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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

03. Dezember 2016 | 22:47 Uhr

Vorlesetag in Lübz : Durch ferne Welten wandern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Beim Vorlesetag an der Grundschule Lübz ist genau das möglich gewesen. Zwölf Vorleser waren gekommen, auch ehemalige Schüler

In allen Klassen der Grundschule Lübz – ob erste, zweite, dritte oder vierte – ist es mucksmäuschenstill. Zunächst. Es ist Vorlesetag an der Grundschule. Deshalb ist Besuch da, zwölf Vorleser werden aus mitgebrachten Kinder- und Jugendbüchern vorlesen. Die Vorleser wandern Zeile für Zeile, Seite für Seite „durch ferne Welten, aus Stuben über die Sterne“, wie Schriftsteller Jean Paul das Lesen beschrieb.

Celina und Leni haben wohl das kleinste Buch an diesem Tag mitgebracht. „Die drei ??? – Jagd auf den Weihnachtsmann“ ist nicht viel größer als eine Streichholzschachtel. Ihre Zuhörer sitzen gespannt und mit gespitzten Ohren vor ihnen. Noch vor wenigen Monaten waren Leni und Celina selbst Schülerinnen der Grundschule Lübz. Jetzt schlüpfen die beiden Mädchen in die Rolle von Vorlesern – schließlich ist heute bundesweit Vorlesetag, zu dem die Stiftung Lesen aufruft. An der Grundschule Lübz hat dieser besondere Tag bereits gestern stattgefunden. Warum? Ganz einfach, heute haben die Schultüren geschlossen, die Mädchen und Jungen sowie Lehrer haben einen beweglichen Ferientag. Vielleicht nutzen einige diesen freien Tag zum Lesen. Eine Möglichkeit wäre es.


Vorlesetag - eine Herausforderung


Jeden Tag etwas lesen – das macht Kersten Buchholz. Viele Grundschüler kennen die Erzieherin bereits aus dem Lübzer Mehrgenerationenhaus. Sie hat in der zweiten Klasse auch etwas vorgelesen. Und zwar ein Kinderbuch aus ihrer Kindheit. „Da staunten die Kinder, wie alt das Buch schon ist“, erzählt sie in einer Feedback-Runde mit allen anderen elf Vorlesern. Das Buch ist von 1968 und handelt von einer Ameise. Vor so vielen Kindern etwas vortragen, damit kennen sich Iwonne Koop und Kathrin Schmidt gut aus. Schließlich sind die zwei Grundschullehrerinnen und die Organisatoren des ersten Vorlesetages an ihrer Schule. Doch für die Mehrheit der eingeladenen Vorleser war es schon eine Herausforderung. „Ich brauchte schon lange, um mich zu entscheiden, welches Buch ich nehme“, erzählt Gudrun Stein. Entschieden hat sich Lübz’ Bürgermeisterin schließlich für ein Experiment, für einen Comic-Roman – „Gregs Tagebuch“.


Frosch, Hase, Ameise und ein Erdmännchen


Bücher über Bücher über Bücher... Einige Vorleser konnten sich nicht entscheiden, welches sie mitbringen. Haben sich deshalb Rat in der Stadtbibliothek oder bei den eigenen Kindern geholt. Interaktiv ging es auch in einigen Klassen zu. Stefanie Becker, Vorsitzende des Vereins Lübzer Land e.V., zum Beispiel hatte das Buch „Auf der Suche nach den goldenen Möhren“ dabei. Die Kinder mussten bei diesem Buch genau aufpassen und hinhören, schließlich sollten Rätsel gelöst werden. Die auch Frosch Priesemut und Hase Nulli selber lösen müssen. Ein Buch für die ganze Familie. Der einzige Mann in der Vorleser-Runde brachte ein Buch seiner Tochter mit. Bei „Hilfe, die Herdmanns kommen“ lachten die Schüler über viele witzige Dinge. Olaf Beck, der Vorleser, war begeistert von diesem Tag. „Ich muss den Schülern ein Kompliment machen, wie ruhig alle waren. Es hat richtig Freude gebracht.“

Freude hatte auch Bianca Littwin, Mitarbeiterin der Sparkasse Parchim-Lübz. Sie hatte Erdmännchen Tafiti mit dabei. Zum Leben erwacht ist das possierliche Tierchen in Grebbin bei Julia Ginsbach. „Ich wollte den Kindern zeigen, dass einige Bilder für Bücher hier direkt vor Ort in der Region entstehen.“

Am Ende war für alle Vorleser klar: Wir kommen wieder.

 

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erstellt am 18.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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