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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

02. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

Spitze im Naturpark : Abschied und Wiederkehr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Jörg Gast war viele Jahre Leiter des Naturparkes Nossentiner-Schwinzer Heide. Nun ist der Passower 65 Jahre und geht in Rente.

Der Name Jörg Gast ist untrennbar mit dem Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide verbunden. Seit März 2005 leitete er seine Verwaltung in Karow und hat wie sein Vorgänger Dr. Wolfgang Mewes nicht nur an der Geschichte dieses schönen Fleckchen Erde, sondern auch an dessen Entwicklung mitgeschrieben. Zum 1. November wird der 65-jährige Passower nun in Rente gehen und seinen Job bei seinem langjährigen Stellvertreter Ralf Koch in besten Händen wissen. Seit 1991 arbeiten beide in der Verwaltung zusammen. Die wilden Zeiten der Aufbauarbeit sind vorbei. Heute zählt die Karower Truppe lange nicht mehr 40 Mann, sondern sechs. Die aber werden nicht müde, Projekte weiterzuführen und neue aufzulegen, die den Naturpark auch für spätere Generationen sichert. Und das ist ganz in Gasts Sinne.

Dass er als junger Mann „Phytopathologie“ (Kunde von den Pflanzenkrankheiten) in Rostock studiert hatte, wissen nur Eingeweihte. Auch dass er zusammen mit seiner Frau ursprünglich für Jobs im Ausland vorgesehen war. Als sich diese Pläne zerschlugen, war Jörg Gast für fünf Jahre in der Pflanzenschutzstelle in Parchim, um 1980 in die LPG Greven zu gehen. Hier war er gerade im vierten Jahr Vorsitzender, als auf die Wende die Abwicklung und bald darauf das Angebot seines späteren Chefs Dr. Mewes folgten, der ihn für Fragen der Landwirtschaft in Karow haben wollte. „Viele, die die Wende beruflich ins Abseits gestellt hatte, waren damals auf der Suche“, erinnert sich Jörg Gast und gesteht, niemals bereut zu haben, dem Wink seines „alten“ Biologielehrers gefolgt zu sein. Damals lediglich als anderthalbjähriger ABMler. Es war immerhin ein (Neu-)Anfang, auch wenn der nicht unbedingt ahnen ließ, dass das Engagement in der Naturparkverwaltung ihn nach gut 25 Jahren als Leiter in den Ruhestand begleiten würde.

Nach Höhepunkten des Vierteljahrhunderts befragt, fällt Jörg Gast die Antwort nicht leicht. „Es waren viele gute Projekte, die wir über die Verwaltung aber auch über unseren Förderverein im Naturpark angeschoben haben“, überlegt er. Der Bau des Ausstellungszentrum im Karower Meiler sei so eines gewesen, die Naturschutzstation in Wooster Teerofen, das Projekt „Junge Riesen“, der Bau des Aussichtsturms Moorochse… „Ich denke, das Wichtigste ist, dass in der Landschaft Gutes passiert ist, dass wir Spuren hinterlassen haben, die noch unsere Urenkel finden und hoffentlich auch honorieren werden.“ Wichtig ist dem scheidenden Naturparkleiter deren Erhaltung und Pflege. „Und da würde ich mir gerade im Bereich Umweltbildung, also in der Arbeit mit Kindern und jungen Menschen, für meinen Nachfolger mehr Manpower wünschen, auch hauptamtliche.“

Wer Jörg Gast kennt, weiß, dass er für seine Arbeit brennt, Gewese um seine Person aber ganz gern meidet. Was er jedoch verrät, dass für ihn Familie – Ehefrau, zwei Kinder und inzwischen schon vier Enkel – an erster Stelle kommen. Für sie wird er sich künftig mehr Zeit nehmen. Dennoch wird auf Jörg Gasts Abschied aus dem „aktiven Dienst“ ganz sicher auch seine Wiederkehr folgen - dann allerdings ins Ehrenamt: „Auf jeden Fall möchte ich weiter im Förderverein an Projekten mitarbeiten“, gesteht er einige Tage, bevor er sein Büro ausräumt und den Schreibtisch fegt. „Und ich möchte reisen, fotografieren und demnächst viel mehr Vorträge halten.“

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erstellt am 22.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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