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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

09. Dezember 2016 | 14:38 Uhr

Gut investiert : Ein (fast) neuer Ort zum Lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Lübzer Regionalschule präsentierte sich nach umfangreichen Umbau- und Sanierungsarbeiten am Samstag mit einem Tag der offenen Tür.

Für die Sanierung der Lübzer Regionalschule hatten sich gleich drei Minister feiern lassen. Wirtschaftsminister Harry Glawe machte knapp eine Million Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm „Mittelalterlicher Stadtkern“ locker, Energieminister Christian Pegel förderte unter anderem den Einbau einer Fußbodenheizung, das neuartige Lüftungskonzept und die Installation eines Heizhauses, das auch die Sporthalle und die benachbarte Grundschule mit Wärme versorgt. Der Strom für die Beleuchtung und die Grundlast der Heizwärme wird in einem biogasbetriebenen Blockheizkraftwerk erzeugt. Die erweiterte Grundlast wird durch den Einsatz eines Holzpelletkessels abgedeckt, die Spitzenlast durch einen Gasbrennwertkessel. Allein die energetische Sanierung kostete rund drei Millionen Euro.

Innenminister Lorenz Caffier steuerte fast 1,8 Millionen Euro als Kofinanzierung zu dem Geld bei, das die Stadt Lübz als Schulträger aufbrachte. „Der Eigenanteil hat unsere Stadt finanziell an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht“, berichtete Bürgermeisterin Gudrun Stein. „Aber das ist gut angelegtes Geld.“ Ohnehin habe sich die Stadt für ihre Schule seit dem Bau 1975 nie lumpen lassen. „Insgesamt haben die reinen Bauarbeiten bislang 4,3 Millionen Euro gekostet“, ließ Fred-Jan Salomon wissen. Der Sachgebietsleiter des Rathauses hatte als Bauleiter gewirkt. Stolz präsentierte er beim Tag der offenen Tür das neuartige Lüftungs- und Heizprinzip, das sich als äußerst wirksam und kostengünstig erweise. Dabei wird verbrauchte Luft abgepumpt und gibt ihre Wärme ab, bevor sie das Gebäude verlässt. Automatisch strömt frische Zuluft durch die Schlitze der neuen Kassenfenster nach. Viel gebracht habe auch die Überdachung des einst nach oben offenen Innenhofes. Hier entstand ein attraktiver Veranstaltungs- und Versammlungsraum, der von Wandelgängen umgeben ist und fast südländisches Flair vermittelt. Die Regionalschule wurde aber nicht allein aufgehübscht und energetisch aufgerüstet, sondern auf ein maßgeschneidertes Raumprogramm gestutzt, für das einige Gebäudeteile überflüssig sind. Über die letzten Abbruchmaßnahmen werden wir gesondert berichten.

Schulleiterin Cerstin Birnitzer nannte die aktuellen Zahlen. Demnach werden 320 Schüler in 17 Klassen von 25 Lehrkräften unterrichtet. Das fünfte Schuljahr ist drei-, das sechste vierzügig aufgebaut. Die nachfolgenden Klassen sind zweizügig angelegt. Ab dem 7. Schuljahr ist der Unterricht in Wahl-Pflichtfächern organisiert, darunter Russisch als zweite Fremdsprache. Die wenigen Schüler, die nach dem Ende des neunten Schuljahres keine Berufsreife erlangen, werden in einem einjährigen Kurs namens „Produktives Lernen“ fit gemacht – einer Mischung zwischen Schulunterricht und Berufspraktikum. „Wir sind mit vielen Firmen gut vernetzt, was auch unseren Pflicht-Praktika in den Klassen acht und neun zugute kommt“, freute sich Schulleiterin Birnitzer.

Viele Eltern, Großeltern und ehemaligen Lehrer nutzten den „Tag der offenen Tür“ für einen Einblick in die quasi neue Regionalschule. Dabei wurden sie von Schülern der oberen Klassen durch das Schulgebäude gelotst. Maxi kam vor sechs Jahren an die Lübzer Regionalschule. Nach seiner Mittleren Reife will er 2017 eine Ausbildung im Bürosektor absolvieren. Björn ist ebenfalls in der 10. Klasse und will danach auf ein berufliches Gymnasium wechseln. „Jetzt, wo unsere Schule so toll saniert ist, wird uns der Abschied umso schwerer fallen“, gesteht er.




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