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Zeitung für die Landeshauptstadt

05. Dezember 2016 | 09:33 Uhr

Fahrradfahren in Schwerin : Stadt sucht Radwege für den Alltag

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bündnisgrüne fordern von der Verwaltung, lokale Fahrradtrassen zu bauen und dafür Landesfördermittel zu nutzen

„Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Fahrrad in Schwerin fahren soll. Autofahrer hupen mich von der Straße, Fußgänger scheuchen mich vom Gehweg und Radwege gibt es nicht“, schrieb Roberto Koschmidder, stellvertretender Vorsitzender des ADFC in Schwerin, in einem Leserbrief an die SVZ. Die fehlenden Radwege beklagen auch die Bündnisgrünen. „In Schwerin wird der Aus- und Neubau von innerstädtischen Radwegen bislang vernachlässigt und die Situation für den Alltagsradverkehr ist mangelhaft“, heißt es in einem Antrag an die Stadtvertretung. Denn bisher, so Fraktionsvorsitzende Cornelia Nagel, wurden vor allem touristische Radwege gebaut. Immer mit dem Argument, dass es nur dafür Fördermittel gäbe. „Nur der Fördermittel wegen muss kein Radweg gebaut werden“, sagt Cornelia Nagel und führt als Beispiel den geplanten Weg über den Dwang mit einer Brücke über den Ostorfer See an. „Dafür 1,2 Millionen Euro auszugeben, ist sinnlos.“

Die Bündnisgrünen wollen stattdessen endlich Radwege für den Alltagsradverkehr der Schweriner. „Bisher wurden aus Kostengründen nur Fahrradschutzstreifen eingerichtet“, so die Fraktionschefin. Die aber hält sie an einigen Stellen für gefährlich. „Wir brauchen richtige Radwege.“

Die Bündnisgrünen sind bei ihren Recherchen auch auf ein Förderprogramm des Landes gestoßen, mit dessen Hilfe innerstädtische Radwege gebaut werden können. Das Infrastrukturministrium unterstützt damit „den Neu- oder Ausbau von straßenbegleitenden Radwegen in kommunaler Baulast und den Ausbau von vorhandenen Wegen für den Radverkehr“. Die Bündnisgrünen wollen, dass die Stadt dieses Programm nutzt. „Die Hansestadt Rostock konnte bereits als erste Stadt von den Fördermitteln profitieren und 298 000 Euro zur Verbesserung ihrer Radwegeinfrastruktur investieren“, begründen die Grünen ihre Forderung. „Für einen Radweg zwischen Lankow und Medewege könnte beispielsweise hier das Fördergeld eingesetzt werden“, sagt Cornelia Nagel.

Die Stadtverwaltung will sich keine Untätigkeit in Sachen innerstädtischer Radwege vorwerfen lassen. „Die Verwaltung ist in ihren bisherigen Maßnahmen zum Radwegebau stets bemüht, Fördermittel zu akquirieren“, sagt Baudezernent Bernd Nottebau. Als Beispiel führt er die Planungen für den Radweg an der Gadebuscher Straße an. Auch die Planung für den Radweg Lankow – Medewege sei im Haushaltsplan für 2017/18 vorgesehen. Fazit der Verwaltung: „Der Antrag der Bündnisgrünen wird demzufolge bereits umgesetzt.“

Im Hauptausschuss wollte Cornelia Nagel den Antrag aber nicht zurückziehen. Zu sehr misstrauen die Bündnisgrünen den Versprechen der Verwaltung. Und bei einer Enthaltung des AfD-Vertreters empfahl der Hauptausschuss der Stadtvertretung, den Antrag anzunehmen.

Den Bündnisgrünen geht es auch nicht nur um Radwege an der Gadebuscher Straße und an der alten Medeweger Umgehung. „Wir brauchen endlich eine sichere Fahrradtrasse durch die Innenstadt“, sagt Cornelia Nagel.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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