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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. Mai 2016 | 16:29 Uhr

Wildtier-Verbot in Schwerin : „Zirkussen die rote Karte zu zeigen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das von den Stadtvertretern beschlossene Wildtierverbot in Schweriner Manegen findet deutschlandweit Beachtung und Zustimmung

Die Stadtvertreter haben beschlossen, dass öffentliche Flächen nicht mehr an Zirkusse vermietet werden dürfen, die Wildtiere zeigen. Unsere Redaktion hatte Stimmen dafür und dagegen, hatte ein Pro und Contra veröffentlicht. Seitdem erreichen die Redaktion viele Leserbriefe.

Daniela Knott ist mit dem Beschluss der Stadtvertreter sehr zufrieden. „In Anbetracht meiner Überzeugung, dass überhaupt kein Tier zur Belustigung von Menschen benutzt werden sollte, kann ich die Entscheidung der Stadtvertreter nur begrüßen.“ Matthias Rohringer fordert, dass „die Bundesregierung möglichst bald mit einem entsprechenden Gesetz folgen sollte“. Eine Begründung liefert Andrea Alexa-Lang. „Wir leben weder im Mittelalter, noch entspricht die quälerische Haltung sozialer Lebewesen zur Belustigung von Leuten unseren ethischen Werten.“ SVZ-Leser J. Rosengarten ist „sehr froh zu hören, dass sich nun auch Schwerin gegen Wildtiere im Zirkus entschieden hat. Bleibt nun noch zu hoffen, dass sich möglichst viele andere Städte dieser Entscheidung anschließen.“

Hier ein umfassender Überblick der Leserbriefe zu diesem Thema:


Daniel Moshammer nennt die Entscheidung der Stadtvertretung „grandios“. Zirkus sei auch ohne Wildtiere möglich. „Die Menschen können sich gerne an Clowns, Artisten, Zauberern und anderen menschgemachten Dingen erfreuen – dafür müssen keine Tiere leiden.“ Dem kann sich E. Wache offenbar nur anschließen. Der Leser ist „der Meinung, dass sich Zirkus auch ohne Tiere durchsetzen kann“. So sieht es auch Janina S. „Wer nicht auf Zirkusse verzichten will, soll in Zirkusse mit Akrobatik, Clowns und Musik gehen und Dompteure, die angeblich ihre Tiere lieben, sollen ihnen endlich das Leben geben, dass sie verdienen, in Auffangstationen ohne Zwang und ohne Nachzucht.“

Sogar aus Kaiserslautern kam ein zustimmender Leserbrief. Sema Bayar führt ein Zitat von Mahatma Gandhi an: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“ Gertrud Schilling aus Sagard weist darauf hin, dass „70 Prozent der Menschen“ gegen solche Zirkusse sind. „Was sind das für Werte, die auch Kindern beigebracht werden? Tiere quälen, damit sie blöde ,Kunststückchen‘ vorführen, oftmals mit ihren Fressfeinden, sie weder artgerecht noch gewaltfrei zu halten.“ Aus Hessen kommt ein Lob von S. Wagner. „Der Stadt Schwerin bin ich sehr, sehr dankbar für ihre Entscheidung! Zumindest hier scheinen Menschen zu sitzen, die aufgeklärt sind und den Mut haben, für Tiere aktiv zu werden.“ Armin Stein aus Berlin weist darauf hin, dass der Mensch kein Rechte hat, „die eine Misshandlung und Ausbeutung von Tieren rechtfertigen“. Nathalie Sattler aus Hannover bedauert, dass es in ihrer Stadt noch kein Wildtierverbot gibt. „Es ist wirklich schade, dass erwachsene, vermeintlich intelligente Menschen kein Interesse an der Aufklärung der Jugend besitzen und wirtschaftliche Faktoren höher wiegen, als den Schutz von Lebewesen.“ So sieht es auch Gerlinde E. Frank. „Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere haben ein Recht auf Wohlergehen, Unversehrtheit und gute Behandlung.“

Der Beschluss der Schweriner Stadtvertretung, keine öffentlichen Flächen mehr an Zirkusunternehmen mit Wildtier- Dressuren im Programm zu vermieten, ist von der Tierschutzinitiative Peta begrüßt worden.

Posted by svz.de - Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern on  Dienstag, 26. Januar 2016

 

„Auch Kinder sollen nicht lernen, dass Gefangenschaft und Eingesperrtsein eines Lebewesens in Ordnung oder unterhaltsam ist.“ Denn gerade Kinder sind für Zirkustiere zu begeistern, weiß Nancy Schiwietz aus eigener Erfahrung. „Als ich noch klein war fand ich es toll. Mit 14 Jahren habe ich einen Beitrag im Fernsehen gesehen, wie die die Tiere behandeln. Seitdem gehe ich nicht mehr in den Zirkus, ich unterstütze doch nicht diese Tierquäler.“ Caroline Domann weist auf den Bildungseffekt hin. „Da gerade Kinder zum Hauptpublikum des Zirkusses gehören, sehe ich es als umso wichtiger an, dass diese nicht bereits in so jungen Jahren an Gewalt gegenüber Tieren gewöhnt werden.“

Juliane Ahrens geht es ums Geld. „Der Profit sollte nicht an erster Stelle stehen. Man sollte auch mal hinter die Kulissen eines solchen Betriebes sehen, denn eine artgerechte Tierhaltung ist so in keiner Weise möglich.“

Kritik an den Gegnern eines Wildtierverbotes übt Anna Platen. „Wie kann man eine nicht artgerechte Haltung von Tieren, die ausschließlich zur Belustigung der Menschen benutzt werden, gut heißen oder auch nur schweigend hinnehmen?“, fragt sie. Özgül Özbek fordert: „Bitte fangen Sie an, für die Tiere zu handeln, denn selbst können sie es leider nicht.“ Und C. Baumgärtler bedauert: „Das Wohl eines Lebewesens geht immer vor ,Entertainment des Menschens‘. Leider verstehen das nicht alle.“

Lob bekommt die Mehrheit der Stadtvertreter für das Wildtierverbot von Evona Banz. „Die Entscheidung der Schweriner Stadtvertretung, Zirkussen mit Wildtieren die rote Karte zu zeigen, halte ich für vorbildlich und fortschrittlich.“

Clown statt Löwen und Kamele? Entscheidung der Schweriner Stadtvertreter ruft Befürworter und Gegner auf den Plan.

Posted by svz.de - Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern on  Donnerstag, 28. Januar 2016

Dass auch Kamele und Büffel unter das Verbot fallen begrüßen Nele und Mike Wobker. „Nicht einmal ein Zoo kann diese artgerecht halten, wie soll das dann ein fahrender Zirkusbetrieb schaffen?“ Ähnlich sieht es Burt Kühne. „Das Tier als untergeordneter Gebrauchsgegenstand? Das passt nicht ins dritte Jahrtausend. Es sollte allenfalls in seiner natürlichen Umgebung bewundert werden, wozu weder Zirkusse noch Zoos gehören.“ Das meint auch die Leiterin des Roggendorfer Tierheims, Annette Herbing. „Wir sollten uns bemühen, dass diese Tiere in ihren Heimatländern geschützt werden und ein artgerechtes Leben leben können.“
 

Ruth Masson-Goodwin bringt das Wildtierverbot mit einem Zitat auf den Punkt. „Gott schuf die Menschen und die Tiere. Er hat uns die Tiere anvertraut, nicht ausgeliefert.“ Das Wildtierverbot in Schwerin findet deutschlandweit breite Zustimmung.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 20:00 Uhr

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