zur Navigation springen

Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

07. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

Berufliche Orientierung Wangelin : Schlagwort und reale Chance

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Anschluss an Workcamps 2016 Tagung „Berufliche Orientierung für Nachhaltigkeit – Perspektive für den ländlichen Raum” in Wangelin

Was dient der Entwicklung des ländlichen Raums? Welche Alternativen, Ergänzungen zu Tourismus und den herkömmlichen Betriebsformen sind denkbar? Die „Kunst des Bleibens“, so Wolf Schmidt, Stiftungsratvorsitzender der mecklenburgischen AnStiftung, hat in diesem Bundesland auch einiges mit seinem Kulturschaffen zu tun. Ein kulturell waches Land ist zudem für Firmengründer und Investoren anziehend. Ein anderes Feld mit Potential für den ländlichen Raum bieten „neue” umweltschonende Berufe. Und so wird in der Vereinskultur des FAL in Wangelin neben der Förderung der Künste und des Kunsthandwerks auch das zarte Pflänzchen so genannter „grüner“ Berufe aufgezogen.

Der Beamer im Wangeliner Lehmhaus projiziert „Nachhaltigkeit“ auf die Leinwand und „Es gibt kein Weiter so“. Dazu existiert ein ESF-Bundesprogramm, in ministerieller Schönheit überschrieben mit „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE.“ Finanziell gefördert wird das Programm vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Auch oder vor allem junge Menschen auf der Suche nach dem für sie passenden Beruf sind eingeladen, sich in entsprechenden Projekten auszuprobieren. Eines dieser Projekte übernahm der Wangeliner FAL in Trägerschaft: Die „Wangeliner Workcamps“. In diesem Jahr wurden unter Leitung der Berlinerin Uta Herz vier Camps mit insgesamt 60 Teilnehmenden organisiert. Themen waren die ökologische Restaurierung eines alten Hauses, Bau von Lehmbacköfen, Upcycling und Selbstversorgung aus der Streuobstwiese. Unter der Ägide der Landesarbeitsgemeinschaft MV „Arbeit und Leben“ fanden nun in Wangelin ein Rück- und Ausblick statt. Ausblick nach vorne auch, da die Workcamps für den Zeitraum von drei Jahren, also noch bis 2018, geplant sind.

Kernstück des ersten Tagungstages war naturgemäß die Vorstellung der Arbeitsergebnisse diesen Jahres. Ein Beispiel mag hier für etliche stehen: Der junge Nils Giering war eigens aus Greifswald angereist, um seine Erfahrungen aus zwei Workcamps mitzuteilen. Auf einem Umweltfestival in Berlin hat er von den Camps erfahren, dann am Upcycling teilgenommen und sich auf die Spur der originalen Restaurierung der Lehmfachwerkwand eines alten Hauses gesetzt. Sein Resüme war überaus positiv. „Ohne Druck habe ich mich ausprobieren, die Werkstoffe Holz und Lehm kennen lernen können”, sagte er vor versammelter Tagungsmannschaft. Aus wiederverwendetem Holz baute er im Upcycling-Kurs ein kleines Häuschen. An einer äußerlich ziemlich phantastischen Upcycling-Toilette hat er ebenfalls mitgewirkt. Hier hat sich die Phantasie der jungen Leute richtig austoben können, sind alte Schallplatten, CDs, Flaschenböden, Holz und Lehm verbaut worden. Absschließen sagt Nils: „Im nächsten Jahr komme ich auf jeden Fall wieder.”

In einem Nachsatz sei noch erwähnt, mit welcher Energie der junge Flüchtling Ammar Oberd für die Gruppen der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die an der Tagung (zuvor an Workcamps) teilnahmen, ins Arabische übersetzte. So ganz nebenbei fand in den Workcamps und auf der Tagung also auch Integration statt.

Die Workcamps bieten Unterbringung vor Ort und richten sich an junge Leute zwischen 16 und 24 Jahren. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Anmeldung und weitere Infos unter: Wangeliner Workcamps – eine grüne Idee von Zukunft, Telefon 0387 37 / 3 37 99 - 2.







 

zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2016 | 08:54 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen