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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. Juli 2016 | 21:53 Uhr

Gemeinsam stark : Windkraft-Gegner bündeln Kräfte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgerinitiativen in Stralendorf, Warsow, Lehmkuhlen und Wessin wollen offenen Brief an Kreistagsfraktionen und Landrat schreiben

Die Windkraft-Gegner im Landkreis Ludwigslust-Parchim bündeln ihre Kräfte. Gemeinsamen wollen sie einen offenen Brief an Landrat Rolf Christiansen und die Fraktionen des Kreistags schreiben. Außerdem soll der Verwaltungschef möglichst noch im September zu einer Gesprächsrunde nach Crivitz eingeladen werden. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Vertretern von Bürgerinitiativen aus Stralendorf, Warsow, Lehmkuhlen und Wessin.

„Wir sind nicht gegen Windkraft“, betonte Hardy Ulrich von der Wessiner Bürgerinitiative bei dem Treffen in Stralendorf. Aber eine Anlage mit sieben bis zu 200 Meter hohen Türmen, wie sie etwa jetzt im Bereich der Mordkuhle an einem Waldrand bei Wessin geplant sei (wir berichteten), werfe unter anderem erhebliche naturschutz- und brandschutzrechtliche Fragen auf. Zumal in der Region bereits eine Vielzahl von Windrädern stünden, so Ulrich.

In ihrem offenen Brief an den Landrat und die Fraktionen wollen die Bürgerinitiativen ihre Bedenken darlegen, um noch Einfluss auf die Ausweisung neuer Windeignungsräume bei der anstehenden Überarbeitung des Raumordnungsplanes nehmen zu können. „Gemeinsam sind wir stark“, erklärte Christian Wöhlke von der Stralendorfer Initiative. Auch er unterstrich: „Wir sind nicht prinzipiell gegen die Nutzung der Windkraft.“ Allerdings müssten die Anlagen umwelt- und für die Anwohner auch gesundheitsverträglich errichtet werden. Weil sie Zweifel an dieser Verträglichkeit habe, wende sich die Stralendorfer Initiative gegen die Pläne für einen Windpark im Waldgebiet Schlingen, so Wöhlke. „In Mecklenburg-Vorpommern ist man bei der Genehmigung von Windkraftanlagen zu großzügig“, sagte die Holthusener Bürgermeisterin Marianne Facklam, die für die Lehmkuhlener Bürgerinitiative nach Stralendorf gekommen war.

Windparks seien bei der öffentlichen Planung privilegiert, betonte Hardy Ulrich. „Bei einer Anlage unter 19 Rädern ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht vorgeschrieben.“ Landrat Christiansen könne eine solche Untersuchung aber sehr wohl einfordern. In einer öffentlichen Gesprächsrunde solle der Verwaltungschef daher Farbe bekennen, wie er es mit den Windparks im Landkreis halte, so Ulrich.

„Bei der Windkraft gibt es auch deshalb Unsicherheiten, weil vieles aus internen Runden nach außen gedrungen ist. Der Regionale Planungsverband hat ein Angebot an die Ämter gemacht, das Thema in kleinen Runden anzugehen. Dabei merken wir, dass viele Fragen aufgetaucht sind. Wo es allerdings Konsens gibt, sollten wir den Bau von Windkraftanlagen so schnell wie möglich zulassen“, hatte Christiansen zu Jahresbeginn in einem Gespräch mit unserer Zeitung gesagt und zugleich den Zeitplan für das weitere Vorgehen abgesteckt: „Schwerpunkt wird es 2014 sein, die Rahmenbedingungen für Windenergie, also die entsprechende Fortentwicklung des Regionalen Entwicklungsprogramms auf den Weg zu bringen… Wenn es gut läuft, können wir Ende 2014 Beschlüsse fassen, aber wohl eher Anfang 2015.“

Hardy Ulrich ist zuversichtlich, dass jedenfalls die Wessiner Bürgerinitiative mit ihren Bemühungen Erfolg hat und die Crivitzer Stadtvertreter bei ihrer Sitzung am 28. August die Pläne für einen Windpark an der Mordkuhle stoppen.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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