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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

03. Dezember 2016 | 22:53 Uhr

20 Fragen an Joachim Engel : Goldbergs Florist mit Musik im Blut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mua Engel verrät in den 20 Fragen zum Wochenende, woher sein Spitzname kommt und warum er kein Klavier spielen kann

Joachim Engel ist ein echter Goldberger Jung’. 1956 ist er hier geboren und aufgewachsen. Seine Eltern bauten eine ehemalige Gärtnerei am Stadtrand zu einem Wohnhaus um. Zwei Häuser weiter befindet sich seit 1933 das Blumengeschäft „Blumen Engel“. Ein Familienbetrieb, den Joachim Engel zusammen mit seiner Frau bereits in dritter Generation führt. Doch der Goldberger ist vor allem in der Musikszene der Mildenitzstadt bekannt, unter seinem Spitznamen „Mua“ . Den hat er seiner Großmutter zu verdanken, die ihn als Kind „Mien Mushing“ („Mein Kleiner“) genannt hat. Fragte ihn jemand nach seinem Namen, kam prompt die Antwort „Mua“. „Oft habe ich sogar vergessen, dass ich eigentlich Joachim heiße“, erinnert er sich. Seit der Gründung 2003 ist er Mitglied in der Band „Um Himmels Willen“. Mit Hans Winter und Christian Banek gehört er „zur ersten Garnitur“, wie er sagt.

Jetzt nahm er sich Zeit, SVZ-Volontärin Wibke Niemeyer die 20 Fragen zum Wochenende zu beantworten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?

Joachim Engel: An dem Radweg zur Goldberger Mühle, mit Blick auf den See. Immer wieder mal, wenn ich morgens aus dem Fenster schaue und der Himmel bietet ein Naturschauspiel, kann ich nicht widerstehen und hole den Fotoapparat heraus.

Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort verändern?

Ich würde mir wünschen, dass alle Bürger in der Gemeinde an einem Strang ziehen.

Wo kann man sie in der Region am ehesten antreffen?

Das ist nach wie vor das Blumengeschäft in der Langen Straße.

Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte zur See fahren und etwas von der Welt sehen. Aber ich hatte für den Blick hinter den Eisernen Vorhang wohl nicht die richtige politische Reife und wurde bei der Lehrstellensuche an die Binnenreederei verwiesen. Hier machte ich dann eine Lehre als Binnenschiffer.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Zur Weihnachtszeit habe ich bei der Post gejobbt und Pakete ausgetragen. Das gesparte Geld habe ich dann für meine erste E-Gitarre ausgegeben. Sie war weiß und hat mich viele Jahre durch meine Bandzeit begleitet. Aus finanziellen Gründen habe ich sie dann verkauft und mir schließlich eine Akustikgitarre angeschafft.

Was würden Sie gerne können?

Mit sechs Jahren habe ich eine Aufnahmeprüfung für den Klavierunterricht an der Musikschule gemacht. Da außer mir zu der Zeit keine anderen Klavierschüler in Goldberg waren, hätten mich meine Eltern immer nach Lübz bringen müssen. Da das nicht ging, kann ich leider kein Klavier spielen. Das sollte mit unseren Kindern nicht passieren und wir haben ihnen ermöglicht, das Klavier spielen zu lernen. Der Große arbeitet seit vielen Jahren als Berufsmusiker.

Was stört Sie an anderen?

Mit den Jahren wird man gelassener und lernt, jeden Menschen so zu nehmen, wie er ist. Aber Unzuverlässigkeit ist nicht schön.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Mit den Freunden von der Band ist es immer lustig und manchmal schon richtig albern. Da wird oft herzlich gelacht. Aber das sind meist Situationen, die ein „Nicht-Musiker“ überhaupt nicht komisch finden würde.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ach, ich tue so oft unvernünftige Dinge... Rauchen, Bier trinken – da fällt mir so einiges ein.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Unsere Kinder. Sie stehen mit beiden Beinen im Leben und gehen ihren Weg. Das macht Eltern besonders stolz.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Kruso“ von Lutz Seiler. Ich kann noch nichts zu dem Buch sagen, da ich erst begonnen habe, es zu lesen. Es ist ein Geschenk von einem Freund. Ansonsten lese ich oft isländische Kriminalromane.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Die ZDF-Heute-Show, entweder live oder wir zeichnen sie auf.

Wo trifft man Sie eher: Auf dem Fußballplatz oder bei einer Sportübertragung vor dem Fernseher?

Der Bahnsport hat es mir mehr angetan. Wenn es der Terminkalender zulässt, verpasse ich kein Rennen in Güstrow, Parchim, Teterow, Stralsund und Wittstock. Auch halte ich diese Ereignisse fotografisch fest. In diesem Jahr steht die Mannschafts-WM in Manchester auf dem Terminplan. Aber bei Sportereignissen wie der Handball-EM sitze ich auch mit meiner Frau vor dem Fernseher und fiebere mit.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Hinnerk Schönemann. Von ihm verpassen wir nichts im Fernsehen. Er ist ein toller Schauspieler und ich könnte mir vorstellen, dass er privat genau so gut rüber kommt wie im Film.

Was kommt bei Ihnen auf den Tisch?

Da wir unser Essen jeden Tag auf der Arbeit zubereiten, versuchen wir so abwechslungsreich wie möglich zu kochen: Eintopf in allen Variationen, Fisch, Eier, auch mal ein Steak, aber Pasta-Gerichte dominieren dann doch.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Das fällt mir schwer, da ich ständig Musik im Kopf habe und mir auch zu etlichen Situationen Songs einfallen. Aber gerne denke ich an die Zeit zurück, als unsere Kinder noch klein waren und „Er ist Clown in einem Circus“ von Neumis Rock Circus trällerten.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?

Im Mai 2006 hatte ich völlig überraschend das Titelfoto auf der „Bahnsport aktuell“. Das war schon ein super Geschenk für mich. Einige Jahre hatte ich dann in der Zeitschrift Veröffentlichungen. Um Akkreditierungen bei den Sportevents zu erhalten, benötige ich jedoch einen Presseausweis als Fotograf. Nachdem man mich immer wieder vertröstet hat, habe ich die Zusammenarbeit eingestellt. Meine Bilder sind jetzt auf www.muaengel.de zu sehen und 15  000 Besucher zeigen mir, dass meine Arbeit nicht umsonst ist.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Was das Reisen angeht, habe ich alles gesehen, was ich sehen wollte. Mein Traum ist es, eine komplette CD zu finanzieren.

Was werden Sie als Rentner machen?

Es ist noch zu früh, sich darüber Gedanken zu machen, aber Langeweile werde ich bestimmt nicht haben.

Wem sollten wir ebenfalls diese Fragen stellen?

Gerhard Stromberg. Durch sein künstlerisches Engagement in Goldberg leistet er einen großen Beitrag zur Kulturerhaltung in der Stadt.

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erstellt am 30.Jan.2016 | 12:00 Uhr

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