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Zeitung für die Landeshauptstadt

09. Dezember 2016 | 01:05 Uhr

Teure Großprojekte : So wird Steuergeld verbrannt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bund der Steuerzahler legt Schwarzbuch vor

Überteuerte Großprojekte wie die Kölner Oper, millionenschwere Prestigeveranstaltungen wie der Hessentag und nicht zuletzt skurrile Verkehrslösungen wie die Schweriner Gleisposse – Millionen Euro werden von Verwaltung und Politik jährlich in Deutschland verschleudert. In seinem heute erschienenen Schwarzbuch „Die öffentliche Verschwendung 2016/17“ listet der Bund der Steuerzahler 110 Beispiele auf. Auch vier Fälle aus Mecklenburg-Vorpommern sind dabei– mit einem geschätzten Schaden von etwa acht Millionen Euro.

Besonders teuer: die Erweiterung des Stadthafens in Waren an der Müritz. Als die Stadtvertretung das Projekt beschloss, ging man noch von Gesamtkosten in Höhe von 4,3 Millionen Euro aus. Inzwischen sind 80 Prozent der Arbeiten erledigt und die Rechnungen belaufen sich bereits auf 9,95 Millionen Euro. „Ein  stolzer Preis für 70 neue Liegeplätze“, meint der Bund der Steuerzahler.

„Mit unserem Schwarzbuch wollen wir für mehr Transparenz sorgen und Druck auf die Verantwortlichen ausüben“, sagte Sophie Menanne-Schulze, Landesvorsitzende des Bundes der Steuerzahler, gestern bei der Vorstellung des Schwarzbuches in Schwerin.

Auch die Landeshauptstadt findet Erwähnung in dem 160 Seiten umfassenden Schwarzbuch, das turnusmäßig einmal im Jahr erscheint. So verlegte die Stadt Schwerin beim Neubau einer Eisenbahnbrücke die Straßenbahnschienen auf die andere Fahrbahnseite. Dumm nur, dass der Anschluss an die Gleise auf dem erst vor drei Jahren sanierten Marienplatz damit nicht mehr möglich ist. Laut Steuerzahlerbund fallen Mehrkosten von 137000 Euro an.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 20:55 Uhr

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