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Zeitung für die Landeshauptstadt

29. Juni 2016 | 09:13 Uhr

Gedächtnis der Stadt : Stadtarchiv digitalisiert die Akten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Datenbestand im „Gedächtnis Schwerins“ wuchs allein im vergangenen Jahr um 35 Meter. Bürger erhalten vor Ort Recherchehilfe

War Ururoma wirklich eine Schwerinerin? Wer diese oder ähnliche Fragen zum eigenen Stammbaum klären möchte oder Auskünfte zum geerbten Grundstück braucht, findet im Stadtarchiv der Landeshauptstadt Hilfe. 20 Euro pro halbe Stunde Arbeitszeit der Archiv-Experten werden bei solchen privaten Anfragen fällig. Genutzt wird das reichlich, sagt Stadtarchivar Dr. Bernd Kasten. „Allerdings kommen immer weniger Leute selbst zu uns in den Jägerweg. Dafür sind Anfragen per E-Mail deutlich gestiegen.“

Dabei lohnt sich ein Besuch im einstigen Wohnsitz des herzöglichen Försters am Jägerweg. Denn die Digitalisierung der Archivbestände geht voran – und damit die schnelle Möglichkeit, Fakten zu recherchieren. So konnte das seit 2010 übernommene Standesamtsregister im Umfang von rund 19 000 Seiten durch eine Fachfirma digitalisiert werden. Das erleichtert die Nutzung dieser stark beanspruchten Bestände, weil jetzt nicht mehr bei jeder Anfrage auf die gebundenen Originaldokumente zurückgegriffen werden muss. Im September 2015 wurde das Hauptarchiv in der Johannes-Stelling-Straße mit einer 100-MB-Datenleitung ausgestattet. Sie erleichtert die Datensicherung und die Präsentation der gefundenen Dateien und Archivalien in den verschiedenen Archivportalen im Internet.

Für die Recherche steht den Nutzern neben den Findbüchern, in denen die Archivalien nach Aufgabengebieten und Inhalten gegliedert sind, auch die zentrale Datenbank des Archivs zur Verfügung, in der durch Schlagwortsuche die schnelle Ermittlung der zu einem Thema vorhandenen Akten kein Problem mehr darstellt. Laut Dr. Kasten ist das Standesamtsregister der am meisten von interessierten Bürgern nachgefragte Archivbestand.

Auskünfte von allgemeinem Interesse erledigen die vier Mitarbeiter im Stadtarchiv im Übrigen kostenfrei. Wer beispielsweise wissen möchte, warum der Jungfernstieg so heißt, erfährt auch ohne Gebühr, dass auf dieser Trasse einst die Milchmädchen zum Melken oder zu anderer Arbeit gegangen sind. Und auch die Auskunft, dass es vor Angelika Gramkow 1952 mit Johanna Blecher schon einmal eine Oberbürgermeisterin gegeben hat, ist gratis.

Um den Schwerinern die Stadtgeschichte näherzubringen, hat Stadtarchivar Bernd Kasten 2015 wieder zahlreiche Vorträge gehalten - über das Kriegsende 1945, die Person Anthony Fokkers , über Beisetzungen und Grablege der großherzoglichen Familie im Schweriner Dom oder die Darstellung der mecklenburgischen Landesgeschichte in den Schulbüchern. Besonderen Anklang fanden die Dokumentarfilme zu Schwerin und Mecklenburg, die anlässlich der Schweriner Kulturnacht gezeigt wurden. Auch in diesem Jahr sind wieder einige der beliebten Vorträge geplant, unter anderem zur Befreiung und Besetzung Westmecklenburgs durch amerikanische Truppen im Mai 1945 und zu den NS-Euthanasieverbrechen auf dem Sachsenberg. Beim ersten am 25. Mai geht es unter dem Titel „Von Bangkok bis Wiligrad“ um Herzog Johann Albrecht zu Schwerin, der von 1857 bis 1920 lebte.


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erstellt am 03.Mär.2016 | 04:45 Uhr

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