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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 16:31 Uhr

Welterbe-Bewerbung : Wissenschaftler schärfen Schwerins Unesco-Antrag

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

2. Welterbe-Tagung führt Experten aus ganz Deutschland zusammen

Was ist an dem Schweriner Residenzensemble so einzigartig, das eine Aufnahme in die Unesco-Liste des Welterbes rechtfertigt? Seit gestern beraten namhafte Wissenschaftler aus mehreren Bundesländern und dem Ausland darüber, wie der Schweriner Welterbe-Antrag wissenschaftlich so geschärft werden kann, dass er spätestens 2021 von Erfolg gekrönt wird.

Im Fokus der 2. Schweriner Welterbe-Tagung steht dabei die Kulturlandschaft, in die das Schloss und die zahlreichen Bauwerke des romantischen Historismus eingebettet sind. Besonderes Augenmerk wird auf das Wirken der Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné und Theodor Klett in Schwerin gelegt. Die Kieler Gartenexpertin Margita Meyer wird die Potenziale des Küchengartenareals am Franzosenweg beleuchten. „In Eutin haben wir großen Erfolg mit der Wiederbelebung des Küchengartens erzielt. In Verbindung mit den Themen Kochen und Essen ist er ein echter Publikumsrenner geworden“, berichtet Meyer.

Iris Lauterbach aus München, Birgitta Ringbeck aus Bonn und Prof. Marcus Köhler aus Dresden sorgen mit ihren Vorträgen für die internationale Einordnung des Schweriner Ensembles. Der Portugiese Antonio Nunes Pereira zieht Vergleiche zu der von ihm geleiteten Welterbestätte Sintra, ebenfalls eine Kulturlandschaft, die etwa zwei Millionen Besucher pro Jahr anlockt. „Wir haben eine Management GmbH gegründet, die sich um alles von der Vermarktung über Betrieb und Sicherung bis zur Restaurierung kümmert“, erklärt Pereira und gibt gern seine Erfahrungen weiter.

„Eine wissenschaftliche Begleitung ist zwingend notwendig, um den Antrag zum Erfolg zu führen. Er muss weiter geschärft werden. Zugleich wollen wir dabei aber auch die Öffentlichkeit mitnehmen. Diesem Ziel dient auch diese Tagung“, so Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider.

„Das Schloss allein reicht nicht für den Antrag. Aber Schwerin ist in der glücklichen Situation, dass es in eine dichte Kulturlandschaft eingebettet ist und auch außerhalb viel Substanz vorhanden ist. Das muss diskutiert werden“, erklärt Prof. Köhler. Dabei sollten auch Raben Steinfeld und Wiligrad in Betracht gezogen werden. Es gäbe zwar wissenschaftliche Beiträge zur Kulturlandschaft, die müssten bewertet und eingeordnet und dann der Antrag geschärft werden. Dem dient die Welterbe-Tagung.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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