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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

04. Dezember 2016 | 02:59 Uhr

Achtjährige will zu Hause lernen : Ein Thema - viele Meinungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Achtjährige will zu Hause lernen: Im sozialen Netzwerk Facebook wurde darüber viel und kontrovers diskutiert

Eine Achtjährige hat entschieden, nicht mehr zur Schule zu gehen und lieber zu Hause zu lernen – darüber haben wir in unserer gestrigen Ausgabe berichtet. Im sozialen Netzwerk Facebook wird das Thema „Homeschooling“ – insbesondere dieser Fall aus Plau am See – kontrovers diskutiert. Kann eine Achtjährige überhaupt entscheiden, ob sie weiter zur Schule gehen soll? Sebastian Korth hat dazu eine ganz klare Meinung, bei Facebook schreibt er: „Achtjährige müssen geführt werden und haben zu wollen, was die Eltern sagen!“ „Wie kann eine Achtjährige das entscheiden ? Nur weil etwas im Unterricht wiederholt wird? Vielleicht nehmen die Lehrer Rücksicht auf schwächere Schüler, sowas kann so ein junges Mädchen doch gar nicht verstehen. Das Kind braucht doch Gleichaltrige zum Lernen und Spielen“, schreibt auch Gabriele Nucklies. Eine andere Meinung hat Sannie van Kriek, sie kann das Mädchen durchaus verstehen: „Schule soll bilden... Wenn dem Kind langweilig ist, dann sollte vielleicht mal geschaut werden, ob es schon das nötige Niveau höherer Klassen hat und so einige überspringen kann.“

In mehreren europäischen Ländern ist Homeschooling, der Unterricht zu Hause, erlaubt. Norwegen, Irland, Italien, Österreich, Dänemark... gehören dazu. Auch in den USA ist das Lernen außerhalb einer Schule weit verbreitet. Heiko Hildmann hat zu diesem Bildungssystem eine ganz klare Meinung: „Ich glaube nicht, dass sowas hier der Bringer wäre. Schulpflicht ist gar nicht so verkehrt. Wie will man denn sonst den geforderten Stoff erlernen, um Prüfungen zu meistern?“ Zum deutschen Schulsystem hat auch Andreas Niess eine klare Meinung. Er findet, dass Deutschland diesbezüglich noch im 18. Jahrhundert verweile.

Der Landeselternrat vertritt landesweit die Interessen von gut 220  000  Eltern, berät unter anderem das Bildungsministerium in allgemeinen Fragen des Bildungs- und Erziehungswesens... Kennt sich mit den gesetzlichen Gegebenheiten aus. Doch wie steht der Beirat zu diesem Thema – Homeschooling oder Schulpflicht? „Der Landeselternrat hat da eine ganz klare Linie: Es herrscht in Deutschland Schulpflicht und diese muss eingehalten werden“, sagt Anja Betty Ritter, Vorsitzende des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern, auf SVZ-Nachfrage. Sie vermutet im Fall der Achtjährigen eher einen anderen Grund. „Es muss etwas Schlimmes passiert sein, damit eine Achtjährige sagt, sie will nicht mehr in die Schule gehen. Dem Problem sollte auf jeden Fall auf den Grund gegangen werden“, gibt sie als Rat. Sämtliche Instanzen – Lehrer, Schulleitung, Schulrat – sollten durchgespielt werden. „Wenn das alles nichts bringt, können sich die Eltern auch an uns wenden“ , bietet die Vorsitzende an.

Ob für oder gegen Homeschooling – nicht bei allen Usern wurde das Thema im sozialen Netzwerk Ernst genommen, bisweilen sogar ins Lächerliche gezogen. Das findet Andrea Rummler nicht gut: „Geht’s denn noch, Leute. Aber sagen wir mal so, solange es solche Menschen gibt, die nicht mal bei so einer Sache ernst bleiben können, solange werden wir Kinder haben, die andere mobben.“

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erstellt am 29.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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