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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

31. Juli 2016 | 00:39 Uhr

Arbeitskampf : Erneut Streik in Lübzer Brauerei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Produktion für sechs Stunden unterbrochen – Gewerkschaft setzt sich mit Beschäftigten dafür ein, Tarifbindung zu erhalten

In der Lübzer Brauerei standen gestern ab 11 Uhr für sechs Stunden die Maschinen in der Produktion und auch die meisten Computer in der Verwaltung still. Nach dem 14. Oktober nahmen die meisten Beschäftigten der Früh- und Spätschicht an einem weiteren von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (kurz NGG) organisierten Warnstreik teil. Zeitgleich geschah dies am Hamburger Standort des dänischen Carlsberg-Konzerns, zu dem das Lübzer Unternehmen gehört.

„Nach dem ersten Mal wurden wir von dem Arbeitgeber zur Aufnahme weiterer Verhandlungen aufgefordert, der wir gern folgten“, berichtet Melanie Mörchen, NGG-Landesbezirkssekretärin für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. „Beim ausgemachten Termin am 31. Oktober konnte die Geschäftsführung jedoch kein akzeptables Angebot vorlegen und verlangte nach zwei Stunden selbst, die Gespräche zu vertagen, ohne einen neuen Termin zu nennen.“

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Forderung der Gewerkschaft, die Tarifbindung (und damit finanzielle Sicherheit) für die Beschäftigten zu erhalten. „Im Zuge einer internationalen Umstrukturierung hat Carlsberg seine Produktionsmitarbeiter in eine tariflose Markengesellschaft transferiert. Eine weitere große Zahl soll im kommenden Jahr folgen“, sagt Herbert Grimberg, der die auch von zwei Kollegen aus Lübz begleiteten Verhandlungen in Hamburg leitete.

Der Streik sei der in Mecklenburg-Vorpommern schon hinreichend gemachten Erfahrung geschuldet, dass Arbeitgeber auch durch den Ausstieg aus Tarifverträgen auf Kosten ihrer Beschäftigten Geld sparen möchten, so Jörg Dahms, Geschäftsführer der NGG Mecklenburg-Vorpommern: „Und wenn es keine Tarifbindung mehr gibt, ist sie für Jahrzehnte verloren.“

Durch den Streik wolle man Druck aufbauen, sagt Melanie Mörchen. Selbst die in der Vergangenheit von ihr angebotene vorübergehende Tarifabsicherung habe die Arbeitgeberseite schon wieder zurückgezogen. Wenn man den Flächentarifvertrag abdrehe, werde dies gravierende Folgen für alle haben – gewerkschaftlich organisiert oder nicht. Per Fax wurde die Geschäftsführung sowohl in Hamburg als auch in Lübz über den bevorstehenden Streik informiert, um für die Sicherheit der Maschinen sorgen zu können. Sie sollen einsatzfähig sein, wenn die Beschäftigten wieder zur Arbeit gehen. „Gleichzeitig ist ein wirtschaftlicher Schaden durch vorübergehenden Produktionsausfall absolut gewollt“, so Melanie Mörchen.

Andere Brauereien verfolgten durchaus auch das, was in Lübz geschehe. Grüße erreichten die Gewerkschaft unter anderem von einschlägigen Unternehmen aus Hannover, Bremen, Lüneburg, Oldenburg, Frankfurt am Main und sogar aus München.

Die von uns mehrfach angerufene Carlsberg-Pressestelle in Hamburg war gestern für eine Stellungnahme leider nicht zu erreichen.

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erstellt am 05.Nov.2014 | 21:45 Uhr

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