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25. Februar 2017 | 16:52 Uhr

Volontäre studieren - Verlage und FH Kiel gehen bei Ausbildung neue Wege

vom

Schwerin/FLENSBURG | Die Verlage der medienholding:nord, der schleswig-holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) und der Zeitungsverlag Schwerin (ZVS) - hier erscheinen unter anderem die "Schweriner Volkszeitung", die "Norddeutsche Neueste Nachrichten" und der "Der Prignitzer" - gehen neue Wege in der Journalisten-Ausbildung. Vom Wintersemester 2010/11 an startet an der Fachhochschule Kiel ein dreijähriger berufsbegleitender Master-Studiengang "Journalismus und Medienwirtschaft". Mit dem Studiengang betreten die Hochschule und die Verlagsgruppe bundesweit Neuland. sh:z-Chefredakteur Stephan Richter begründete die Initiative mit "erheblich gewachsenen Herausforderungen" in der Medienbranche. Dagegen habe sich die Ausbildung seit den 70er-Jahren praktisch nicht verändert. Als Beispiele führte er den wachsenden Bereich des Online-Journalismus und neue Recherchemethoden an.

A. Asghar Azmayesh, Sprecher der Geschäftsführung des sh:z, nannte bestmöglich ausgebildete Journalisten existenziell für die Zukunft der Zeitungen. Die bisher zweijährige Ausbildung reiche dazu nicht mehr aus. Die Medienhäuser werden ihre Ausgaben für die Volontärs- ausbildung bis 2013 nahezu vervierfachen.

Bisher bilden Medienunternehmen den journalistischen Nachwuchs in so genannten Volontariaten aus. Die sind in der Branche akzeptiert, führen aber nicht zu anerkannten berufsqualifizierenden Abschlüssen. Der neue Studiengang kombiniert die praktische Ausbildung im Verlag mit einem dreijährigen akademischen Vollstudium. Zulassungsvoraussetzung sind ein abgeschlossenes Studium und ein Volontärsvertrag beim ZVS.

Bernd Bleitzhofer, Geschäftsführer des ZVS, betonte, nur Qualitätsjournalismus biete Zeitungen eine gute Perspektive. Grundlage dafür sei eine exzellente Ausbildung in den Redaktionen, um im crossmedialen Wettbewerb mit der wachsenden Konkurrenz erfolgreich zu bestehen.

Drei Viertel des Studiums soll online laufen. Präsenzphasen an der Fachhochschule - etwa bei Vorlesungen - sollen auf Wochenenden konzentriert werden. Die tägliche Arbeit der Volontäre soll als Praxisanteil in das Studium einbezogen werden. Deshalb werden erfahrene Redakteure der Zeitungshäuser die Volontäre sowohl als Betreuer bei der Redaktionsarbeit unterstützen als auch gemeinsam mit akademischen Kollegen der FH als Lehrkräfte tätig werden, erklärt ZVS-Chefredakteur Dieter Schulz. Nach bestandener Prüfung steht der Master-Abschluss.

Den zusätzlichen Aufwand für das berufsbegleitende Studium bezifferte der Dekan des FH-Fachbereichs Medien, Prof. Bernd Vesper, mit etwa 20 Stunden in der Woche. Zu den Modulen des Studiums gehören Recherche, journalistisches Texten, Presse- und Medienrecht, TV- und Hörfunkjournalismus, aber auch Marketing und Betriebswirtschaft in Medienunternehmen. Damit können die künftigen Absolventen nicht nur in Redaktionen ihren Platz finden, sondern auch im kaufmännischen Bereich.

Der Präsident der FH, Prof. Udo Beer, zeigte sich erfreut, mit den Verlagen in Flensburg und Schwerin Kooperationspartner für die Weiterbildung gefunden zu haben, die nicht nur jeweils 20 Studierende für das Studium abordnen, sondern auch eine belastbare Finanzierung sichern.

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erstellt am 08.Jul.2010 | 09:43 Uhr

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