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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

31. Juli 2016 | 07:28 Uhr

Soziales : Zahl Bedürftiger steigt stetig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Statistik für 2014: Im Landkreis gut zehn Prozent mehr. Die sogenannten „Laufenden Hilfen zum Lebensunterhalt“ sind wichtiges Element, um der Entwicklung gegenzusteuern.

Hilfe vom Staat. Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf Gelder aus den Sozialtöpfen des Bundes angewiesen. Neben dem Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) für Arbeitssuchende gibt es verschiedene Hilfearten der Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) XII: So unter anderem auch „laufende Hilfe zum Lebensunterhalt“ (HzL), also Sozialhilfe im engeren Sinne. Bundesweit kletterte die Empfängerzahl dieser Hilfeart auf einen neuen Höchststand. Und wie sah es im Kreis Ludwigslust-Parchim aus? Hier waren zum Stichtag Ende 2014 insgesamt 1491 Menschen auf HzL-Gelder angewiesen, 138 mehr als ein Jahr zuvor.

Laut Statistik erhielten in Mecklenburg-Vorpommern zum 31. Dezember 2014 insgesamt 11 652 Kinder, Männer und Frauen diese Unterstützung (Vorjahr: 10 901), bundesweit waren es 382 500 Empfänger (Vorjahr: 370300). Die HzL unterstützt Menschen, die weder Anspruch auf Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) noch auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung haben. Auch Minderjährige unter 15 Jahren, die nicht im Haushalt der Eltern, sondern bei Verwandten leben, sind anspruchsberechtigt, wenn Einkünfte fehlen. Ebenso Bewohner in stationären Einrichtungen der Pflege, Altenhilfe oder Eingliederungshilfe für Behinderte, deren eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, die Kosten der Unterkunft zu zahlen. Im Kreis Ludwigslust-Parchim lebten 1098 aller 1491 HzL-Empfänger in einem Alten- oder Pflegeheim, also ein Anteil von rund 74 Prozent. Bundesweit lag diese Quote bei gut zwei Dritteln.

Die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt soll den Grundbedarf decken, mehr nicht. Dazu zählen nach Paragraph 27a des Sozialgesetzbuches „insbesondere Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, persönliche Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie Unterkunft und Heizung“. Zu den persönlichen Bedürfnissen des täglichen Lebens gehört in vertretbarem Umfang auch eine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Für Schülerinnen und Schüler umfasst der notwendige Lebensunterhalt dem Gesetz zufolge auch „die erforderlichen Hilfen für den Schulbesuch“. Somit leistet die HzL nicht nur ein physisches Existenzminimum, sondern strebt einen soziokulturellen Mindeststandard an, der eine angemessene Teilnahme am gesellschaftlichen Leben einschließt.

Zwar spielen die rund 382000 HzL-Empfänger gemessen an bundesweit insgesamt rund 2,8 Millionen Sozialhilfeempfängern im Jahr 2014 eine vergleichsweise kleine Rolle. Doch stehen sie symbolisch für die Zunahme der Hilfebedürftigen. Denn bundes- und landesweit sind immer mehr Bürger auf diese spezielle Sozialleistung angewiesen, weil sie sonst durch die Maschen des sozialen Netzes fallen würden. Und im Kreis Ludwigslust-Parchim? Gegenüber dem Vorjahr mit 1353 kletterte hier die gesamte Empfängerzahl um 138 oder 10,2 Prozent. Geht man ein weiteres Jahr zurück, lag die Empfängerzahl damals bei 1295 (Dezember 2012) und weitere zwölf Monate zuvor bei 0 (Dezember 2011).

Blickt man auf das Alter der Empfänger, waren bei uns zuletzt 170 jünger als 18 Jahre. Weitere 993 im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren und 328 hatten den 65. Geburtstag bereits hinter sich. Insgesamt sieben ausländische Empfänger bezogen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt, was einen Anteil von rund 0,5 Prozent bedeutet (Bund: 6,6 Prozent). Nicht nach Pass, sondern nach Geschlechtern betrachtet sagen die Zahlen, dass die Bedürftigkeit bei uns eher männlich als weiblich ist. Die 669 Empfängerinnen in Kreis Ludwigslust-Parchim entsprechen 44,9 Prozent der Gesamtzahl.

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erstellt am 22.Feb.2016 | 19:53 Uhr

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