Rüsselsheimer auch ein Spaßauto sein – mit reichlich Platz für fünf Personen und rund 450 Liter Kofferraum.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen