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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

26. März 2017 | 00:39 Uhr

Forschung in Dobbertin und Techentin : Krankmacher – Studie spürt sie auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Repräsentative Forschung des Umweltbundesamtes: Dobbertiner und Techentiner Kinder sowie Jugendliche wurden befragt und untersucht

Wie gesund sind unsere Kinder? Dieser Frage geht derzeit das Umweltbundesamt (UBA) nach – in einer großangelegten deutschlandweiten Studie. Noch dieses Jahr sollen erste Ergebnisse aus der „Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ (GerES 2014-2017) vorliegen. Unterstützt von der Kantar Health GmbH aus München wurden rund 2500 Kinder in 167 Gemeinden Deutschlands von 2014 bis 2017 untersucht und befragt. So auch im Raum Dobbertin und Goldberg. „Unser Sohn hatte bereits an einem Test in Dobbertin teilgenommen“, erzählt Katrin von Pich Lipinski. Auch jetzt war die Techentiner Familie wieder dabei. Doch dieses Mal mussten nur Fragen beantwortet werden. „Eine Urin-Probe und eine Flasche mit Trinkwasser haben wir dem Interviewer mitgegeben“, erläutert die Mutter weiter.

So wie Familie von Pich Lipinski aus Techentin in Mecklenburg-Vorpommern erging es in den vergangenen Jahren tausend anderen aus ganz Deutschland. Die Studienteilnehmer – Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren – wurden per Zufallsverfahren über die Melderegister der Gemeinden ausgewählt. „Die Studie soll repräsentativ sein; übertragbar auf andere Kinder und Jugendliche im selben Alter“, erklärt Dr. Constanze Cholmakow-Bodechtel von Kantar Health.

Im Fokus der Studien stehen vor allem Schadstoffe – im Trinkwasser, Urin, Blut, in der Luft und auch im Hausstaub. Weichmacher, sogenannte Phthalate, zum Beispiel stehen im Verdacht, ähnlich wie Hormone zu wirken. Diese sind oft in PVC, Teppichböden oder auch Kinderspielzeug enthalten – und unter Umständen im Morgen-Urin des Kindes nachweisbar. „Es geht auch um Schwermetalle wie Quecksilber, um Arsen oder Glyphosat“, erklärt die Expertin weiter. Auch der Lärmpegel vorm Haus wurde gemessen. Das UBA geht Stoffen nach, bei denen bereits bekannt bzw. vermutet wird, dass sie gesundheitsgefährdend sind. „Es geht hier natürlich um die politische Relevanz – gerade beim Glyphosat. Wie hoch ist die Risikobelastung wirklich“, verdeutlicht Constanze Cholmakow-Bodechtel aus München. Anhand der Studienergebnisse könnten zum Schutz der nachfolgenden Generationen Maßnahmen ergriffen werden.

Seit Jahren kooperiert das Bundesumweltamt mit dem Robert-Koch-Institut. Die aktuelle GerES-Studie 2014-2017 unterstützt die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ – kurz KiGGS genannt. Im Zeitraum von 2014 bis Sommer 2017 sollen zirka 23  000  Teilnehmer im Alter von 0 bis 29 Jahren untersucht und befragt werden. Die Studienorte liegen ebenfalls in 167 Gemeinden Deutschlands. Seit mehr als 30 Jahren nimmt das UBA in Deutschland Umweltstudien zur Gesundheit vor. Nach der GerES-Studie von 2003 bis 2006 konnte unter anderem festgestellt werden, dass „Schimmel in der Wohnung das Allergierisiko bei Kindern erhöht“.

Für Katrin von Pich Lipinski war es wichtig, mitzumachen – die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Schließlich erhalte sie die Untersuchungsergebnisse exklusiv. Dennoch: „Ich hatte mir von dem Besuch ein wenig mehr versprochen“, sagt die Techentinerin.

Bis es erste Ergebnisse gibt, werden sich die Familien noch gedulden müssen. Im Sommer soll die Frage „wie gesund sind unsere Kinder und Jugendlichen“ in Deutschland geklärt werden.

 

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erstellt am 14.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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