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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

11. Dezember 2016 | 09:04 Uhr

Kultur : Treffpunkt „geistig Interessierter“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Jahreshauptversammlung des Kultur- und Heimatvereins Dobbertin wurde mit einem musikalischen Abschluss gekrönt. Für die weitere Arbeit sind historische Fotos nötig.

Dem Park, knapp vor dem Gemeindezentrum Dobbertin, wurde ein neues Glanzlicht aufgesteckt: ornamental gestaltete Stelen der Metallbildhauerin Takwe Kaenders aus Rothen begrüßen dort seit diesem Herbst Spaziergänger und Gäste. Dies und die Werke weiterer Künstler entstanden auf der Dobbertiner Kunstwoche 2016, einer Initiative des Dobbertiner Kultur- und Heimatvereins. Kaenders Werke erhielten allgemein die „größte Zustimmung“, berichtet der erste Vorsitzende des Vereins, Horst Tober. Nun sind sie beständige Einrichtungen des Parks geworden.

Was die Orte auf dem Land ihren Kultur- und Heimatvereinen zu danken haben, wurde naturgemäß auch auf der Jahreshauptversammlung in Dobbertin greifbar. Die Vereinsaktionen stiften Gemeinschaft, machen die Orte attraktiver, holen Kunst ins Dorf, sprengen mit Festen den Alltag und mit organisierten Reisen den heimatlichen Horizont. Und lauscht man an diesem Abend den Berichten des ersten Vorsitzenden Tober und des Bürgermeisters Dirk Mittelstädt, so ergibt sich genau dieses Bild: Ein Jahr mit an die 20 verschiedenen Aktionen (neben den regelmäßig stattfindenden wie Linedance-Proben etc.) liegt hinter dem Verein und ein ebensolches ist für 2017 bereits projektiert. „Wir sind ein Sammelbecken für alle geistig Interessierten“, sagt Tober selbstbewusst. Und blickt man sich um, so ist der Gemeindesaal respektabel mit Interessierten besetzt. Etwa 40 von insgesamt 70 Vereinsmitgliedern sind gekommen, den Rest, meint Tober, habe die Grippe im Griff.

Ein Herzstück der Vereinsinteressen ist nach wie vor die Ausstellung zur Heimatgeschichte, die in einem gesonderten Raum des Gemeindezentrums entsteht. 2000 Euro Subvention wurden dafür vom Kultusministerium zugesagt (wir berichteten) und just am Tag der Versammlung hat Horst Tober noch einmal zwei Dokumente – einen Registerauszug und einen Feststellungsbescheid vom Finanzamt – als letzte Tat des bürokratischen Marathons nach Schwerin geschickt. Jetzt werden die Gelder fließen. Renovierung des Raums und Aufbau der Ausstellung liegen auch in den letzten Zügen, so der Erste Vorsitzende. Noch vor Jahresende werde die Schau eröffnet. Nebenbei bat Bürgermeister Mittelstädt im Hinblick auf eine möglichst dichte Aufarbeitung und Dokumentation der Ortsgeschichte noch einmal ganz dringlich darum, für die Ergänzung der Datenbank historische Photos zwecks Digitalisierung zur Verfügung zu stellen. Die wertvollen Fotodokumente werden danach auf jeden Fall zurückgegeben.

Alles in allem: Der Jahresverlauf 2016 war zufrieden stellend, die Kasse stimmte, kleinere Sorgen bleiben nie aus. Und im nächsten Jahr geht es wieder weiter mit Winterwanderung, Tannenbaumverbrennen, Frauentagsfeier, einer Tagesfahrt an den Nord-Ostseekanal, mit Countryfest, Pilzwanderung, Adventsbasar und manch anderem. Am 24. Februar wird ein Konzert mit Sängerin Carmen Orlet zu hören sein, die im vergangenen Sommer im Mestliner Kulturhaus anlässlich ihres Konzerts mit Songs deutscher Liedermacher aus der Vor-Wende-Zeit große Begeisterung erntete. Und Musik löste denn auch die Atmosphäre nach der Vereinssitzung. Das „Ensemble Nachtigall“, aus Rumänien stammende Musiker, die schon länger in Schossin leben, spielten vorzugsweise fetzige Tanzfolklore aus verschiedenen Ländern und pusteten die Ohren der Jahreshauptversammelten ordentlich durch. Das tat gut.



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