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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

07. Dezember 2016 | 09:40 Uhr

Sozial Engagiert : Forsthof Mestlin - Ort der Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Beim Tag der offenen Tür offenbarte der Ichthys e.V. seine kulturelle Bandbreite und großes soziales Engagement

„Es geht bei uns um Genesung in jeglicher Hinsicht.“ Benjamin Volk, Schatzmeister von „Ichthys e.V.“, bemühte sich um eine möglichst allumfassende Definition. Der Verein mit dem Fisch-Symbol biete Menschen ein soziales Netz, gegen Vereinsamung oder in verschiedenen Krisenlagen des Lebens. „Bei uns kann sich jeder freiheitlich einbringen und individuell entfalten“, sagt Volk.

2003 als gemeinnützig anerkannt, hat „Ichthys e.V.“ unter anderem Aura-Behandlung, Biografie-Arbeit, Familienaufstellung, Heilbäder und ganzheitliche Kosmetik in seinem Programm. Zuhause war er in Berlin-Mitte, bot dort außerdem Lese- und Studienkreise, Meditationskurse und eine offene Küche. Daraus entwickelte sich der Wunsch, eine Mehr-Generation-Lebensgemeinschaft mit zahlreichen Wirkungsfeldern zu gründen: Aura Aurelia.

In Augzin südlich von Tessenow wurde der Verein fündig, kaufte vier Grundstücke mit Weideland, Wohn-, Stall-, Laden- und Gaststättenfläche. Dort leben derzeit 14 Erwachsene und elf Kinder. Gastronomie, Hofladen, Imkerei, Gärtnerei, Käserei und Holzwerkstatt sichern die wirtschaftliche Grundlage.

Fünf Kilometer davon entfernt: Der ehemalige Forsthof bei Mestlin wurde zum öffentlichen Ort für die Vereinsphilosophie und stellte sich nach drei Jahren Bauzeit am vergangenen Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür vor. Der denkmalgeschützte Bau konnte dank großzügiger Fördermittel umfassend saniert werden. „Wir sind mit sehr großer Offenheit und Akzeptanz aufgenommen worden“, erzählt Volk. Aus dem Forsthof wurde das so genannte Heilhaus, das Räume für Seminare, Kurse, Ausstellungen, Workshops, Tagungen, Beratungsgespräche und ein Café beherbergt. Jüngst waren im Haus Schweriner Schüler zu Gast, die sich als Streitschlichter schulen ließen. Überhaupt wird großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Schulen gelegt. So wurde beispielsweise der Lübzer Grundschule geholfen, ein Indianerfest zu gestalten.

Zwei Ferienwohnungen und komfortable Zimmer bieten die Möglichkeit, zu übernachten. In der Öffentlichkeit ist der Forsthof inzwischen außerdem auch durch die Teilnahme an „KunstOffen“, „Offene Gärten“ und durch Theater-Aufführungen unter freiem Himmel bekannt geworden. Am Wochenende des 3. und 4. Dezembers lädt er zu seinem Nikolausmarkt ein. Das Café ist in den Wintermonaten in das Hausinnere verlegt und nur sonntags zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet.

Der Tag der offenen Tür im Heilhaus zeigte eine Ausstellung von Kunstwerken, die während der Arbeit mit heilbedürftigen Klienten entstanden waren, und eine Märchenstube. Bei einer Fotoausstellung von Johannes Gössling waren auch die Bilder zu sehen, die ihn beim Wettbewerb „Kulturelle Vielfalt“ zum Preisträger des Landkreises gemacht hatten. Vereinsvorsitzende Eva-Maria Hövener bot ihren Honig zum Kauf, ihre Amtskollegin Rebekka Ullmann selbst gestrickte Handarbeiten. Schatzmeister Volk betätigte sich als Geiger und offenbarte sein Talent als Bäcker. Kinder des Hofkindergartens hatten Schlagermelodien in ihrem Repertoire. Die Einrichtung befindet sich noch in der Gründungsphase. Für ihr Konzept gab es aber bereits öffentliche Anerkennung.




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