zur Navigation springen

Kultur MV

30. Juli 2014 | 11:02 Uhr

Baufällig : Landrat schließt heute Theater Parchim

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Volkstheater in Rostock schon zweites Theater im Land bautechnisch gesperrt

Probleme mit der Statik, unzureichender Brand- und Blitzschutz, gefährliche Fluchtwege: Landrat Rolf Christiansen verfügt nach Informationen unserer Zeitung heute die Schließung des Mecklenburgischen Landestheaters in Parchim aus Sicherheitsgründen. Baugutachten in Vorbereitung einer umfassenden Sanierung hatten die Mängel ans Licht gebracht. Bereits in den vergangenen Wochen musste der Fundus vom Dachboden geräumt werden, weil sich die Decke im Großen Saal als instabil erwies. Seit Jahren darf die Empore nicht mehr genutzt werden.

Anzeige
Anzeige

Parchims Landrat Christiansen bestätigte gestern unserer Redaktion: „Es ist in der Tat so, dass wir hinsichtlich der Bausituation handeln müssen.“ Einzelheiten sollen heute auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Christiansen informierte am Mittwochabend den Kreisausschuss.

Theaterintendant Thomas Ott-Albrecht muss bis heute kurzfristige Ersatzlösungen suchen. Waren gestern noch Gymnasialschüler aus Gadebusch im einzigen Jugendtheater des Landes und sahen sich „Faust I“ an, so weicht das Ensemble heute für das Stück „Traumjobs“ ins Atrium des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow aus. Ott-Albrecht: „Ich habe mit dem Bürgermeister in Ludwigslust gesprochen und bin auf großes Verständnis gestoßen. Dort können wir die Stadthalle nutzen. Wir werden die Remise im Landratsamt aufrüsten und die Stadthalle in Parchim bespielen.“ Der Weiterbetrieb der Theatergaststätte als Spielort wird noch geprüft.

Nach der Schließung des Großen Hauses am Volkstheater Rostock 2011 ist schon das zweite Theater im Land so weit heruntergekommen, dass es bautechnisch gesperrt werden muss. Dabei hat das Landestheater Parchim ein äußerst erfolgreiches Jahr hinter sich. In 296 Vorstellungen wurden 31 000 Besucher gezählt. 16 000 davon im eigenen Haus, 50 Prozent bei Gastspielen. Einzelne Vorstellungen wie „Ekel Alfred“ sind über Monate auch jetzt ausverkauft. Auf einer Diskussionsveranstaltung am Mittwochabend im Staatstheater Schwerin hatte der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Professor Klaus Zehelein, das kleine Theater als „hervorragendes Ensemble“ hervorgehoben.

Das Kultusministerium sieht die Zukunft des Landestheaters in der Fusion mit Schwerin bei Beibehaltung der Spielstätte in Parchim. Dafür hatte Minister Mathias Brodkorb (SPD) zunächst für die Kabinettsvorlage 99/13 drei Millionen Euro Bauhilfe für das Theatergebäude in Aussicht gestellt, die dann aber auf Drängen der CDU herausgenommen wurden. Landrat Christiansen hält an der Sanierung fest. Es wird mit einer Bauzeit von drei Jahren gerechnet, die das Ensemble an anderen Spielorten überbrücken will. Kreisausschussmitglied Thomas Heldberg (FDP): „Trotz der akuten Situation brauchen wir eine tragfähige Sanierungs- oder Neubaulösung, aber keine Schnellschüsse.“

 

von ESKA
erstellt am 16.Jan.2014 | 21:05 Uhr

Diskutieren Sie mit.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Steuervorteil : Vom Gegner zum Profiteur des Splittings

Dass sich der SPD-Chef dazu bekennt, vom Ehegattensplitting profitiert zu haben, dürfte innerparteilich kaum gefallen.

Anzeigenmärkte