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Ein Schild verspricht Luxus und nichts passiert

30. Juli 2010 | von Steffen Oldörp


Bisher hat sich nichts getan am alten Militärstützpunkt in Boltenhagen.

NORDWESTMECKLENBURG - Zwei Vier-Sterne-Hotels hat Boltenhagen bereits. Ein weiteres ist seit langem geplant. Für 40 Millionen Euro soll der alte Militärstützpunkt im Ortsteil Tarnewitz in ein Luxushotel umgebaut werden. Hier hatten die Grenztruppen bis zur Wende ihren Sitz. Heute ist das Gebäude ein Schandfleck. Die Fenster sind zerschlagen, der graue Putz bröckelt. Neben dem Haus steht ein großes, rotes Schild: Darauf ist zu lesen: Ab Herbst 2009 entsteht hier ein Wellness-Hotel der Extraklasse. Passiert ist bislang allerdings nichts. Boltenhagens Bürgermeister Olaf Claus sagt: "Wir haben einen städtebaulichen Vertrag mit der Tarres Entwicklungsgesellschaft abgeschlossen. Und da stehen Termine drin. Diese Termine sind abgelaufen. Das heißt, dieser Vertrag kann so nicht mehr umgesetzt werden wie es beabsichtigt war."

Mehrere hundert Tausend Euro hat die Tarres-Projektgruppe schon investiert. Zum Beispiel um Fledermäuse umzusiedeln - die unter Naturschutz stehen. Geplant war eigentlich ein Wellnesshotel mit 550 Betten und 20 Ferienhäusern. Nun droht dem Bau des Vier-Sterne-Hotels möglicherweise das Aus. "Leider gab es in den vergangenen Jahren eine weltweite Finanzkrise. Und die ist auch an diesem Projekt nicht spurlos vorbei gegangen. Es ist gegenwärtig sehr schwierig, Hotelprojekte finanzieren zu lassen. Die Banken sind da sehr vorsichtig", sagt Claus.

Die Gemeinde hat den Bebauungsplan inzwischen sogar aufgehoben. Aus rechtlichen Gründen. "Man kann das jederzeit wieder in Kraft setzen durch einen Beschluss der Gemeindevertretung, wenn denn ein neuer Betreiber da ist, denn gegenwärtig ist dieser Vertrag hinfällig." Der Projektträger, die Tarres-Gruppe, wollte sich übrigens nicht äußern. Boltenhagens Bürgermeister Claus ist aber trotz der aktuellen Schwierigkeiten sicher, dass Boltenhagen ein weiteres Luxushotel der Extraklasse bekommt. "Ich glaube fest daran, dass dieser Standort zu einem Hotelstandort wird. Ob das mit dieser Gesellschaft klappt oder ob die sich jemand anderen suchen, das ist eigentlich zweitrangig, denn letztendlich möchte die Gemeindevertretung, dass wir dort an dieser Stelle ein Hotelprojekt ermöglichen." Inzwischen soll es sogar einen neuen Betreiber geben, sagt Claus. Allerdings gibt es weiterhin noch keine Bank, die für das Vier-Sterne-Hotel einen Kredit geben möchte. Deshalb stehen Urlauber wohl auch künftig vor einem Bauzaun und blicken auf einen Schandfleck, wenn sie in Höhe der ehemaligen Kommandantur der Grenztruppen zum Strand wollen.

 

 

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