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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

08. Dezember 2016 | 03:01 Uhr

Naturpark Vogelgrippe-Zone : Auf Patrouille im Sperrgebiet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Teile des Naturparks Nossentiner-Schwinzer Heide seit knapp zwei Wochen Vogelgrippe-Sperrgebiet: Bislang keine weiteren Funde verendeter Tiere.

Große Teile des Naturparks Nossentiner-Schwinzer Heide waren Anfang vergangener Woche zum Sperrbezirk erhoben worden, nachdem am nördlichen Abschnitt des Plauer Sees drei tote Wildvögel gefunden worden waren, die den H5N8-Erreger in sich trugen. Die angewiesenen Schutzmaßnahmen (wir berichteten) sollen ein Ausbreiten der hochpathogenen Geflügelpest verhindern. Und sie bleiben in Kraft.

In dem knapp 40  000 Hektar großen Naturpark-Areal greifen abseits der Siedlungen „tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügungen“ wie Aufstallungen natürlich nicht greifen. Hier gilt: Augen offen halten. „Die Mitarbeiter der Naturparkwacht sind täglich im Gelände unterwegs und kontrollieren die Gewässer und Uferbereiche“, sagt Ralf Koch, der Leiter der Naturparkverwaltung Nossentiner-Schwinzer Heide. Schwerpunkt sind Ansammlungen von Zugvögeln am Nordufer des Plauer Sees, wie auch am Krakower Obersee, Dammerower, Goldberger, Dobbertiner und am Metower See. Rund 5000 Wildvögel – vor allem Nordische Gänse – ziehen momentan durch dieses Gebiet oder halten sich länger hier auf. Zusätzlichen Aufwand bedeuten die Patrouillen nicht, denn zum Aufgabenspektrum der vier Naturparkranger um Leiterin Irena Zarffs gehören die regelmäßigen Wasservogelzählungen und das Monitoring ohnehin.

Und bei den Scharen von Vögeln stoßen die Karower Ranger das ganze Jahr hindurch an den offenen Gewässern immer wieder auch auf tote Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben sind. „In den letzten zwei Wochen hatten wir jedoch nicht einen Fund, kein verendetes Tier“, sagt Ralf Koch und sieht darin ein gutes Zeichen. „Die Leute wissen, dass wir gucken und uns kümmern, aber wir haben auch keinen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten und auch nicht von den Angelvereinen, mit denen wir eng und gut zusammenarbeiten.“

Verglichen mit anderen Jahren sei die derzeitige Situation nicht außergewöhnlich – auch davon zeigte sich der Naturparkleiter gestern überzeugt. Vielmehr könne man laut Statistiken davon ausgehen, dass der Geflügelpest-Erreger latent in der Population enthalten ist. „Bis zu 20 Prozent, ohne dass die Krankheit bei den einzelnen Tieren zum Ausbruch kommt“, so Koch.

40 000 Hektar Naturparkfläche, 5000 Nordische Gänse, die hier unterwegs sind – die Wahrscheinlichkeit, (möglicherweise weitere) verendete Tiere im Gelände nicht zu finden und damit auch nicht entsorgen zu können, ist groß. Naturparkleiter Ralf Koch hat aber noch eine andere Theorie. Er geht davon aus, dass Aasfresser betroffen sein könnten. „Bei den momentanen Temperaturen kann der Virus in den verendeten Vögeln bis zu 35 Tage überleben. Wenn dann zum Beispiel ein Bussard ein solches totes Tier aufnimmt, bekommen wir das noch weniger oder auch gar nicht mit. Wenn der Bussard dann erkrankt, wird er sich zurückziehen, irgendwann vom Baum fallen und schließlich eins mit dem Dickicht werden.“

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erstellt am 25.Nov.2016 | 20:45 Uhr

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