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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

31. Juli 2016 | 02:33 Uhr

Ludwigslust-Parchim : Kreischef der Feuerwehren wirft hin

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Manfred Jedzik tritt überraschend von seinem Amt zurück. Mehrere Misstrauensanträge lagen vor

Der Kreiswehrführer und Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim tritt zum 4. Februar von diesen beiden Ämtern zurück und wird dies am Dienstag dem Landrat mitteilen. „Ich musste auf der Verbandsausschuss-Versammlung mit Bedauern die Situation zur Kenntnis nehmen. Es ist mir nicht leicht gefallen, diese Entscheidung zu treffen. Wenn man aber nur ca. 60 Prozent Zuspruch findet und die Arbeit der vergangenen Monate von den anderen ca. 40 Prozent nicht anerkannt wird, kann es nur diese Entscheidung geben“, sagte Jedzik.

Vorausgegangen waren monatelange Querelen in den 240 Feuerwehren zwischen Elbe und Plauer See – mit immerhin 9000 Mitstreitern. Immer wieder war auf Versammlungen der Unmut gegenüber ihrem Vorsitzenden laut geworden. Bereits auf der Mitgliederversammlung im August vergangenen Jahres in Spornitz wollten Vertreter der Wehren aus dem Bereich Grabow einen Dringlichkeitsantrag stellen, doch die Kommunalaufsicht wertete den Antrag als ungültig. Dieses Vorgehen der Kreisverwaltung bezeichnen die Unterzeichner des Misstrauensantrages als „klaren Verstoß gegen die Satzung, da… nur die Mitgliederversammlung über die Annahme … zu entscheiden hat“.

Weiter wird dem Verbandsvorsitzenden vorgeworfen, dass er nicht hinter den Kameraden und Mitarbeitern stehe. Es fehle auch die Kommunikation der Führung mit den unteren Ebenen und so sei „das gegebene Vertrauen mittlerweile tief erschüttert und teilweise nicht mehr vorhanden“, heißt es weiter in einem Schreiben, welches im Namen von 29 Wehren aus der Region Grabow/Ludwigslust unterschrieben ist. Auch aus anderen Ämtern kommt Unterstützung für den Misstrauensantrag. Aus dem Sternberger Seenland lauten die Vorwürfe, dass „der Vertrauensentzug durch die Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes aus unserer Sicht die einzige Konsequenz ist, um die Verbandsarbeit neu zu beginnen und ein Zusammenwachsen aller Feuerwehren eines Verbandes voranzubringen“.

Manfred Jedzik seinerseits kann dies nicht nachvollziehen und entgegnet: „Wenn man dann in der Zeitung lesen muss, dass die Fusionsversammlung ein vom Landrat verordneter ‚Vereinigungsparteitag‘ war und dass seit zwei Jahren nichts im Verband gelaufen ist, fühle ich mich in meiner Entscheidung bestätigt. Die Kameraden, die so etwas propagieren, haben nichts verstanden. Andere stellen Anträge, in denen die Begründung teilweise nicht der Wahrheit entspricht, säen damit aber Unmut. Ich habe keine Lust mehr, mich dauernd gegen falsche Aussagen oder Anfeindungen zu rechtfertigen.“ Jedzik will an der Delegiertenversammlung am 4. März in der Ludwigsluster Stadthalle schon nicht mehr teilnehmen. Angetreten war er für sechs Jahre. Im nächsten Monat wird er 30 Jahre im Ehrenamt bei der Feuerwehr tätig sein – davon 16 Jahre in führenden Ämtern aktiv. „Mir war von Anfang an bewusst, dass es schwierig werden würde und ich möchte nicht, dass der Verband Schaden nimmt. Dass das Ansehen des Verbandes gesunken ist, haben solche Leute (die Misstrauensantragssteller) zu verantworten und nicht ich oder die Mitglieder des Vorstands. Auch finde ich es nicht fair, mich allein anzugreifen. Alle Entscheidungen wurden im Vorstand besprochen.“ Ganz aufgeben will Jedzik aber nicht, so wird er sich wieder mehr in die Amts- und Gemeindefeuerwehrarbeit stürzen, denn „da findet die ehrenamtliche Leistung auch Anerkennung“.

 

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erstellt am 29.Jan.2016 | 20:55 Uhr

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