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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

10. Dezember 2016 | 07:59 Uhr

Jahreszeitliches : Herbstfest um den Karower Meiler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Naturpark und sein Förderverein hatten eingeladen. Zahlreiche Besucher nahmen die Angebote als Ausflugstip gerne an

Der Apfel stand im Mittelpunkt des diesjährigen Herbstfestes rund um den Karower Meiler, zu dem der Naturpark und sein Förderverein am 8. Oktober eingeladen hatten. Doch das Spektrum der Angebote war weiter gespannt - man konnte hölzerne Vogelhäuschen selbst bauen, Drachen basteln, mit Naturmaterialien kleine Dinge gestalten oder mit Hilfe der Töpferei Becker aus Grabenitz Dekokeramik herstellen.

Biobauer Wolfgang Trampota aus Wendisch Waren demonstrierte die Herstellung von Sauerkraut. Weißkohl (Trampota nahm selbst angebauten Spitzkohl) wurde klein geschnitten, im Fass gestampft bis Saft austrat, etwas Salz hinzugetan und luftdicht abgedeckt. „Den Rest erledigen die Milchsäurebakterien“, erklärte Trampota. In vier bis sechs Wochen ist das Sauerkraut fertig. Trampota hatte natürlich auch fertiges Sauerkraut zum Probieren mitgebracht. Nebenan wurden indische Chapati auf einer heißen Herdplatte gebacken, welche die Kinder gern probierten. Einige Stände boten Naturerzeugnisse zum Kauf an. Eine „Kräuterhexe“ geizte nicht mit Informationen, was man in der Küche so alles aus Pflanzen machen kann. Natürlich gab es das Angebot, sich mit leckerer Bratwurst vom Grill zu stärken.

Für das zentrale Thema, den Apfel, hatten die Veranstalter den Pomologenverein MV eingeladen. Der veranstaltete eine Apfelausstellung und Sortenbestimmung. An diesem Stand drängten sich Interessenten mit Früchten, die wissen wollten, was für einen Birnen- oder Apfelbaum sie in ihrem Garten zu stehen hatten. Auf einem langen Tisch waren unzählige Sorten ausgestellt, so dass man schon hier eine erste Einschätzung seiner mitgebrachten Früchte vornehmen konnte. Den Gravensteiner als Herbstapfel kennen sicher noch viele, doch wohl kaum einer weiß noch um „Prinz Albrecht von Preußen“ oder den „Berner Rosenapfel“. Cox Orange als Winterapfel haben schon viele gegessen, doch auch „Rote Sternrenette“ und „Schöner von Nordhausen“? Leider waren die ausgestellten Äpfel nur zum Anschauen nicht zum Probieren, denn wie die alten Sorten schmecken, hätte man gern selbst erfahren.

Meist stehen diese alten Bäume heute auf Obstbaumwiesen. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat eine Lanze für den Erhalt der Artenvielfalt gebrochen: „Streuobstwiesen sind mit die artenreichsten Biotope, die wir in Mitteleuropa kennen. Ohne ihre Pflege und Nutzung werden wir den Erhalt der Artenvielfalt kaum erreichen können. Doch das ist nicht alles: Streuobstwiesen sind auch wichtige Bestandteile unserer attraktiven Kulturlandschaft. Nicht zuletzt versorgen sie uns mit gesundem Obst.“ Streuobstwiesen geben mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum – darunter Vögel, Schmetterlinge, Käfer, Ameisen, Schnecken, Wespen. Ein einziger Apfelbaum kann mehr als 1000 wirbellose Tierarten beherbergen. So wurde dann auch beim Herbstfest darum gebeten, Streuobstgenussscheine zu erwerben, denn 100 Euro (gleich zehn Genussscheine) ermöglichen die Neupflanzung eines Streuobstbaumes.

Was man alles aus Äpfeln machen kann, konnten die Kinder dann selbst miterleben. Nachdem die Früchte klein geschnitten waren, wurden sie entweder in einer alten DDR-Wäscheschleuder geschleudert oder in einer Presse vom Saft befreit, der gleich zum Trinken bereitstand. Mehrmals wurde eine Einweisung abgehalten, wie Apfelwein bereitet werden kann. Es wurde auch demonstriert, wie aus frischen Äpfeln, nachdem sie in Scheiben geschnitten waren, getrocknete Apfelringe entstehen. Auch diese durften gleich probiert werden. Schließlich war ein „Apfelquiz“ mit kniffligen Fragen zu absolvieren. Zu den einfachen zählte: Der Apfel ist ein Steinobst, ein Kernobst, ein Beerenobst. Wissen Sie es? Natürlich ist der Apfel wie auch die Birne ein Kernobst, das zu den Rosengewächsen gehört.



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