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Zeitung für die Landeshauptstadt

29. Juni 2016 | 11:03 Uhr

Tierische Betreuung : Wenn der Hund in die Kita geht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer seinen Vierbeiner tagsüber gut aufgehoben wissen will, kann ihn zur Betreuung in den tierischen Hort „Francanis“ bringen

Hell und freundlich sind die Räume im Erdgeschoss des Hauses am Großen Moor 7a. Schutzgitter sichern die Türen vor Ausbrechern. Es herrscht ordentlich Trubel im großen Aufenthaltsraum. Maja, Lotti, Max, Chicco, Bruno und Lucy toben miteinander. Sie spielen fangen, rangeln untereinander und der ein oder andere schmust auch mit einem Artgenossen. Sie fühlen sich sichtlich wohl in der Hunde-Kita „Francanis“.

„Es macht nicht nur den Hunden Spaß. Auch uns bereitet die Arbeit täglich aufs neue Freude“, schwärmt Inhaberin Franziska Kern. Sie hat den Hundekindergarten zusammen mit Carola Mertens 2012 eröffnet. Beide betreuen jeden Tag von 7.30 Uhr bis 18 Uhr kleine und große Hunde jeden Alters. „Die Gruppe ist ganz gemischt. Wichtig ist, dass sich alle Hunde miteinander verstehen“, erzählt die Hundebetreuerin. Den Spaß, den sie bei der Arbeit hat, spürt man bei jedem Satz, den man mit ihr wechselt.

Seit anderthalb Jahren kümmern sich die beiden Frauen in den neuen Räumlichkeiten am Großen Moor 7a um ihre Pflegehunde. Davor waren sie am Großen Moor 13 ansässig. „Die Räume wurden schnell zu klein“, sagt Mertens, die selbst seit drei Jahren Hunde züchtet. Der Hundehort hat sich räumlich fast verdreifacht: Waren es früher 55 Quadratmeter, sind es heute 150 Quadratmeter, die den quirligen Vierbeinern zur Verfügung stehen.

Oft sind zehn, manchmal auch mehr Hunde gleichzeitig in der Betreuung. Nur in den Ferien seien es weniger Tiere. Denn dann sind sie mit der Familie im Urlaub oder toben zusammen mit den Kindern im Garten, berichtet Kern.

Zwei Festangestellte und einige Aushilfen, die sehr sorgfältig ausgesucht würden, beschäftigen die Hunde. Sie gehen regelmäßig mit ihnen über die Marstallhalbinsel oder in den Schlossgarten. Abends wenn Herrchen oder Frauchen sie abholen, sind sie redlich erschöpft von so viel artgerechten Sozialkontakten. Tagsüber werden Rangordnungen festgelegt, es wird gekuschelt, gestritten, gespielt, gebellt, geschlafen, die Hundesprache ausgiebig gepflegt.

Aber nicht nur Spaziergänge an der Leine stehen auf dem Programm, sondern auch Ausflüge ins Grüne. „Mehrmals die Woche fahren wir auf den gepachteten Platz außerhalb von Schwerin. Hier können sich die Hunde richtig austoben und frei umherlaufen“, erklärt Kern.

Und weil die Hunde alle zusammen gehalten werden, sei es sehr wichtig, dass kein aggressives oder sehr ängstliches Tier dazwischen ist. Die Besitzer müssen aber keine Angst haben. Falls es doch mal zu kleinen Reibereien komme, wissen die Hundebetreuer was zu tun ist. „Wir haben viel Erfahrung. Achten auf jede Kleinigkeit, jede Mimik der Hunde. Wir greifen ein, bevor etwas passieren kann“, sagt Kern. Außerdem müsse jeder Hund einen Probetag absolvieren. Mindestens sechs Stunden muss er beweisen, dass er sich gut benimmt. Ist alles okay, kann er regelmäßig kommen.

Außerdem könne man auch mal einen Hund über Nacht bei ihnen lassen. „Die Hunde werden in keinem Zwinger untergebracht. Wir nehmen sie dann mit zu uns nach Hause. Sie sind dann für eine Nacht Teil der Familie“, erzählt Kern lächelnd.

„Francanis“ ist aber nicht die einzige Anlaufstelle: Schweriner können ihren Vierbeiner auch im Hundehotel Vivimei oder im Tierheim vorübergehend in Obhut geben. Weitere private Hundesitter sind im Internet unter www.betreut.de gelistet.

 

 

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erstellt am 17.Mär.2015 | 12:00 Uhr

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