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Erster Schnee - gleich Chaos

05. November 2009 | von Hans-Jürgen Kowalzik/grie


Jana Irmscher räumte gestern den Schnee vor ihrem Haus in der Querstraße 1. "Dazu sind wir als Eigentümer verpflichtet, und dann erledigen wir das auch", meinte sie.

GÜSTROW - Gegen 9 Uhr begann gestern der Schneefall. Aber noch Stunden später waren besonders auf den Straßen in Güstrow keine Räum- und Streufahrzeuge zu sehen, ebenso nicht auf Bundes- und Landesstraßen. Die Straßen waren spiegelglatt. "Wir begannen um 12.30 Uhr mit dem Räumen. Gegen 14.30 Uhr waren die Hauptstraßen frei. Danach fuhren die zwei Streufahrzeuge in die Nebenstraßen", erklärt Wolfgang Körner, Betriebsleiter der Niederlassung Nordost Veolia in Karow. Der Betrieb hat im Auftrag der Stadt den Winterdienst auf 100 Kilometern Haupt- und Nebenstraßen übernommen.

Dass der Winterdienst zu spät reagiert habe, weist Hans-Peter Schröder vom städtischen Baubetriebshof zurück. "Seit gestern 10 Uhr waren wir mit allen Fahrzeugen im Einsatz", sagt er. Sechs Räumfahrzeuge und zudem Transporter kümmerten sich im Güstrower Stadtgebiet um Bürgersteige, Bushaltestellen, Straßenübergänge und die Fußgängerzone. Mit großen Bürsten räumten sie den Schnee weg und streuten Sand. "Auch heute ab 5 Uhr sind wir wieder mit 30 Mann im Einsatz, ob es schneit oder nicht - damit die Leute sicher zur Arbeit kommen", sagt Schröder.

Auch die FRG Hansa Güstrow bewertete den ersten Winterdiensteinsatz positiv. Allerdings verwunderte die Aussage von Betriebsleiter Manfred Montschko: "Wir rücken nach Ende des Schneefalls aus. Das besagt die Straßenreinigungssatzung."

Bei der Güstrower Omnibusgesellschaft teilte man gestern diese optimistischen Aussagen keineswegs. "Wir kamen bis in den Nachmittag hinein mit unseren Bussen nicht so richtig vorwärts", berichtete Fahrmeister Holger Dietrich. Die Stadtbusse verspäteten sich bis zu 15 Minuten.

Die größten Staus gab es auf der Landesstraße in Gutow. Um 10.40 Uhr geriet in der Baustelle ein Lkw in die Leitplanken. Seine Bergung dauerte bis in die Nachmittagsstunden. Die Straße blieb voll gesperrt. Dietrich: "Einer unserer Busse sollte um 12.45 Uhr schon wieder die Rücktour aus Goldberg antreten. Um 13.30 Uhr stand er immer noch im Stau Richtung Goldberg." Über eine Stunde ging zwischen der Autobahnabfahrt Glasewitz und Glasewitz nichts. Dort landete ein Lkw im Graben.

Das Straßenbauamt Güstrow, das für den Winterdienst auf den Bundes- und Landesstraßen verantwortlich ist, sprach gestern auch davon, dass das Räumen der Straßen problemlos anlief. Allerdings schätzte Dezernent Ronald Normann ein, das man wie im Falle Gutow zu dem Zeitpunkt nicht mit den Fahrzeugen herangekommen sei. Das gehe nun einmal nur nach und nach, so Normann.

Rechtzeitig sei die Straßenmeisterei des Landkreises gestartet, meinte Amtsleiter Burkhard Krause. Ab 10.30 Uhr waren vier Lkw auf den 420 Kilometern Kreisstraßen unterwegs, um Schnee und Eis zu beseitigen.

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Leserkommentare

 
FRIEDEL WOLF 05.11.2009 07:29
Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder ist der Räumdienst genau an der Stelle gerade nicht rechtzeitig, wo jemand nur darauf wartet, über den Räumdienst zu meckern.

PAPABAER 05.11.2009 07:58
1. Schnee - gleich Chaos

Wie tönte der Verkehrsminister noch am Vortag: Wir sind gerüstet für den Winter.
Hat man am gestrigen Tag gesehen. Kein einziges Räumfahrzeug auf Güstrows Strassen. Danke

MIKE ARNDT 05.11.2009 09:01
Toller Räumdienst!

Jedes Jahr das gleiche, der erste Schnee auf den Straßen und weit und breit kein Räumdienst.Die A20 im Raum Wismar war bis gestern Nachmittag eine Schneebahn, auch auf den Bundesstraßen 105 und 106 waren keine Räumdienste unterwegs. Wie steht denn unser Minister dazu?

WINTERPOET 05.11.2009 09:51
Falscher Anspruch?

Vielleicht sollte sich der eine oder andere mal Gedanken über sein Anspruchsdenken machen!? Etwas mehr Gelassenheit wäre m.E. angebracht.
Zum einen war der Wintereinbruch angekündigt, trotzdem waren aber viele Fahrer mit Sommerreifen unterwegs! Vielen Autofahrern fehlt hier im Norden auch die Erfahrung mit Schnee und Eis. Da hilft auch der beste Winterdienst nicht weiter, wenn viele trotz gut zu befahrender Strecke vor einem 'herzuckeln'. Aber lieber langsam aber sicher zu spät, als zu schnell und dann evtl . gar nicht ankommen!
Zu anderen können die Räumdienste auch nicht überall gleichzeitig anfangen! Und für jeden erdenklichen Fall ausreichend Personal und Material für den Winterdienst vorzuhalten, widerspricht jederwirtschaftlichen Vernunft. Zumal diese Kosten ja wieder irgendwie auf alle Steuerzahler umgelegt werden müssen. Dennoch stellt sich uch mir die Frage, warum man in Güstrow grundsätzlich erst NACH dem Schneefall mit Räumen beginnt.
Also hier mein Appell: Seid gelassener im Umgang mit den Folgen der Witterungsverhältnisse!



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