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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

08. Dezember 2016 | 19:09 Uhr

sanierungsarbeiten am gutshaus welzin : Objekt der Begierde auf dem Lande

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Gutshaus Welzin mausert sich zur „Kooperative“: Verein und Berufsschule aus Berlin treiben die Sanierung des Fachwerkbaus voran

Das Welziner  Gutshaus hat es den Berlinern ganz offensichtlich angetan: 2010  vom Actiontouren e.V. gepachtet, gingen hier mittlerweile  sechs „Bausommer“ ins Land, in denen  immer so  um die  20 Berliner  Kinder unter Anleitung an Grundstück und  Haus arbeiten. Duschen und Öko-Toiletten entstanden so schon,  ebenso ein Teich und eine   Lagerfeuerstelle,  alte Bauwagen  wurden aufgearbeitet und zu Drei- und Vier-Mann-Unterkünften aufgemotzt,  die alten Fenster an der Rückfront des Gutshauses  ausgebaut… Das Ziel des Vereins ist klar:  Das alte Gutshaus von Kindern  für Kinder   zu sanieren, es wieder  mit Leben zu erfüllen und (nicht zuletzt zur Freude der Gemeinde)  vor dem Verfall  zu retten.  Vom ursprünglichen Zeitfenster 20 Jahre sind noch  13 übrig. Und  immer noch  mehr als genug Arbeit. 

Vor  zwei Jahren  fügte sich,  von dem  Frederik Kraft, ehrenamtlicher Geschäftsführer  von Actiontouren, meint, das sei „das Beste, was    uns passieren konnte“. Denn,  dass   Kinder  –  auch wenn  sie noch so interessiert sind und Anleitung haben – ein  Fachwerkhaus ganz allein sanieren  können,  ist  kaum anzunehmen. Und so  plante der Verein  ohnehin,   für  die diffizilen Arbeiten  Fachfirmen  zu engagieren.

Eine „Kooperative“  ließ umdenken: Der Verein  für Kinder bekam Kontakt  zur Berufsschule  „Martin Wagner“ in Berlin und hier  zum Oberstufenzentrum Bautechnik II.   Die wieder  ist  Schmiede für Zimmerer, Maurer und Bauzeichner. Zehn  Lehrlinge des zweiten Lehrjahres  waren  in den letzten zwei Wochen    an zwei Tagen mit  drei Fachlehrern nach Welzin  gekommen,  machten eine Bestandsaufnahme   an Haus und  Grundstück und nahmen    Aufmaß am Anbau des Haupthauses. „Der  soll   nächster Sanierungsabschnitt  sein und   im kommenden Sommer  von unseren Auszubildenden realisiert  werden“, erklärt Robert Peterseim. Während die Zimmerer   jetzt schon  einen ersten Blick auf den Zustand des Ständerwerks   aus Eichenholz  warfen, um zu sehen, was  erhalten bleiben  kann, was   erneuert werden muss,   ist es Aufgabe der Bauzeichner, exakte Bauzeichnungen  anzufertigen. Und bevor  die Klassen der  jetzt delegierten  Lehrlinge  2017   auf dem Gutshof  ihre  Zelte aufschlagen, müssen sie   auch  den kompletten Materialbedarf  ermittelt  haben. 

„Nicht  nur für den Verein  auch für uns   ist  das Gutshaus   ein echter Glücksfall“,     räumt Oliver Peters, Fachlehrer bei den Zimmerern, ein.  Die Lehrlinge der Berliner Martin-Wagner-Schule,  die in der Praxis aufgrund  verschiedener Ausbildungsbetriebe auf  ganz unterschiedlichem Stand sind,  haben  hier  nun ein Objekt, „an dem sie gemeinsam arbeiten und sich beweisen  können.“  Auf  den Baustellen ihrer Ausbildungsbetriebe, räumt auch Lehrerkollege Rik Steinert ein, würden die Azubis   an so etwas  überhaupt nicht rankommen.

Der Berliner Actiontouren  e.V. plant aktuell noch mit  13  rustikalen vor allem  aber lehrreichen Bau(ferien)sommern.  Und auch die  Berliner Berufsschule   kann  sich  eine längerfristige  Kooperation an ihrem  Objekt der Begierde auf dem Lande vorstellen.  „Für unsere  Lehrlinge bietet  dieses Projekt  beste Voraussetzungen.  Vergleichbares ist in Berlin  kaum vorstellbar“, so Robert  Peterseim.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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