zur Navigation springen

Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

07. Dezember 2016 | 11:28 Uhr

Vogelgrippe : Augziner Hühner in Sicherheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Alfred Behlau hat schon mehrmals seine Hühner einstallen müssen. Beim letzten Ausbruch der Vogelgrippe baute er einen Verschlag

Enten, Hühner, Gänse... – gefiederte Tiere sind derzeit auf dem Land nur schwer zu finden. Sie fristen derzeit alle ein Dasein im Stall, unter einem Verschlag... Frei umherlaufen dürfen sie nicht mehr. Grund: Die Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 greift immer weiter um sich. Erst in der vergangenen Woche wurde rund um den Plauer See ein drei Kilometer großer Sperrbezirk und ein zehn Kilometer großes Beobachtungsgebiet bis kurz vor Lübz errichtet. Gefunden wurden tote Wildvögel am nordwestlichen Ufer des Plauer Sees – auf Nachbarseite, dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (wir berichteten).

Seit gut einer Woche besteht Stallpflicht in Mecklenburg-Vorpommern. Auch Alfred Behlau hat seine Hühner eingepfercht. „Durch die Schweriner Volkszeitung habe ich vom Ausbruch der Vogelgrippe erfahren“, erzählt uns der Augziner. Die Meldungen über die Vogelgrippe häufen sich derzeit. „Alle bringen das jetzt, in der Zeitung, im Radio“, erzählt Alfred Behlau. Seit gut 60 Jahren hält er privat Hühner. Früher waren es auch Enten und Gänse. Doch mittlerweile sind es nur noch 15 Hühner. Sie liefern Eier, nicht nur für ihn und seine Frau Gertrud, sondern auch für andere Familienmitglieder. „Unsere Kinder freuen sich immer, wenn sie Eier bei uns abholen können“, erzählt Gertrud Behlau. Normalerweise laufen die Hühner auf dem Grundstück in Augzin frei herum. Bislang musste Alfred Behlau die Hühner und den Hahn nur vor den Füchsen schützen, die sich sogar durch den Zaun drängen. Doch seitdem die Vogelgrippe wieder um sich greift, fristen auch Alfred Behlaus Hühner ein Dasein auf nur wenigen Quadratmetern.

Vor einigen Jahren – beim ersten Ausbruch der Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 – musste Alfred Behlau schon einmal seine Hühner einsperren. Damals baute er dafür eigens einen Verschlag. Auch jetzt sind die Hühner dort zu finden. „Ich wollte den Überstand schon abreißen. Zum Glück habe ich das nicht gemacht“, sagt der Augziner. Schön findet er den Zustand für seine Hühner nicht. „Besser ist es für das Huhn, wenn es seine Freiheit hat.“

Mit Maschendraht und Dach gesichert ist der Verschlag der Augziner Hühner. Niemand kommt raus, nichts geht rein. Der Stall grenzt unmittelbar an den Verschlag. Wenn Alfred Behlau zu hören oder zu sehen ist, kommen die Hühner gleich angelaufen. Sie kennen ihn. „Wir schlachten keine Hühner“, sagt Alfred Behlau. Seine Hühner sind Ei-Lieferanten. Jeden Tag frisch.

Die Stallpflicht trifft das Ehepaar weniger. „Wer sich vor allem auf Geflügel konzentriert hat, den trifft es jetzt hart“, sagt Gertrud Behlau. Die Augzinerin meint vor allem die größeren Betriebe; um deren Zukunft es dabei auch geht. „Wir können die Hühner zur Not auch abschaffen, uns macht das nichts.“ Ihr Mann Alfred fügt hinzu: „Je öfter so etwas vorkommt, umso komplizierter wird es für die Großbetriebe.“

Seit gestern gibt es auch für kleinere Betriebe – unter 1000 Tiere – Auflagen und Biosicherheitsmaßnahmen, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zum Schutz vor der Geflügelpest erlassen hat. Mittlerweile wurde das Virus H5N8 in elf Bundesländern nachgewiesen.

 

zur Startseite

von
erstellt am 21.Nov.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen