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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

04. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Einbrüche in Lübz : Raubzug durchs Gartenidyll

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Kleingärtner des „Eldestrand e.V.“ sorgen sich – 2016 kam es vermehrt zu Einbrüchen

Der Himmel über der Lübzer Brauerei ist grau. Im Schatten der Firma liegt die Kleingartenanlage „Eldestrand e.V.“. Es nieselt und gelbe Blätter fallen in den Garten von Jana Studier-Meyer. Sie ist Vorstandsvorsitzende des Vereins und sorgt sich um ihren geliebten Rückzugsort.

Studier-Meyer steht unter ihrer überdachten Terrasse und räumt einen Einkochautomat vom Tisch. Das Gerät versteckt sie schon längst nicht mehr. „Das Ding kann ich ruhig stehen lassen, sonst wäre es schon lange geklaut worden“, erzählt sie.

Gestohlen wird wie im Selbstbedienungsladen. Heckenscheren, Schubkarren oder Kinderspielzeug. Die Kleingärtnerin zeigt auf ein Nachbargrundstück. Dort genügte es den Dieben nicht nur zu klauen. Sie kochten sich sogar ihr Abendbrot in der fremden Hütte. „Unser Nachbar fand vor einiger Zeit offene Konservendosen und einen benutzten Topf in seiner Laube. Das hinterlässt ein unangenehmes Gefühl“.

Bis vor zwei Jahren gingen die Einbrüche im Eldestrand e.V. zurück. Doch seit einem Jahr mehren sich die Vorfälle. Selbst zur Hochsaison im Sommer kam es zu zehn Einbrüchen. „Obwohl so viele Mitglieder im Garten sind, wenn es warm ist. Das ist schon dreist.“

Sie läuft über den weichen Boden ihres Gartens vor zum Hauptweg und schließt die Tür. Oft beobachtet sie unbekannte Personen, die in den Garten stieren. „Man bekommt das Gefühl, ausgespäht zu werden. Als ob man das nächste Ziel sei. Ich versuche die Leute dann direkt anzusprechen“, verrät sie.

Über die Täter brodelt die Gerüchteküche in den Lauben. Die Kleingärtner spekulieren, dass es Jugendliche sein könnten. Bei einer anderen Einbruchserie glaubte man allerdings, hier wolle sich jemand den eigenen Garten mit Diebesgut einrichten. „Grillzubehör, Besteck und einen Tisch nahmen sie mit„ berichtet die Vorsitzende.

Sie steht am Ende des matschigen Weges und blickt auf die aufgereihten Kleingärten. Die wenigsten Mitglieder gehen nach einem Einbruch zur Polizei. Hat doch keinen Sinn – die kriegen sie nie, heißt es oft. Solche Aussagen verärgern Studier-Meyer. „Ohne eine Anzeige erfährt es die Polizei doch auch nie.“

Polizeisprecher Klaus Wiechmann aus Ludwigslust kann der Vereinschefin nur zustimmen. „Erst eine Anzeige berechtigt uns überhaupt aktiv zu werden und DNA-Spuren zu suchen. Wir hatten einen Fall, bei dem wir den Täter drei Jahre später festnehmen konnten. Dank der Anzeige. Wir bieten auch Fachberatungen zur Sicherung an“, so Wiechmann.

Die Kleingärtner schützen ihre unscheinbaren Lauben auch ohne Polizei mit viel Aufwand. Jana Studier-Meyer verlässt das Gelände und tritt auf die Straße. „Wir haben Alarmanlagen, Kameras und Lichtsensoren. Wo und bei wem verrate ich aber nicht.“ sagt sie und schmunzelt. „Ich hoffe trotzdem, mehr Mitglieder erstatten in Zukunft Anzeige, falls es wieder zu einem Einbruch kommt.“

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erstellt am 31.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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