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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

08. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Statistik : 8,5 Prozent junger Leute im Kreis ohne Job

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Quote in unserer Region ist höher als bundesweit. Die Vereinten Nationen sehen schwarz: Die Jugendarbeitslosigkeit auf der Welt wird ihrer Meinung nach zunehmen.

Deutschland ist mal wieder Weltmeister: 7,3 Prozent der Jugendlichen unter 24 waren hierzulande 2015 arbeitslos, sagt der jüngste Bericht der UN. Sogar nur 5,3 Prozent hat das Statistische Bundesamt als Quote im Regionalatlas, in dem die Lebensverhältnisse in der Republik verglichen werden. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist in diesem Vergleich mit einer Quote von 8,5 Prozent der Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren vertreten, die im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet waren. In einer Bundesliga der Jugendlichen-Vollbeschäftigung ist das Platz 354 von 402 Städten und Kreisen. Den besten Wert hat der Kreis Eichstätt in Bayern mit 1,3 Prozent, den schlechtesten Wert Bremerhaven mit der zehnfach höheren Quote von 13,1 Prozent.

Die Vereinten Nationen sehen schwarz: Die Jugendarbeitslosigkeit auf der Welt wird nach UN-Angaben dieses Jahr zunehmen. Die Internationale Arbeitsorganisation (Ilo) erwartet, dass die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr weltweit um eine halbe auf dann 71 Millionen steigen wird. In Europa nimmt die Jugendarbeitslosigkeit derzeit auch schon wieder zu. In Kroatien sind es 30, in Spanien 45 und in Griechenland sogar knapp 50 Prozent. Deutschland hat da selbst mit dem UN-Wert von 7,3 Prozent die derzeit nie-drigste Jugendarbeitslosenquote der EU und bei 5,3 Prozent sowieso. Allerdings gibt es auch auf der Insel der Seligen Ausreißer und Schwachstellen. Der Kreis Ludwigslust-Parchim gehört zu den Gebieten, in denen die Jugendarbeitslosigkeit höher ist als im Bundesdurchschnitt.

Der Start ins Ausbildungsjahr ist vor allem im Süden der Republik mit der Klage verbunden, dass Azubis fehlen. Bundesweit sind noch 172 000 Ausbildungsplätze frei. Handwerk und Industrie stecken in der demografischen Zwickmühle: Sie brauchen Ersatz für Rentner. Das Ausbildungssystem an sich gilt als Erfolgsmodell und viele Auffangnetze für Schulabgänger ohne oder mit nie-drigen Abschlüssen im Bildungssystem sorgen dazu dafür, dass es in Deutschland nach Ansicht von Bildungs- und Sozialwissenschaftlern schwer ist, im Alter von Anfang 20 arbeitslos zu sein. Die Bundesagentur für Arbeit packt Problembewerber in „Maßnahmen“, hält sie so aus der Arbeitslosenstatistik raus. Allerdings stößt auch dieses System an seine Grenzen, denn niedrige Arbeitslosenquoten verlangen eine gute Konjunktur: In den vergangenen Jahren haben sich im Kreis Ludwigslust-Parchim die Quoten folgendermaßen entwickelt: 2012 hieß die Jahresquote 8,9 Prozent, gefolgt von 8,9 Prozent im Jahr 2013 und 8,5 Prozent 2014. Bezogen auf ganz Deutschland hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Zeitraum in diesem Vergleich um 0,6 Prozentpunkte von 5,9 auf 5,3 Prozent verringert. Als Erfolgsmodell wird die Qualität des dualen Ausbildungssystems mittlerweile auch von der EU gesehen. Vom im Deutschland üblichen praktischen Erlernen des Berufs im Betrieb und der Vermittlung der dazugehörigen Theorie in den Berufsschulen profitieren letztlich beide Seiten: Der Betrieb, der eine zukünftige Fachkraft passgenau qualifiziert, und der Azubi, der hohe Chancen auf einen festen Job hat und mit seiner Ausbildungsvergütung auch wirtschaftlich nicht schlecht da steht. Mit 2,75 Euro am Tag, wie Altersgenossen in armen Ländern weltweit, muss der Azubi hierzulande nicht auskommen.


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erstellt am 25.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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