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Zeitung für die Landeshauptstadt

08. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Schwerins Gesichter : „Wie Mathe, nur mit mehr Spaß“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bridgeclub Schwerin sucht neue Mitspieler – allerdings sollte man die komplizierten Regeln vorher in einem Volkshochschulkursus lernen

„Eigentlich müsste Bridge Unterrichtsfach in den Schulen sein – es ist genau so gut fürs Gehirn wie Mathematik, es macht bloß viel mehr Spaß.“ Wenn Renate Reichhelm über ihr Lieblingskartenspiel spricht, dann beginnen ihre Augen zu leuchten, der Funke ihrer Begeisterung springt schnell über auf den Zuhörer. Sollte man es vielleicht mal selbst versuchen mit Bridge? „Aber warten Sie nicht zu lange“, sagt Renate Reichhelm dann. „Nach ein, zwei Einsteigerkursen an der Volkshochschule können Sie zwar schon selbst spielen.“ Aber um beim Club gut mitzumachen, müsse man schon zwei bis drei Jahre Übung einplanen. Doch es würde sich lohnen, sagt Renate Reichhelm und betont: „Bridge ist nämlich ein sehr geselliges Spiel.“ Vier Leute sitzen dabei an einem Tisch, die zwei sich gegenüber sitzenden Spieler bilden ein Paar und spielen miteinander gegen das andere Paar – wie beim Doppelkopf. Gespielt wird mit 52 Karten – wie bei Rommee oder Canasta, bloß ohne Joker. Und gereizt wird – wie beim Skat. Bloß wortlos. Von allem ein bisschen und doch ganz anders. Mit hohem Suchtfaktor. „Selbst wenn wir Ausflüge machen, haben wir die Karten immer dabei.“

Der Club trifft sich regelmäßig jeden Dienstag von 16 bis etwa 19 Uhr im Weinhaus Wöhler. Sommers wie winters. Inzwischen sind Freundschaften entstanden, man hilft einander, man tröstet den anderen auch. „Einige unserer Mitspielerinnen, die vor fast zwanzig Jahren begonnen haben, sind inzwischen verwitwet. Ihnen hat die Gemeinschaft Halt gegeben“, sagt Renate Reichhelm.

Jetzt sucht die Gruppe mal wieder neue Mitstreiter, gerne auch jüngere Leute. Renate Reichhelm gibt aktuell Schnupperstunden in der Volkshochschule. Wer Lust bekommen hat, kann donnerstags ab 16 Uhr in Raum 12 in der Schelfschule in der Puschkinstraße vorbeischauen und sich die Regeln erklären lassen.

Renate Reichhelm hat Bridge übrigens von ihrer Großmutter gelernt. Das war in Bonn und Renate Reichhelm war so etwa zehn Jahre alt. Inzwischen lebt sie in Schwerin, inzwischen ist sie selbst Großmutter – von 13 Enkeln. „Wenn die mit ihren Eltern alle zu Besuch kommen, dann sind wie mehr als zwanzig Personen“, sagt sie lächelnd. „Drei Tische kriegen wir dann locker voll.“ Mit „Tische“ meint sie natürlich Bridge-Tische. Denn genauso wie ihre Oma damals, hat sie ihre Nachkommen infiziert. Und nicht nur die.

Seit 1997 unterrichtet Renate Reichhelm an der Schweriner Volkshochschule Bridge. Schon aus dem ersten Kursus wurde ein kleiner Zirkel, der sich regelmäßig traf und spielte. Vor 13 Jahren gründete sich offiziell der Schweriner Bridge-Club. Das älteste Mitglied ist übrigens Ingrid Wöhler. Sie ist heute über 90 Jahre alt und gehörte in den 60er-Jahren zum Bridge-Zirkel um Daisy Ritter. Die gebürtige Schottin hatte einen Schweriner Hotelbesitzer geheiratet und das Spiel hier eingeführt. Als Ingrid Wöhler in den 90er-Jahren von Renate Reichhelms Kursus las, war sie sofort wieder dabei. Dass die Turniere heute in ihrem alten Elternhaus gespielt werden, sei reiner Zufall. Der Club war auch schon bei Uhle und im Steakhaus zu Gast.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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