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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2016 | 08:58 Uhr

Hundorfer ist sauer : Stress mit dem Fitnesscenter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stefan Sieler aus Hundorf muss Gebühren bezahlen, obwohl das Sportstudio schon im Sommer abgebrannt ist

Ein bisschen mehr Bewegung hatte der Doktor ihm empfohlen. Etwas Sport treiben. Stefan Sieler bekam von seinem Hausarzt Reha-Sport-Einheiten verschrieben, um Rücken und Wirbelsäule zu stärken. Dreimal besuchte er entsprechende Kurse im Schweriner „Come In“ in Lankow. Für die Nutzung des Umkleide- und Duschbereichs wurden ihm monatlich sechs Euro per Lastschrift vom Konto abgebucht.

„Von Juni bis August hatte ich eine Auszeit beantragt, da wir in dieser Zeit unsere Kinder unterstützt haben, gar nicht vor Ort waren und somit keine Zeit für den Reha-Sport blieb“, erzählt Stefan Sieler.

Am 7. September wollte der Hundorfer wieder zum Training. Doch Stefan Sieler stand vor verschlossener Tür. Bei einem Großbrand am 25. Juli wurde das komplette Fitnesscenter zerstört (SVZ berichtete). Das Gelände war mit einem Bauzaun abgesperrt, eine Info-Telefonnummer ausgehängt. Der Rentner rief an und erhielt die Auskunft, dass er einen Brief in den nächsten zwei Tagen erhalten werde, in dem erklärt sei, wie es weitergeht. Aber nichts kam in Hundorf an – bis heute.

Und obwohl kein Training mehr stattfand, wurde das Geld für die Nutzung von Umkleide und Dusche abgezogen. „Daraufhin habe ich am 9. September die Kurse mit sofortiger Wirkung gekündigt“, sagt der 64-Jährige. Aber auch hierauf erhielt er keine Reaktion des „Come In“. Der Hundorfer machte sich erneut auf den Weg nach Lankow. Erfolglos. Dort war weiterhin alles dicht.

Auch am 19. September wurde ihm wieder das Nutzungsentgeld abgezogen. „Ich habe dann sofort noch einmal eine Kündigung geschrieben und per Einschreiben mit Rückschein an das ,Come In’ geschickt“, sagt Sieler verärgert. Denn am 13. Oktober kam der Brief zurück. Er wurde trotz Benachrichtigung des „Come In“ nicht aus der zuständigen Postfiliale abgeholt. Auch auf den vom Fitnesscenter angekündigten Brief, wie es weitergeht, wartet der Hundorfer heute noch. Wie auch die übrig gebliebenen Rehasport-Verschreibungen. Das Rezept war dort hinterlegt. „Das werde ich nicht wiederbekommen“, meint er.

Jens Kohlhaus, Come In- Geschäftsführer, bestätigt das. Mehrfach habe er Stefan Sieler erklärt, dass alles beim Brand zerstört wurde. „Auch deshalb ist es gängige Praxis, dass die Kunden, die uns eine Einzugsermächtigung erteilt haben und nicht die dreimonatige Gastmitgliedschaft im Belasso nutzen wollten, sich das Geld wieder zurückholen“, sagt Kohlhaus.

An die Gespräche mit Kohlhaus kann sich Sieler nicht erinnern. „Ich habe ja leider niemanden erreicht“, sagt er mit hochgezogenen Augenbrauen. Er hofft jedenfalls, dass er seinem Geld wenigstens nicht länger nachlaufen muss und die Abbuchungen ein Ende haben.


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erstellt am 15.Nov.2016 | 04:30 Uhr

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