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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. August 2016 | 21:55 Uhr

Clowns statt Löwen? : Zirkustier-Verbot erregt Schweriner

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Entscheidung der Stadtvertreter ruft Befürworter und Gegner auf den Plan

In Schwerin soll kein Zirkuslöwe mehr durch einen Feuerring springen. Die Stadtvertreter haben beschlossen, dass Flächen nur noch an solche Zirkusse vermietet werden dürfen, die keine „Tiere wildlebender Arten, so genannte Wildtiere, mitführen“.

Die Entscheidung, die schon in der Stadtvertretung heftig umstritten war, sorgt bei den Schwerinern für Gesprächsstoff. Daniel Hildebrand beispielsweise befürchtet, dass damit künftig „kein großer Zirkus mehr nach Schwerin kommt“ und generell die Attraktivität dieser uralten Kunst erheblich sinken werde. „Wie weit geht das Verbot und wer definiert die Inhalte? Dürfen jetzt nicht einmal mehr Kamele und Büffel gezeigt werden?“, fragt Petra Meier.

Attraktivitätsverlust befürchten auch Kommunalpolitiker. „Jetzt werden große Zirkusse einen Bogen um Schwerin machen“, so Ralph Martini von der Aktion Stadt und Kulturschutz, der nach eigenem Bekunden einst bei Zirkus Busch gearbeitet hat. Und Gerd Böttger von den Linken hatte bei seiner Ablehnung seine Enkel im Blick, die „immer die Löwen am besten finden“.

Dennoch hatte der Antrag der Fraktion der Unabhängigen Bürger (UB) eine große Mehrheit gefunden. Damit ist Schwerin die erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die sich eindeutig für einen besseren Tierschutz bei Zirkusbetrieben positioniert. „Ich freue mich, dass sich die anderen Fraktionen unserer Initiative angeschlossen haben. Wildtiere werden zur Belustigung von Zirkusbesuchern künftig in Schwerin nicht mehr durch brennende Reifen springen oder andere Kunststückchen vorführen müssen“, sagte UB-Fraktionsvorsitzender Silvio Horn. Erst im vergangenen September habe ein Zirkusbetrieb die Schweriner mit einem Flusspferd in einem winzigen Wassertank, verhaltensgestörten Elefanten, vernarbten Giraffen und einem einsamen Nashorn schockiert. „Solche Anblicke gehören nun der Vergangenheit an“, so Horn.

Die Tierschutzorganisation Peta hat die Entscheidung sofort begrüßt und sieht in der Entscheidung einen „Signalcharakter für andere Städte“ für mehr Tierschutz, erklärte Dr. Edmund Haferbeck von Peta.

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erstellt am 29.Jan.2016 | 06:30 Uhr

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