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Zeitung für die Landeshauptstadt

10. Dezember 2016 | 04:04 Uhr

Planänderung in der Lewitz : Sichere Stör-Dämme wachsen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Planer, Bauleute und Naturschützer stimmen sich ab: Nach Dammbruch vom Februar musste Großprojekt angepasst werden

Bei der Sanierung des Stördammes nahe der Gaartzer Brücke liegen die Bauarbeiten im Plan. Ein Stück weiter flussabwärts an der Hohen Brücke wird auch kräftig gearbeitet – aber gar nicht nach Plan. „Hier mussten wir nach dem Dammbruch im Februar schnell reagieren“, erläutert Andreas Dohms vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg bei einer gemeinsamen Begehung mit Naturschützern von Lewitznetzwerk. In dem besonders sensiblen Bereich mit den Stör-Eichen sollte erst in zwei, drei Jahren gearbeitet werden. Doch den auf einer Länge von sieben Metern gebrochenen Ostdamm einfach wieder zu verschließen, das reichte nicht aus. Auf einer Länge von 45 Metern wurde der Damm hier neu aufgesetzt. Der tief legende Graben neben dem Störkanal fließt an dieser Stelle jetzt durch ein Rohr. Mit Hilfe eines Schiebers kann er abgesperrt werden. Eine zweiter, neuer Schieber wird zudem gerade an der Düker Mittelschleuse eingesetzt. „Damit kann auch dort im Havariefall abgesperrt und der unkontrollierbare Abfluss von Störwasser in Richtung Neustadt-Glewe verhindert werden“, erläutert Projektleiter Stefan Lühr.

Doch dieser Damm ist zwischen Düker Mittelschleuse und Hoher Brücke insgesamt in keinem guten Zustand. „Die Schäden waren sogar noch größer, als wir bei der Planung angenommen hatten“, betont Dohms. Nach dem Dammbruch wurde deshalb der Abschnitt genau untersucht, alle 25 Meter unter die Grasnarbe geschaut. Und dort fanden sich viele Hohlräume, die vor allem von Nutrias gegraben wurden. Diese Löcher wurden verstopft, der Damm neben den Fischteichen gesichert. Die Nager sollen mit Spezialmatten davon angehalten werden, sich hier wieder einzugraben. Unmittelbar an der Hohen Brücke wurde der Graben verlegt, der alte Lauf zugeschüttet. „So konnten wir den Damm etwas stabilisieren“, erläutert Andreas Dohms. Die eigentliche Sanierung steht noch an – und auch die Entscheidung, wie mit den Stör-Eichen umgegangen wird.

Für den Erhalt der etwa 200 Jahre alten Bäume hatte sich vor allem das Lewitz-Netzwerk stark gemacht. „Das sind herrliche Denkmale, die hierher gehören“, betont Helene Vetter. Die Vereinsvorsitzende ist stolz darauf, was durch die Proteste und Initiativen in den zurückliegenden drei Jahren erreicht worden ist. Planer und Mitarbeiter vom Wasser- und Schifffahrtsamt treffen sich nun mehrfach im Jahr mit Vertretern des Netzwerkes, um sich abzustimmen. Gemeinsam wird um den Erhalt der Eichen gerungen: Jeder einzelne der mehr als 200 Bäume wird von einem Gutachter bewertet, denn intakt stabilisieren sie mit ihrem Wurzelwerk den Damm. Deshalb kommt auch die bislang geplante Aufschüttung des Dammes um 30 bis 40 Zentimeter in diesem Bereich nicht in Frage, die würde die Bäume gefährden.

Bis zum Frühjahr sollen Projektvorschläge erstellt werden, wie die Dammsanierung an den Stör-Eichen in zwei, drei Jahren ausgeführt werden kann. Dazu müssen aber die bereits genehmigten Pläne nochmals geändert werden. Mit den Bauausführungen zur Notsicherung zeigen sich die Netzwerker einverstanden. „Das ist sehr gut geworden“, betont der Jäger und Naturschützer Hartmut Feldten.

Störaufwärts an der Gaartzer Brücke läuft indes alles nach Plan. Dort wird seit dem Sommer der Damm auf der Westseite auf einer Länge von zwei Kilometern verbreitert und erhöht. Mehr als die Hälfte ist geschafft. Das ist der erste reguläre Abschnitt bei der Dammsanierung. Das Gesamtprojekt zwischen Gaartzer Brücke und Eldedreieck wird sich über Jahre hinziehen. Mehr als zehn Millionen Euro kostet es, um die Dämme entlang der sieben Kilometer langen Strecke wieder sicher zu machen.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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