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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 11:25 Uhr

Uelitzer Gesichter : Uelitzer Geschichte auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dorf bereitet sich auf 800-Jahr-Feier im Sommer 2018 vor - Fotoalben der Pastorenfamilie Beltz liefert Bildmaterial für die Ortschronik

Der zweigeteilte Fotonachlass der Uelitzer Pastorenfamilie Beltz wird für die 800-Jahr-Feier des Dorfes wieder zusammengefügt. „Das ist ein wahrer Schatz“, freut sich Dr. René Wiese. Als Mitstreiter in der Arbeitsgruppe historische Festschrift ist er besonders froh, „dass wir die Ortschronik nun mit einer Reihe von Bildern aus der Zeit um 1900 bis 1920 illustrieren können.“

Drei Fotoalben liegen ausgebreitet auf dem Küchentisch von Margarete Rietzke (77). Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Margrit Beltz (78) fügt sie die wieder zusammen. „Wir hatten uns die aufgeteilt“, erzählt Margarete Rietzke, Enkeltochter von Johannes Beltz, der von 1903 bis 1922 Pastor in Uelitz war. Alle Fotos zu Uelitz verwahrt Margrit Beltz. „Und auch die Ölbilder, die Tante Gertrud gemalt hat“, erzählt die 78-Jährige. Margarete Rietzke wiederum kümmert sich um den Nachlass in und über Pulverhof. Die Seniorin wohnt mit ihrer Familie in dem Haus, das ihr Großvater nach seiner Pensionierung am Mühlenbach nahe Rastow selbst gebaut hat. Als die Rentnerinnen davon hörten, dass zur 800-Jahr-Feier von Uelitz, die im Sommer 2018 gefeiert werden soll, eine Ortschronik entsteht und dafür noch Fotos gesucht werden, suchten sie „ein paar Dorfansichten“ raus. Dass die bei den Mitstreitern im Vorbereitungskomitee auf so großes Interesse gestoßen sind, überrascht die beiden Frauen. „Das ist doch nichts Besonderes“, sagt Margarete Rietzke. Dem widerspricht Dr. René Wiese, der das als Historiker bestens einschätzen kann: „So wird die Geschichte von Uelitz doch viel anschaulicher.“

Seit gut einem Jahr wird für die Ortschronik recherchiert. Wiese arbeitet da ehrenamtliche mit, übernimmt gemeinsam mit Hans-Hubertus Koritzki die Endredaktion. Die Gemeinde steht voll hinter dem Projekt, hat für Nachforschungen in Archiven auch einen Profi engagiert. „Wir liegen gut im Zeitplan“, betont Wiese. Mitte nächsten Jahres soll die Ortschronik fertig sein, damit sie zu Beginn des Jubiläumsjahres 2018 vorliegt.

Ihre Ersterwähnung verdanken Uelitz und Lübesse einer Schenkung: Im Jahr 1218 übergab der Graf von Schwerin die Orte an die Zisterzienser. Damit begann die Neubesiedlung der bis dahin slawisch geprägten Region durch deutsche Zuwanderer. „Die Geschichte der Region ist zumeist gut dokumentiert“, freut sich Wiese. Lücken gibt es allerdings in der Nachkriegszeit bis in die 1960/1970er-Jahre hinein. „Die hoffen wir mit Hilfe von Zeitzeugen schließen zu können“, betont der Historiker. Die Fotoalben der Familie Beltz aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bilden dafür einen guten Grundstock. Aufzeichnungen der nächsten Generation – von Hans Beltz und von Dr. Erika Nagel, geborene Beltz – kommen ebenso hinzu wie die Erinnerungen und Sammelstücke von Margarete Rietzke und Margrit Beltz.

René Wiese hofft, dass das Beispiel der Rentnerinnen noch Schule macht. Und das betrifft nicht nur die Ortschronik. „Wir gehen jetzt an die nächste Stufe der Jubiläums-Vorbereitungen“, verrät Wiese. Im Juni 2018 soll es eine Festwoche geben. Die Akteure aus dem Vorbereitungskomitee setzen drauf, dass sich viele heutige und frühere Einwohner mit Ideen und Projekten einbringen, damit die 800-Jahr-Feier zu einem echten Höhepunkt für alle Uelitzer wird.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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