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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

06. Dezember 2016 | 11:13 Uhr

Ranglistenregatta : „Nevellüücht“ up den Plauer See

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Letzte Ranglistenregatta in der paralympischen Bootsklasse 2.4mR. Segellegende Ulli Libor holt den Wanderpokal bei Hai-Live-Veranstaltung

In der paralympischen Bootsklasse 2.4mR fand nun schon traditionell die letzte Ranglistenregatta des Jahres – die sogenannte „Nevellüücht Regatta“ – auf dem Plauer See statt. Nur in dieser Bootsklasse können Segler mit und ohne Handicap in Wettkämpfen gegeneinander antreten.

So fanden sich am vergangenen Wochenende Sportler aus ganz Deutschland und etlichen Nachbarländern an der „Marina & Segelschule“ Plau und im Stadthafen des Luftkurortes ein, um in zehn Wettfahrten den Sieger zu ermitteln. Alle Teilnehmer waren von dem Revier und den Rahmenbedingungen begeistert. Mit Ulli Libor vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) gewann dann eine deutsche Segellegende (gewann 1968 und 1972 jeweils zusammen mit Peter Naumann olympisches Silber) den Wanderpokal um die „Plauer Nevellüücht“.

Gleichzeitig wurde unter den Seglern mit Handicap die Landesmeisterschaft des Verbandes für den Behinderten- und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern (VBRS) ausgetragen. Hier fuhr Detlef Müller-Böling vom Yachtclub Rursee (YCR) auf das Siegerpodest.

Der veranstaltende Plauer Hai-Live e.V. bot dabei den Seglern und ihrer Begleitung wie immer nicht nur das sportliche Regattaprogramm, sondern rundete die Veranstaltung auch kulturell ab. So konnten die Teilnehmer am Sonntag mit Unterstützung der MediClin Rehaklinik Plau am See in deren Aula einen Balladenabend des Jungen Staatstheaters Parchim erleben.

Bereits am Samstag feierte der PHL mit seinen Gästen im Festzelt am Hafen das zehnjährige Vereinsjubiläum. Musik gab es hier von den „New Melody Voices“ aus Parchim und handgemacht von verschiedenen Vereinsmitgliedern. In einer kurzen Präsentation wurde die rasante Entwicklung des inklusiven Segelvereins Mitgliedern und Gästen in Erinnerung gerufen.

Während der gesamten Veranstaltung stand den Teilnehmern die Praxis für Naturheilkunde Plau am See mit dem Physiotherapeuten Michael Brosemann kostenfrei zur Verfügung. Auch das ein Angebot, welches gern genutzt wurde.

Ursprünglich war die 2.4er von seinen Machern in Finnland als simples Trainingsgerät entwickelt worden. Sie ist quasi die Miniausgabe des zehn Mal so großen „American Cupers“, verfügt aber über seine komplette technische Ausstattung. Allerdings wird die kleine Kielyacht, die weder kentern noch untergehen kann, nur von einem Mann gesegelt, nicht von 18 wie der Cuper.

Genau das machte sie für den Plauer Verein von Anfang an so interessant. Denn seit seiner Gründung engagiert der sich nämlich wie kein zweiter in Deutschland dafür, dass Menschen mit und ohne Handicap Segelsport in der Freizeit und im sportlichen Regattawettbewerb gemeinsam und chancengleich erleben können. Und dabei kooperieren die Plauer Haie schon seit vielen Jahren mit dem MediClin Krankenhaus. Chefarzt Pro. Dr. Donauer und sein Team sehen die Vorteile des Segelns für Behandlung der Reha- und Akutpatienten .

Über 30 Jahre ist die Entwicklung der 2.4er Kielyacht inzwischen her, und sie hatte lange Zeit mit Handicap gar nichts zu tun. Diese Option setzte sich erst 2000 durch, als Segeln paralympisch wurde. Seitdem können Menschen mit Behinderungen ohne Vergütung gegen ganz normale Segler antreten, kann der Querschnittsgelähmte mit den Champions um den Regatta-Sieg fahren, ohne ihm am Start Vorteile zu gewähren. Das Boot macht die körperlichen Defizite wett.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 08:45 Uhr

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