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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

08. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Senioren : „Gaude Stuuv“ auf neuen Wegen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Karower Seniorentagesstätte will erweitern. Ab November bietet das Team Wochenendbetreuung, ab Januar altengerechte Wohnungen

Man könnte annehmen, die Seniorentagesstätte „De gaude Stuuv“ in Karow geht wegen der massiven Asphaltierungsarbeiten im Einzugsgebiet neue Wege. Nein, tut sie nicht. „Wenn wir könnten, würden wir das“, räumt Betreiberin Katrin Drenckhan ein. Denn tatsächlich machen die vielen Baustellen in der Region der Seniorentagesstätte arg zu schaffen. Die Einrichtung, die im November vergangenen Jahres eröffnet wurde, holt ihre Gäste nämlich morgens ab und fährt sie nachmittags wieder heim. „Bei den Plauern, Goldbergern oder Dobbertinern spielt das keine Rolle“, sagt Katrin Drenckhan. „Wir haben aber auch Tagesgäste aus Lübz, Granzin, Kreien, Retzow, Gnevsdorf. Und wenn unsere Busse ewig brauchen, weil sie an Baustellenampeln stehen oder Umleitungen fahren müssen, werden sie unruhig.“ Die Gaude-Stuuv-Mitarbeiter wissen aber auch, „dat mutt, wat mutt“. Und daher bleibt die Hoffnung, dass die Bauarbeiten wie angekündigt in wenigen Wochen beendet sind und die Straßen keine Winterbaustellen werden.

Neue Wege geht die Einrichtung dennoch. Weil die Nachfrage nach Tagespflege- und Betreuungsplätzen für Senioren in der Region groß ist. So groß, dass das derzeitige Angebot sie lange nicht abdeckt. Parchim und Malchow halten Tagesstätten vor, in Plau ist eine geplant, in Krakow am See nach sechs Jahren Bürokratie- und Finanzierungsdschungel eine kurz vor dem Bau. Ansonsten nichts. Katrin Drenckhan die ihre erste Seniorentagesstätte 2011 in Charlottenthal auf privater Basis eröffnete, die zweite in Karow im vergangenen Jahr im ehemaligen Kindergarten einrichtete, weiß um den Mangel an Betreuungsplätzen. „Wir sind in aller Munde“, sagt sie, „uns rufen Ärzte an, Pflegedienste fragen nach, ob wir noch freie Plätze haben.“ Momentan müssen die Karower vertrösten, denn die Tagesstätte - eingangs für 16 Gäste konzipiert - ist voll ausgelastet. Und dem Team ist die überschauliche, gemütliche und damit auch familiäre Atmosphäre wichtig. „Dennoch werden wir eine Erweiterung auf 20 Plätze beantragen“, verrät Katrin Drenckhan. Wenn also nichts dazwischen kommt, und davon gehe sie nicht aus, stehen in Karow ab Januar vier weitere Plätze zur Verfügung. Der Personalschlüssel wird weiterhin kleingehalten, weshalb das Stuuv-Team schon heute nicht mehr nur fünf, sondern neun Mitarbeiter stark ist. „Und es ist ein tolles Team“, sagt Katrin Drenckhan stolz, „alle sind sie echt super.“

Normalerweise sind die montags bis freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr für die Tagesgäste da. Schon ab dem kommenden Monat wird eine Neuerung greifen, in die auch „De gaude Stuuv“ in Charlottenthal involviert ist. „Alle zwei Monate werden wir den Familien oder Partnern ein Wochenende anbieten, an dem sie ihre Angehörigen in die Tagesstätte bringen können. Freitag bis Sonntag mit zwei Übernachtungen“, erklärt Katrin Drenckhan. Sechs Betten stehen dafür in Charlottenthal zur Verfügung.

„Das Novemberwochenende war nach einer Woche ausgbucht“, sieht Katrin Drenckhan den großen Bedarf bestätigt und merkt an, dass diese Urlaubs- bzw. Verhinderungspflege von der Kasse bezahlt wird. Sie soll Entlastung, Kurz-Urlaub, kleine Auszeit sein. Von den Anstrengungen und dem permanent Präsent-sein-müssen, wenn man einen kranken, alten oder dementen Angehörigen betreut/pflegt. Katrin Drenckhan kennt etliche Beispiele, die unter dieser oft jahrelangen Last viel zu früh in Alters- oder Pflegeheimen endeten.

Und noch ein vielversprechendes Projekt soll zeitnah umgesetzt werden: Die Privateinrichtung plant, leerstehende Räume im einstigen Kita-Gebäude zu altengerechten Einraum-Wohnungen umzubauen. Im Januar sollen sie fertig sein. Wieder wird Katrin Drenckhan nicht den „Umweg“ über Förderanträge gehen. „Nein, ich bin dabei, einen Kredit aufzunehmen, und dann werden sich die gleiche Truppe, die gleichen Firmen und meine Familie an den Umbau machen.“ Ausgestattet werden die kleinen Einheiten mit Dusche, Wohnküche, Notruf, es gibt die Möglichkeit, die Terrasse zu nutzen, einen Gemeinschaftsraum, zur Verfügung stehen die Angebote der Tagesstätte, wie auch Frühstücken und Mittag. „Die Wohnungen sind zwar klein, aber sind sie bezahlbar“, sagt Katrin Drenckhan und betont, „und die Mieter können so lange selbstständig bleiben, wie es irgend geht.“

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erstellt am 12.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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