zur Navigation springen

Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

10. Dezember 2016 | 17:35 Uhr

Ausstellung : Dr. Alban im Puppenstuben-Format

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plaus Museumsfreunde sind stolz: Seit gestern können sie das Modell einer Albanschen Maschinenfabrik präsentieren. Die BQG „Neptun“ in Rostock war erneut Partner

Drehbank, Band-, Schleif- und Bohrmaschine, Eisensäge, Dampfkessel mit Antrieb, Kreissäge… ein ganzer Hort von Maschinen ist es, den die BQG „Neptun“ gestern vormittag im Plauer Burgmuseum angeliefert hat. Baumarkt-Größe haben die Werkzeuge nicht. Nein, die neueste Auftragsarbeit der Mitarbeiter der Rostocker Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft hat handliches Puppenstuben-Format.

Vor einem Dreivierteljahr hatten die Plauer Museumsfreunde die Rostocker mbH mit dem Miniatur-Nachbau der Albanschen Maschinenfabrik beauftragt. Nur falls da eine Wissenslücke sein sollte: Dr. Ernst Alban – Pionier des Dampfmaschinenbaus und Ehrenbürger Plaus, dem die Museumsfreunde in der Burg-Scheune längst ein monumentales Denkmal in Form funktionierender Nachbauten gesetzt haben – gründete Mitte der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts seine eigene Fabrik in Plau am See. Nach seinem Tod 1856 wurde sie von seinen Nachkommen weitergeführt bis sie nach Ende des ersten Weltkrieges pleite ging.

War das Plauer Museum neben dem Deutschen Museum in München deutschlandweit bislang einziges Haus, das einen Nachbau der Albanschen Hochdruck-Dampfmaschine präsentieren kann, ist es jetzt womöglich einziges Museum mit einer Albanschen Maschinenfabrik im Puppenstuben-Format. Überliefert ist das nicht. Aber der Gedanke könnte den engagierten Museumsfreunden im Luftkurort schon gefallen.

Die Idee für den Fabriknachbau kam nicht von ungefähr. Seit Jahren arbeiten das ehrenamtlich geführte Technikmuseum in Plau und die BQG in Rostock eng zusammen. Viele der in der Burgscheune ausgestellten Modelle sind in den Rostocker Werkstätten entstanden – Flugzeuge von August von Parseval ebenso, wie die schon erwähnte Hochdruck-Dampfmaschine, der Dampfer „Anna“, das Motor-Salonschiff „Loreley“ oder zuletzt der Nachbau des „Plauer Kahns“ . Nachdem die Plauer übers Internet alle Mini-Ausgaben für ihren kleinen Werkzeugmaschinenpark zusammengesammelt hatten, ging der Auftrag für das Modell der Maschinenfabrik erneut an die „Neptun“ mbH. Bedingung: Die Minis sollen zischen, fauchen, kurz sie müssen funktionieren wie echte Werkzeugmaschinen. Und das tun sie. Als Werkstattleiter Bernhard Richter und BQG-Geschäftsführer Roland Gapikowski die georderte „Fabrik“ gestern in Plau „auspackten“ und Strom draufgaben, staunten die Hausherren nicht schlecht: Die Mini-Maschinenfabrik begann zu leben, Bohrer, Säge funktionierten, über Transmission angetrieben von einer Bandmaschine. Dr. Alban hätte ganz bestimmt seine Freude dran. Plaus Museumsfreunde jedenfalls sind happy.

Die gute Zusammenarbeit soll demnächst neue Früchte tragen. Momentan bereiten die Museumsfreunde eine große Ausstellung zu „200 Jahre Fahrrad vor“. Im Zentrum die Nachbauten von zwei geliehenen Rädern aus dem Technischen Museum Berlin. Rahmen, Gabel, Lenker – all das ist kein Problem. Aber wer macht die (runden) Räder. „Natürlich unsere Modellbauwerkstatt“, lacht Roland Gapikowski. Der BQG-Geschäftsführer schätzt das Engagement der Plauer für die Bewahrung der Geschichte. Und er schätzt die gute Zusammenarbeit . „Modellbau ist eines unserer Standbeine. In diesem Bereich arbeiten wir mit vielen Museen im Land zusammen, erarbeiten Modelle oder restaurieren Ausstellungsstücke“, sagt Gapikowski. Aufträge wie die Albansche Hochdruck-Dampfmaschine oder eben jetzt die Miniatur-Fabrik würden besonders viel Spaß machen. „Und sie sind spannend. Denn das meiste ist wirklich reine Handarbeit. Unsere Leute mussten ordentlich tüfteln, bis sie alles einwandfrei zum Laufen gekriegt haben“, sagt Gapikowski und freut sich über die Begeisterung der Plauer Partner.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Nov.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen