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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

10. Dezember 2016 | 15:43 Uhr

gedrucktes aus dobbertin : Geschichte auf Kalenderblättern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

800-Jahrfeier Kloster Dobbertin wirft Schatten voraus: Jahreskalender 2017 zeigt historische Landkarten von 1544 bis 1849

Geschichte zum Anfassen druckt der A0-plus-Scanner im Medien Haus Dobbertin (MHD) innerhalb von zwölf Minuten aus. Über eine Walze entsteht nach und nach eine alte Landkarte Norddeutschlands – eine sogenannte Buonsignori-Karte von 1575. In den vergangenen Wochen sind hier mehrere solcher historischer Landkarten und ein Heft zur Geschichte Dobbertins sowie des Klosters entstanden. Dafür haben mehrere Dobbertiner eng zusammengearbeitet. Allen voran Dr. Claus Cartellieri und Marco Hempel. Letzterer ist Neu-Dobbertiner und Inhaber des Medien Hauses Dobbertin. „Im Heft gibt es alte Ansichtskarten“, erzählt Claus Cartellieri. Ein gedanklicher Spaziergang führt von Goldberg nach Dobbertin.

Wahrzeichen, Symbol eines Dorfes – das Kloster Dobbertin. August Podesta hat es ebenfalls in Szene gesetzt. Zunächst gezeichnet, dann in Stahl gestochen. Entstanden wohl so um 1850. All das und noch viel mehr weiß Claus Cartellieri. Beschäftigt sich der Dolmetscher seit Jahrzehneten mit der Historie seines Heimatortes. Nicht ohne Grund sind all seine Bemühungen. In gut vier Jahren feiert das Kloster Dobbertin seinen 800. Geburtstag. Bis dahin soll in der Klosterkirche auch wieder eine Orgel erklingen können. Der Freundeskreis Orgel-Klosterkirche Dobbertin ist wieder einen Schritt weiter – „endlich sind wir ein eingetragener Verein“, erzählt Claus Cartellieri. Das erleichtere einiges. Dennoch für eine neue Orgel braucht es Geld – „da ist auch das Land gefragt“, sagt Horst Tober, ehemaliger Bürgermeister des Klosterdorfes.

Wo genau August Podesta, ein Malchower Maler, für seine Dobbertiner Ansicht gestanden hat, darüber rätseln Claus Cartellieri und Marco Hempel noch immer. Stolz halten beide Männer das Bild im DIN A3-plus-Format in ihren Händen. Es ist das Deckblatt eines Dobbertiner Jahreskalenders fürs 2017 – „Dobbertin und Umgebung auf alten Landkarten“. Für den Unternehmer ist das Projekt ein ganz persönlicher Beitrag, um sich in die Gemeinde zu integrieren. In seinen Büroräumen wurde der Kalender geboren – alle Karten wurden eingescannt, vergrößert, Kalenderdaten errechnet, gedruckt...

Zwölf Monate, zwölf historische Landkarten. „Teilweise haben wir die Originale mit Samthandschuhen angefasst“, erklärt der Profi. Die älteste ist von 1544. „Cosmographia universalis“ lautet der Titel. Ein Holzschnitt von Sebastian Münster, Kosmograph, Humanist und Hebraist. Später Rektor der Universität Basel, als solcher porträtiert zierte er jahrzehntelang die Vorderseite der 100-DM-Banknote.

Beide Dobbertiner – Claus Cartellieri und Marco Hempel – haben Lieblingskarten im fertigen Werk. Für den Dolmetscher ist es die „Mecklenburg Ducatus“ – ein handkolorierter Kupferstich von 1610. Es zeigt Mecklenburg und stellt Dobbertin fast ins Zentrum. Detailreich gearbeitet haben die Kartografen damals allesamt. Das fasziniert Marco Hempel. Seine Lieblingskarte ziert den Monat Mai – ebenfalls ein Kupferstich jüngeren Datums, von 1692. So geht es Monat für Monat durch die Geschichte – Grenzen verschieben sich, Territorien werden abgesteckt...

Die jüngste Karte ist von 1849, ein Stahlstich von Premier Leutnant Renner. Sie zeigt die Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Geschichte zum Anfassen und Aufhängen – made in Dobbertin.  

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erstellt am 05.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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