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Kommunalpolitik : Dobbertin ist raus aus den roten Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Erste Gemeinde im Amt Goldberg-Mildenitz mit ausgeglichenem Haushalt

Raus aus den roten Zahlen – das ist die Gemeinde Dobbertin. Das Minus wurde im Doppelhaushalt 2017/18 durch ein Plus ersetzt. „Jetzt ist zu erkennen, was wir in den vergangenen Jahren geschafft haben“, urteilt Dobbertins Bürgermeister Dirk Mittelstädt. Den Doppelhaushalt der Gemeinde haben die Kommunalpolitiker in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. „Wir haben einen Überschuss knapp über Null.“ Konkret ausgedrückt: Das Plus liegt bei 900 Euro – trotz Investitionen im laufenden und kommenden Jahr.

Investieren, das will die Gemeinde auch in diesem Jahr. Unter anderem in die Sanierung der Biermannschen Scheune und des Hallenhauses. Geplant sind Tagesstätten für Senioren und Demenzkranke. „Das Biermannsche Gehöft ist sozusagen der dritte Bauabschnitt von ,Dorf im Dorf‘“, erläutert Dirk Mittelstädt. Derzeit laufen die Planungen eines Architektenbüros – und die Einwerbung von Fördermitteln. Schließlich liegt die Gesamtinvestition bei rund 1,7 Millionen Euro für beide Tagesstätten. Diese Summe ist im Doppelhaushalt 2017/18 eingearbeitet.

Noch nicht im jetzigen Haushaltsplan enthalten sind Sanierung der Turnhalle und Neubau der Kindertagesstätte. „Bei der Turnhalle brauchen wir ein Nutzungskonzept. Bei den Mitgliederzahlen des Sportvereins konnten wir gut zulegen“, erläutert der Bürgermeister. Das Angebot wurde erweitert – Fitness und Yoga gibt es im Klosterdorf jetzt auch. Zwischen 30 und 40 neue Mitglieder hat der SSV Blau-Weiß Dobbertin e.V. in der Vergangenheit dazu gewinnen können. „Mir ist wichtig, dass wir auch in Zukunft Vereine und Ehrenamt stärken können. Das zu beschneiden, geht einfach nicht.“

Dobbertin hat seine Hausaufgaben gemacht – das betont Dirk Mittelstädt immer wieder. Kritik in Richtung Land und Kreis schwingt mit: „Mehr sparen geht nicht.“ Das würde dann zu Lasten der Vereine, der Feuerwehr, der ehrenamtlich Engagierten gehen. Auch wenn der Dobbertiner Haushalt ausgeglichen ist, bleibt die Finanzsituation weiterhin angespannt. Das ist Dirk Mittelstädt bewusst. Nicht nur investieren wird die Gemeinde, sondern auch sanieren. So zum Beispiel in den Dobbertiner Birkenweg, der mit 28  500  Euro im Finanzplan zu Buche schlägt. Ein neues Mannschaftszelt für die Jugendfeuerwehr ist auch eingeplant – 2400 Euro werden dafür veranschlagt.

Plus 900 Euro sind nicht die Welt, aber ein Anfang ist gemacht. „Ein ausgeglichener Haushalt zeichnet sich für Dobbertin auch in den Folgejahren ab“, erläutert Heike Stein, Kämmerin des Amtes Goldberg-Mildenitz, auf SVZ-Nachfrage. Deshalb bleiben auch die Hebesätze bei Gewerbe- sowie Grundsteuer A und B im Haushaltskonzept wie bisher bestehen. „Dobbertin liegt derzeit noch über dem Landesdurchschnitt“, so Heike Stein. Vereinbart ist eine Anpassung in zwei Jahren. Dann aber deutlich. Darauf haben sich die Kommunalpolitiker verständigt.

Anpassung der Realsteuer-Hebesätze, Mietpreisanpassungen bei Mieterwechsel in den Wohnungen und Häusern vom Dorf im Dorf, Ertragserhöhungen durch Einwohnerzuwachs... sind Maßnahmen der Konsolidierung. Ausreichen werden diese nicht. Darauf weist Heike Stein in ihrer Präsentation hin. Grund: Das Projekt „Dorf im Dorf“ ist keine Konsolidierungsmaßnahme. „Alle Erträge aus diesem Projekt verbleiben auch im Projekt“, erläutert die Finanzexpertin. Dennoch: Mit Dobbertin ist die erste Gemeinde des Amtes Goldberg-Mildenitz raus aus den roten Zahlen.

 

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erstellt am 21.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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