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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 00:59 Uhr

Waisengärten schon ausverkauft : Von Berlin nach Schwerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Waisengärten wecken auch Interesse bei Immobilienentwicklern aus großen Städten. Alle Baufelder sind schon reserviert

Robert Erdmann, heute Geschäftsführer der LGE, ist mit dem Projekt Waisengärten schon seit gut 20 Jahren befasst. Verschiedene Architektenwettbewerbe und Ideen hat er miterlebt, Projektpausen und schließlich die Proteste der Gartenbesitzer 2009, als sie ihre Parzellen mit Schlossblick aufgeben mussten. Dass es sich bei dem Land auf der Schwaneninsel um ein Sahnestückchen für Häuslebauer handelt, war ihm immer klar. Dass es sich aber so gut entwickelt, überrascht und freut selbst den Immobilienexperten. 14,5 Millionen Euro hat die LGE in die Erschließung des Areals gesteckt. Der erste Spatenstich in den Waisengärten erfolgte im August 2013, jetzt sind alle Grundstücke weg – reserviert oder verkauft. Dabei kostet der Quadratmeter erschlossenes Land hier zwischen 300 und 380 Euro. Die Nachfrage ist groß. Reservierungen gelten in der Regel für drei Monate. Wird eine Parzelle dann frei, wartet der nächste Investor.

Im ersten Bauabschnitt fehlen nur noch einige Doppelhäuser, im zweiten und letzten Bauabschnitt geht es im Herbst richtig los, sagt Erdmann. Die Erschließung ist jetzt fertig, mehrere Investoren hätten bereits ihre Baugenehmigung und könnten nun loslegen. 28 Parzellen – zwischen 900 und 1200 Quadratmeter groß – gibt es hier. Wie viele Wohnungen die Bauherren auf ihre Landstücke setzen, bleibt ihnen überlassen. Vorgeschrieben ist lediglich die Geschossigkeit: Im ersten Bauabschnitt dürfen es noch vier bis fünf Stockwerke sein, zum Ufer hin werden es weniger, nur zwei bis drei. Außerdem begrenzen die Parkplätze die Wohnungsanzahl – jeder Investor muss Stellflächen pro Wohneinheit nachweisen. Wer bauen will – zwei Jahre nach dem Kauf muss der Investor spätestens damit anfangen – legt seine Pläne einem Gestaltungsbeirat vor, der für die erwünschte gehobene Baukultur sorgen soll. Tatsächlich fühlt man sich schon jetzt fast ein bisschen wie in Hamburg oder Berlin, wenn man durch die Waisengärten bummelt. Investoren, die sonst in den Metropolen bauen, merken das auch. „In Hamburg oder Berlin können sie zu vernünftigen Preisen oft nicht mehr entwickeln. Sie entdecken Schwerin jetzt als einen interessanten Markt“, sagt Robert Erdmann.

Auch wenn die Großen im Anmarsch sind: Ein gutes Stück Grün bleibt für immer erhalten. Das Ufer ist für Pflanzen und Tiere reserviert, der Erlenbruch wird als Biotop erhalten. Es wird keine große Promenade geben, öffentliche Wege garantieren trotzdem Schloss- und Wassersicht für jedermann. So dass bald jeder Schweriner von den Waisengärten profitieren kann. Zu Kleingarten-Zeiten war das nicht möglich.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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