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Stadtteilserie Schwerin

25. Juli 2016 | 08:16 Uhr

Wir in Neumühle : Hier wird für die Mediziner gerechnet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung sind 180 Mitarbeiter beschäftigt

Der markante Gebäudekomplex der Kassenärztlichen Vereinigung in Neumühle ist nicht zu übersehen. 180 Mitarbeiter sind dort tätig. Doch was machen sie eigentlich? „Wir sind in erster Linie Partner der Ärzte“, sagt Verwaltungsdirektor Oliver Kahl, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Institution sichert die medizinische Versorgung im Land und entwickelt sie weiter.

Das bedeutet: Wer sich als Mediziner in Mecklenburg-Vorpommern niederlassen will, braucht zuvor eine Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung. Und auch wie viel ein Arzt ausgeben darf, das hat zuvor die Kassenärztliche Vereinigung durch Budget-Verhandlungen mit den Krankenkassen geklärt. Dabei erledigen die Mitarbeiter in Neumühle auch die Abrechnungen für die Mediziner. Rund zwölf Millionen Arztrechnungen pro Jahr kommen von den rund 2500 niedergelassenen Medizinern im Land auf elektronischem Weg in den Neumühler Gebäudekomplex. Quartalsweise erhalten die Ärzte dann das Geld für ihre Arbeit.

Auch eine Kontrollfunktion hat die Kassenärztliche Vereinigung dabei inne. Stichprobenartig werde überprüft, ob die Ärzte ihre Budgets einhalten und auch die von ihnen verordneten Arzneimittel sinnvoll und im Kostenplan sind.

Um den aktuellen Bedarf an Medizinern festzulegen, gibt es im Übrigen für die Planer noch die Kreisgrenzen von vor der Gebietsreform. So wird Schwerin bei der Fachärzte-Bedarfsplanung mit der Hansestadt Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg als ein Territorium angesehen. „Wenn beispielsweise ein Augenarzt in Wismar seine Praxis aufgibt, sind wir interessiert daran, dass ein neuer Augenarzt sich in Wismar niederlässt. Wir wollen Versorgungsstrukturen erhalten“, erklärt Geschäftsführer Kahl. Ein Mangel an Fachärzten gäbe es hier übrigens nicht, betont Kahl. Anders sieht es bei den Allgemeinmedizinern aus. Im Land fehlen derzeit 115.

Dass es dennoch zu langen Wartezeiten für einen Facharzttermin kommt, liegt an den gesetzlichen Vorgaben, die nicht mehr ganz den aktuellen Gegebenheiten entsprechen, aber von Bund noch nicht angepasst worden seien. So würden beispielsweise die zugenommenen ambulanten Operationen, die Fachärzte durchführen, noch nicht vollständig Berücksichtigung finden.

Wer trotz dringlicher Überweisung als gesetzlich Krankenversicherter keinen Termin beim Facharzt erhält, kann sich an die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden unter der Telefonnummer 0385/7431 877, montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr.

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