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Zeitung für die Landeshauptstadt

29. September 2016 | 17:17 Uhr

Maisernte in Wessin : Wessiner Mais ist nichts für den süßen Zahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genossenschaft baut auf 135 Hektar für eigene Milchkühe an. Ernte morgen vorbei

Er ist kein Erbsenzähler. Dirk Schünemann zählt Körner, Maiskörner. „Das mache ich rund um die Uhr“, sagt der Leiter der Landwirtschaftlichen Produktion- und Absatz-Genossenschaft Wessin. Er guckt nach, ob die Körner einen Spalt haben. Wenn ja, sind sie geeignet als Kuhfutter.

Die Maisernte ist im vollen Gange. Bis einschließlich morgen sollen 135 Hektar vom Feld, gehäckselt und im Silo eingelagert sein. „Wir liegen aber gut in der Zeit. Länger sollte es auch nicht dauern, der Mais wird langsam trocken“, erklärt Schünemann und greift in die gelb-grüne Masse, die im Minutentakt in eins der neuen Silos gefahren wird. „Jeweils 45 Meter lang, 4,50 Meter hoch und 18 Meter breit“, sagt Schünemann stolz.

Damit auch in sechs Wochen Maissilage zwischen den hohen Betonwänden lagert, müsse bei der Einlagerung besondere Sorgfalt walten. „Wir behandeln den gehäckselten Mais zunächst mit Milchsäurebakterien vor“, sagt Schünemann. Das wird noch im Häcksler gemacht. Im Silo kommt dann schwere Technik zum Einsatz. „Bleiben Lufteinschlüsse, fängt es an zu faulen und es wird keine Silage. Dann haben wir kein Futter für die Kühe“, weiß der Landwirt. Und nur aus diesem Grund werde beim Wessiner Landwirtschaftsbetrieb Mais angebaut. „Die Maissilage ist Hauptbestandteil des Futters für unsere 400 Milchkühe und auch die 400 in der Nachzucht“, sagt er.

Auch so mancher Bürger bedient sich am Feldrand. Gern sieht Schünemann das nicht:„Sie könnten ja wenigstens fragen.“ Dass die Maiskolben auf dem Teller landen, kann er sich nicht vorstellen. „Das ist nichts für den süßen Zahn“, sagt der Wessiner, beißt auf eine Maiskorn und verzieht das Gesicht. „Schmeckt wirklich nicht“, sein Fazit.

Es sei eben Silomais und kein Zuckermais, der in Deutschland zu den Nischenprodukten zählt. Im vergangenen Jahr wurde vorrangig in den südlichen Bundesländern wie Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und vor allem Baden-Württemberg Zuckermais angebaut – das auf rund 2000 Hektar. Beim Futtermais waren es in Deutschland 2 555 900 Hektar. Neben diesen beiden Formen gibt es auch noch den Mais für Popcorn – den sogenannten Perlmais. Und der ist schon schmackhafter.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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