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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

30. September 2016 | 00:05 Uhr

Gesundheit : Handystrahlung stresst das Gehirn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die von Baubiologin Birgit Pfaff aus Kreien vertretenen Erkenntnisse sind wissenschaftlich belegt. Elektro-Smog ist grundlegend an vielen Krankheiten beteiligt.

Baubiologin Birgit Pfaff aus Kreien beschäftigt sich seit mehreren Jahren professionell mit Elektrostrahlung und ihrer Auswirkung auf die Gesundheit. Einige Menschen sind dafür sensibler als andere. Generell gelte jedoch, dass besonders Hochfrequenz – wie am meisten durch Handys verbreitet – eine Gefahr für die Gesundheit sei. „Handys gehören heute zum Alltag. Ich will die Uhr nicht zurückdrehen, zumal die moderne Technik durchaus auch ihre guten Seiten hat. Man sollte sich aber der Risiken bewusst sein und diese so weit wie möglich vermeiden“, sagt Birgit Pfaff. „Gegen die Errichtung eines Sendemastes etwa kann man sich kaum wehren. Den Umgang mit dem Handy selbst hat man jedoch – passend zum Namen – in der Hand.“

Von Baubiologen gegebene Hinweise ergeben sich aus Fakten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen – nicht auf Esotherik, Glauben oder Schätzungen, wie es immer wieder auch falsch dargestellt wird. Wenn Birgit Pfaff zu einer Untersuchung anrückt, kommt sie mit Koffern und Taschen, die mit sehr spezieller, sensibler und teurer Technik gefüllt sind. Um zum Beispiel die Strahlenbelastung bei der Nutzung eines Mobiltelefons möglichst niedrig zu halten, laute die erste Grundregel, sich kurz zu fassen, um gerade das hinter den Ohren befindliche Gehirn der starken Strahlenmenge nicht länger als notwendig auszusetzen. In ihm fließt von Natur aus schwacher Strom, damit es arbeiten kann. Weil Hochfrequenz zudem schädlich für Spermien wie Eizellen sei, solle niemand mit noch unerfülltem Kinderwunsch ein eingeschaltetes Handy in der Hosentasche tragen. „Beim Telefonieren ist zudem wichtig, das Gerät nur locker ans Ohr zu halten und es so wenig wie möglich mit den Fingern zu bedecken, weil so weniger Sendeleistung erbracht werden muss und damit weniger Strahlung entsteht“, erklärt Birgit Pfaff.

Wer im Haus mit dem Handy telefonieren möchte, gehe deshalb lieber nicht in eine Zimmerecke oder in den Keller, sondern nach oben, ans Fenster oder noch besser nach draußen. In einem Auto solle man es am besten gar nicht verwenden, weil das Telefon darin wegen des faradeyschen Käfigs mit voller Leistung arbeiten muss: Die Elektrostrahlen prallen immer wieder an der Karosse ab und treffen deshalb mehrmals auf den Menschen. Unschädlich sei nur eine fest eingebaute, über die Autoantenne funktionierende Freisprechanlage.

In Deutschland wurde das erste digitale Netz vor rund 20 Jahren in Betrieb genommen, womit der Siegeszug der mobilen Kommunikation startete. Gegenwärtig gibt es hierzulande schätzungsweise 65 Millionen Besitzer von Mobiltelefonen, wobei jeder durchschnittlich 1,3 Handys besitzt. Weltweit gibt es Erhebungen zufolge so viele Handys wie Menschen: Etwa sieben Milliarden, wobei die Geräte unter Jüngeren deutlich verbreiteter sind. Die Abdeckung liegt hier bei 97 Prozent. Auch Birgit Pfaff gehört dazu: „Ich lehne die neue Technik nicht ab, bin gerade als Selbstständige sogar froh, dass es sie gibt. Wichtig ist nur, den Menschen ein paar für ihre Gesundheit wichtige Dinge deutlich zu sagen.“

Wie stark Menschen durch Hochfrequenz-Strahlung belastet werden dürfen, ist in vielen Ländern durch Grenzwerte festgelegt. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen vergleichsweise hoch: Hier gelten 61 400 Millivolt pro Meter (höher liegen nur die Niederlande, wo es Empfehlungen gibt, 80 920 Millivolt nicht zu überschreiten). In Neuseeland und Australien (in Neuseeland seit 1999 Gesetz, in Australien nicht, gilt aber trotzdem faktisch) sind es 27 459, in Italien in Gebäuden, in denen sich Menschen mehr als vier Stunden lang aufhalten, sogar nur 6140. Diesen Wert hat auch China (allgemein) und Polen festgelegt. In den USA gilt seit 1997, dass Emissionen durch Sendestationen nicht größer als 67 260 Millivolt sein dürfen. Die Schweiz etwa setzt für „Orte mit empfindlicher Nutzung“ (Wohnbereiche etwa) 6000 als Grenze an.

In ganz anderen Größenordnungen bewegt sich zum Beispiel die im Jahr 2000 veröffentlichte Forderung der Bundesärztekammer und von Ärzteorganisationen, die nicht mehr als 614 Millivolt für gut finden. Mit 194 Millivolt setzte sich das Europäisches Parlament 2001 sogar für eine weitere Reduzierung auf ein Drittel ein.

Schlafstörungen, Nervosität, Migräne, Kopf- und Rückenschmerzen, Rheuma, Unkonzentriertheit bis zu Depressionen müssen nicht, können aber ihre Ursache in der Belastung durch Handy-Strahlung haben beziehungsweise alle genannten Dinge können durch Mobilfunkstrahlung verstärkt werden. Birgit Pfaffs Erfahrung: „Eine Erkrankung hat meistens mehrere Ursachen, doch die Elektrobelastungen sind an ihnen häufig beteiligt.“ Leider bezeichne man Menschen, die über Beschwerden durch Elektrosmog klagen – von Fachleuten „Elektrosensible“ genannt – in der Öffentlichkeit oft nach wie vor als Hypochonder, obwohl es sich um wissenschaftlich belegte Fakten handele. Weiter nicht klar seien mögliche Langzeitwirkungen durch die Handystrahlung, weil es sie in beschriebener Form noch nicht so lange gebe. Bedenklich sei der Handy-Strom, weil er „gepulst“ ist. Diese Strahlung bewerten Baubiologen für den Organismus ungleich belastender als ungepulste. Am besten verdeutliche die Lage der Vergleich mit einem Presslufthammer, der zum Beispiel einen Stein durch das schnelle Nacheinander von punktuell großer Kraft und ihrem Entzug zertrümmere.

„Ich habe ein dummes Handy“, sagt Birgit Pfaff und lächelt. „Dumm, weil es sich nicht ständig aktualisiert wie etwa ein Smartphone und dabei regelmäßig Strahlung erzeugt.“ Wer die Elektrosmogbelastung durch sein Smartphone verringern und gleichzeitig die Akkuleistung verbessern möchte, könne die „automatische Synchronisation“ abschalten.


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erstellt am 31.Jul.2014 | 23:00 Uhr

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